FSC - Waldzertifizierung

Die FSC-Waldzertifizierung bildet das Herzstück des FSC-Systems. Sie bestätigt, dass die Bewirtschaftungsweise eines zertifizierten Forstbetriebs den Anforderungen des FSC entspricht. Auf Basis der FSC-Prinzipien und -Kriterien gibt der FSC-Standard diese Anforderungen vor, beispielsweise soziale und ökologische Kriterien. Die wichtigsten Regelungen im FSC-Wald werden hier kurz erläutert.


Angepasste Wildbestände

In FSC-zertifzierten Wäldern sollen junge Bäume und Pflanzen natürlich aufwachsen können. Seltene Pflanzen- und Baumarten sollen durch zu viel Wildverbiss nicht verschwinden. Deshalb sind in FSC-zertifizierten Betrieben angepasste Wilddichten anzustreben.

Beteiligung aller Interessenvertreter

Das FSC-System lebt maßgeblich von der Beteiligung aller Menschen, die mit dem Wald zu tun haben. Zertifizierte Betriebe müssen eine Reihe von Vorgaben erfüllen, um Transparenz und Mitsprachemöglichkeiten zu erhöhen.

Regelmäßige
Kontrollen

Unabhängige, kompetente Zertifizierungsstellen kontrollieren jährlich, ob die Indikatoren des FSC-Standards eingehalten werden. Treten Mängel zutage, müssen diese innerhalb bestimmter Fristen behoben werden. Sonst droht der Entzug des Zertifikats. Die Audit-Berichte sind für jeden zugänglich und einsehbar.


Baumernte nur einzel- bzw gruppenweise

Die Holzernte soll möglichst schonend erfolgen (wie auch das “Rücken” der Holzstämme). Nur einzelne Stämme oder einige wenige in einer Gruppe dürfen gefällt werden. Schematische Verfahren wie Kahlschläge sind nicht FSC-konform.

Kein Gift
im Wald

Der Einsatz von Pestiziden ist in FSC-zertifizierten Wäldern nicht zulässig. Einzige Ausnahme bilden behördliche Anordnungen und fachliche Weisungen. Auch die Düngung von Bäumen ist untersagt.

Äste und Kronen bleiben im Wald

Biomasse aus dem Wald ist ein stark nachgefragter Rohstoff. Der Wald braucht allerdings einen Nachschub an Nährstoffen. Pilze, Insekten und Millionen von Mikroorganismen zersetzen Äste und Kronenholz zu Humus. Dies ist auch essentielle Grundlage für das Baumwachstum und einen vitalen, gesunden Wald.


Max. 20% nicht-heimische Baumarten

Nicht-heimische Baumarten sind für viele Tierarten und Pilze als Lebensraum nicht geeignet. Deshalb ist der Anbau von Douglasie, amerikanischer Roteiche und anderen Exoten im FSC-Wald nicht uneingeschränkt möglich. Das Leitbild des FSC ist die natürliche Waldgesellschaft mit den heimischen Baumarten.
Diese in Jahrtausenden entstandenen Lebensgemeinschaften sind resistent gegen äußere Einflüsse wie Schnee, Sturm, Feuer oder Klimaveränderungen.

Arbeits- und Gesundheitschutz

Waldarbeit ist gefährlich und anstrengend. Ein umfassender Sicherheits- und Gesundheitsschutz muss deshalb bei zertifizierten Forstbetriebe an oberster Stelle stehen. Zudem werden hohe Ausbildungsstandards, regelmäßige Fortbildungen und eine tarifgebundene Entlohnung eingefordert. Analysen haben gezeigt, dass durch die regelmässigen Kontrollen die Arbeitssicherheit in zertifizierten Betrieben deutlich verbessert werden konnte.

Biotop und
Totholz

In Naturwäldern sind - im Gegensatz zu den meisten Wäldern bei uns - Biotopbäume und Totholz in großer Menge vorhanden. Sie bilden den wichtigsten Lebensraum für eine sehr große Anzahl ganz verschiedener, bei uns typischer Tiere und Pilze. Biotop- und Totholz wieder anzureichern, auch als Nährstoff- und Wasserspeicher, ist eines der wichtigsten Ziele, die FSC-zertifizierte Betriebe verfolgen. Mehr Infos zu Biotopbäumen finden Sie hier.


Naturwaldentwicklungsflächen

Um die biologische Vielfalt langfristig zu erhalten, wird ein Teil der Waldfläche besonders zurückhaltend und schonend bewirtschaftet. Im größeren öffentlichen Waldbesitz (ab 1.000 ha) werden 10% Flächen ausgewiesen, wo sich die Natur ohne Nutzung entwickeln darf. Mehr Infos hierzu finden Sie hier.

© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213