EU Deforestation Regulation (EUDR): EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten

Update: Am 3. Dezember 2024 einigten sich der EU-Rat und das Europäische Parlament in den Trilog-Verhandlungen darauf, die Einführung der EU-Entwaldungsverordnung (EU-Deforestation Regulation – EUDR) um ein Jahr zu verschieben. Die Verordnung tritt nun am 30. Dezember 2025 für große Marktteilnehmer und Händler in Kraft, während Kleinst- und Kleinunternehmen bis zum 30. Juni 2026 Zeit haben, die neuen Vorgaben umzusetzen.

 

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FSC Aligned for EUDR: Wie FSC zertifizierten Unternehmen dabei helfen kann, die EUDR-Anforderungen zu erfüllen

Als eine der robustesten Lösungen für verantwortungsvolle Waldwirtschaft ist FSC eng auf die Legalitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen der EUDR abgestimmt. FSC stellt mit FSC Aligned for EUDR maßgeschneiderte Tools und Lösungen zur Risikoanalyse und -minimierung entlang der Lieferkette bereit, damit Unternehmen Entwaldung und Degradierung ausschließen können.

Seit über zehn Jahren unterstützt FSC wie kein anderes Zertifizierungssystem Unternehmen und zuständige EU-Behörden dabei, illegalen Holzeinschlag und Entwaldung in Europa und weltweit zu bekämpfen. Unabhängige Studien haben gezeigt: Die FSC Zertifizierung spielt eine zentrale Rolle in der wirksamen Umsetzung von Sorgfaltspflichten.

Bis zum 30. Dezember 2025 müssen Unternehmen EUDR-konform sein, wenn Sie innerhalb der EU verkaufen oder aus der EU exportieren. FSC nimmt Unternehmen die Unsicherheit und Komplexität bei der Umsetzung der EUDR-Anforderungen ab und unterstützt Zertifikatsinhabende dabei, rechtzeitig konform zu werden.

Finden Sie heraus, ob die EUDR für Sie gilt

Wenn Sie FSC zertifiziert sind und wissen möchten, ob die EUDR auf Sie zutrifft, können Sie Ihren Produktcode in der Orientierungshilfe für die FSC Produkt-Klassifikation und das Harmonisierte System (HS-Codes) suchen.

Kurz erklärt: FSC Aligned for EUDR

Wie kann Sie FSC bei der Umsetzung der EUDR-Anforderungen unterstützen? Entdecken Sie in diesem Video die Lösungen von FSC Aligned for EUDR.

Schnelltest: Welche EUDR-Angebote von FSC sind nützlich für Sie?

Finden Sie mit diesem Schnelltest heraus, welche Lösungspakete von FSC Sie bei der Umsetzug der EUDR-Anforderungen unterstützen können (auf Englisch). Lernen Sie FSC Aligned for EUDR kennen!

Zudem finden Sie auf dieser interaktiven Webseite alle Informationen rund um das FSC Aligned for EUDR auf Englisch.

 

FSC bietet Lösungen zur Erfüllung der EUDR

FSC kennt die Herausforderungen zertifizierter Unternehmen bei der Umsetzung der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten und und hat mit „FSC EUDR Aligned for EUDR“ ein seitens FSC kostenfreies, umfassendes Angebot für zertifizierte Unternehmen entwickelt. Zertifikatsinhaber können damit ihre gesamte Lieferkette abbilden und allen EUDR-Nachweispflichten nachkommen. Dieses FSC-System funktioniert durchgängig vom Wald bis zum Handel und basiert auf einem in sich geschlossenen System – alle Schritte sind perfekt aufeinander abgestimmt. FSC Aligned for EUDR soll also die Komplexität der EUDR-Anforderungen für Unternehmen reduzieren, die in Europa mit Forstprodukten handeln.

FSC Aligned for EUDR besteht aus folgenden Komponenten:

1. FSC Aligned Certification for EUDR: Dieses Zusatzmodul, das seit dem 1. Juli 2024 verfügbar ist, baut auf den bestehenden strengen FSC-Standards auf und berücksichtigt die spezifischen Anforderungen der EUDR-Vorschriften in Bezug auf Risikobewertung, Sorgfaltspflicht und Transparenz der Lieferkette.
2. FSC Aligned Reporting for EUDR: Dieses automatisierte Datenerfassungssystem wird Unternehmen bei der Erstellung der erforderlichen Due-Diligence-Berichte und -Erklärungen unterstützen und die Rückverfolgbarkeit und das Datenmanagement in komplexen Lieferketten verbessern.

 

Bitte beachten Sie, dass Zertifizierungssysteme zwar dazu beitragen können, die Sorgfaltspflicht zu erfüllen, eine Zertifizierung die Unternehmen aber nicht automatisch von ihren EUDR-Pflichten befreit. Alle Beteiligten müssen ihren Beitrag zur Bekämpfung der Entwaldung leisten.

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EUDR-Factsheet

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FSC Aligned Certification for EUDR: das Zusatzmodul für Anforderungen der EUDR in Bezug auf Risiken, Sorgfaltspflicht und Transparenz

Das Zusatzmodul, das auf den strengen FSC-Standards für verantwortungsvolle Waldwirtschaft aufbaut, besteht aus dem FSC Regulatory Module (FSC Konformitäts-Zertifizierung für EUDR) gemäß FSC-STD-01-004 und dem FSC Risk Assessment Framework gemäß FSC-PRO-06-006b, dass die Basis für nationale FSC-Risikobewertungen oder unternehmenseigene Risikobewertungen ist. Letzteres wird durch das FSC Risk Hub unterstützt. 

FSC Regulatory Module

Das FSC Regulatory Module ist ein ergänzender Standard zu den bestehenden FSC-Zertifizierungsanforderungen. Durch die Umsetzung des FSC Regulatory Modules wird durch ein Audit bestätigt, dass das Unternehmen EUDR relevante Informationen gesammelt, Risikobewertung und ggf. -minderung durchgeführt und Sorgfaltspflichten beachtet hat. Unternehmen erhalten dadurch auch von Vorlieferanten eine zusätzliche Sicherheit bezüglich deren Einhaltung der EUDR-Anforderungen. Des Weiteren kann auf Verkaufsdokumenten mit einer entsprechenden Aussage bestätigt werden, dass die Einhaltung der strengen Anforderungen erfolgt ist.

Wenden Sie sich an Ihre Zertifizierungsstelle zur Aufnahme des FSC Regulatory Module in Ihren Zertifizierungsumfang.

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Einseitige Infobroschüre zum Regulatory Module (DE)

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FAQ zum Regulatory Module (DE)

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Regulatory Module (EN)

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Infokit zum Regulatory Module (EN)

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Orientierungshilfe für FSC Produkt-Klassifikation und das Harmonisierte System (HS-Codes) – Anleitung, wie die FSC-Produktklassifikation an die HS-Nomenklatur angeglichen wird

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FSC Risk Assessment Framework

Das FSC Risk Assessment Framework ist das zentrale Rahmenwerk für fundierte Risikobewertungen. Es unterstützt Unternehmen bei der Bewertung und Minderung von Risiken in der Beschaffung von Forstprodukten. Abgestimmt auf die regulatorischen Anforderungen der EUDR, beinhaltet es 64 Indikatoren, um soziale und ökologische Risiken frühzeitig zu erkennen.

Das Framework bildet die Grundlage für:

  • FSC-Risikobewertungen im Rahmen des Regulatory Module und für Controlled Wood.
  • Nationale FSC-Risikobewertungen (bekannt als „NRA“), die Unternehmen den Aufwand eigener Risikobewertungen abnehmen und fortlaufend aktuell gehalten werden. Siehe Zeitplan unter FSC Country Requirements Schedule.
  • Unternehmenseigenen Risikobewertungen für Regionen ohne nationale Bewertung.

Nutzende des FSC Regulatory Module oder einer FSC-Waldzertifizierung profitieren von einer vereinfachten Vorlage zur Risikobewertung.

Das FSC Risk Hub dient als zentrale digitale Anlaufstelle für alle Informationen und Instrumente rund um das Thema Risikobewertungen.

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Infobroschüre zum FSC Risk Assessment Framework (DE)

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Zu allen Informationen rund um das FSC Risk Assessment Framework (EN)

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FSC Risk Hub

Das FSC Risk Hub ist die zentrale digitale Plattform für FSC-Risikobewertungen. Es bietet eine kartenbasierte Übersicht zu vernachlässigbaren und nicht vernachlässigbaren Risiken von Waldprodukten auf globaler sowie Länderebene und unterstützt Zertifikatsinhabende bei der Durchführung eigener Risikobewertungen und Sorgfaltspflichten. Die Nutzung erleichtert die Anwendung des FSC Aligned Reporting for EUDR.

Es stehen drei Ansichten zur Verfügung:

  1. Weltkarte (World map) – bietet einen Überblick über Risiken auf nationaler und regionaler Ebene
  2. Risikotabelle (Risk details table) – stellt die Daten in Tabellenform dar und erlaubt den Export für eigene Analysen
  3. Risikominderungsdokumente (Risk mitigation documents)  – liefern tabellarische Informationen zu verfügbaren Maßnahmen zur Risikominderung

FSC Aligned Reporting for EUDR: die Technologielösung zur automatisierten Erstellung von Sorgfaltserklärungen und -Berichte

FSC Trace (ehemals FSC Blockchain)

Mit Hilfe der Blockchain-Technologie ermöglicht FSC Trace die Rückverfolgbarkeit und Verifizierung von FSC-Lieferketten. Dabei werden alle für die Sorgfaltspflicht relevanten Daten automatisch zusammengeführt, einheitlich strukturiert und stehen auf Abruf für die Einreichung bei den zuständigen Behörden bereit. FSC Trace erleichtert so die Überprüfung von Lieferanten entlang der gesamten Lieferkette, unterstützt bei der Erstellung von EUDR-Sorgfaltspflichtberichten und bietet umfassende Mengenübersichten. Die Nutzung der Plattform ist für Organisationen mit einer FSC-Lizenz kostenlos. 

Hier für FSC Trace anmelden: FSC Trace Priority Access 

 

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Infobroschüre über FSC Trace (DE)

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Zu weiteren Informationen rund um FSC Trace

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Werden Sie jetzt aktiv: Sechs Schritte zur Vorbereitung auf die EUDR

Von der EUDR betroffene Unternehmen müssen bis zum 30. Dezember 2025 ihre globalen Wertschöpfungsketten überprüfen und die Sorgfaltspflichten gemäß der EUDR erfüllen. Für Klein- und Kleinst Unternehmen gilt eine verlängerte Frist bis zum 30. Juni 2026. Die folgenden sechs Schritte können Unternehmen schon jetzt durchführen, um sich vorzubereiten:

1. Ermitteln Sie welche Ihrer Waren und Produkte im Geltungsbereich der EUDR liegen

Wenn Ihnen unklar ist, ob ein Produkt in den Geltungsbereich fällt, empfehlen wir, jedes Produkt anhand der folgender zwei Fragen zu bewerten:

1. Wird das Produkt aus einem der von der EUDR erfassten Rohstoffe hergestellt?
Die EUDR umfasst folgende Ressourcen: Holz, Kautschuk, Palmöl, Rind, Soja, Kaffee und Kakao

2. Wird für das Produkt einer der in Anhang 1 aufgeführten HS-Codes verwendet (z.B. 4402 für Holzkohle)?

Lautet die Antwort auf beide Fragen „Ja“, fällt das Produkt in den Geltungsbereich der EUDR.
Lautet die Antwort auf eine der beiden Fragen „Nein“, ist das Produkt nicht von der EUDR betroffen.

>> Eine Übersicht der relevanten Produkte finden Sie in Anhang I der Verordnung.

>> Eine Gegenüberstellung der FSC-Produktgruppen bzw. -Produktklassifikationen mit der HS-Nomenklatur finden Sie hier.

 

2. Lesen Sie die Anforderungen des neuen FSC Regulatory Module

Das neue FSC Regulatory Module ist ein zusätzlicher und freiwilliger Standard für alle Unternehmen, die eine FSC-Zertifizierung anstreben oder bereits besitzen, um den Sorgfaltspflichten der EUDR gerecht zu werden.

Detailliertere Informationen zum Regulatory Module finden Sie im Info-Kit.

Mit Hilfe des interaktiven User Journey  können Sie spielend leicht herausfinden, welche Anforderungen des Moduls für Ihre Organisation relevant sind.

3. Prüfen Sie Ihr aktuelles Due Diligence System (Sorgfaltspflichtsystem) anhand der EUDR-Anforderungen

Wenn Sie bereits ein Due Diligence System haben, sollten Sie prüfen, ob es mit den EUDR-Anforderungen übereinstimmt und ob es Lücken aufweist.

Zu den Anforderungen gehören:

  • Sammeln und Übermitteln von genauen Produktinformationen und Belegen, einschließlich Beschreibung, Herstellungsland, Datum und Zeitpunkt oder Zeitraum der Erzeugung sowie geografische Angaben zur Erzeugung.
  • Nachweis von Maßnahmen zur Sorgfaltsplicht und Plänen zur Abschwächung ermittelter Risiken.
  • Berichte über die ergriffenen Maßnahmen zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht, einschließlich der Art und Weise, wie derzeit Erklärungen zur Sorgfaltspflicht für die zuständigen Behörden erstellt werden, welche den Ursprung und die Konformität eines Produkts überprüfen.

FSC-zertifizierte Unternehmen erhalten im Rahmen des Regulatory Module weitere Informationen zu den Due Diligence System-Verpflichtungen.

4. Bereiten Sie sich gemeinsam mit Ihrer Lieferkette vor

Helfen Sie ihren Partner:innen, die Auswirkungen und den Wert für ihr Unternehmen zu verstehen und eventuelle Daten- oder Informationslücken zu schließen.

  • Machen Sie eine Bestandsaufnahme der derzeit verfügbaren Daten für Transaktionen mit waldbasierten Rohstoffen wie Holz, Zellstoff oder Gummi.
  • Ermitteln Sie potenzielle Informationslücken entlang der Lieferkette, wie z. B. die Herkunft der Rohstoffe bis hin zur Parzelle und des Erntezeitpunktes, Beschaffungspraktiken und Produktionsverfahren.
  • Unterstützen Sie Ihre Lieferant:innen bei der Beschaffung fehlender Informationen.
  • Bewerten Sie die aktuellen Risikoprofile in Ihrer Lieferkette und erwägen Sie ggf. gemeinsam mit Ihren Lieferant:innen Maßnahmen zur Risikominderung vorzubereiten.

Wenn Sie bereits Inhaber:in eines FSC-Zertifikats sind, sollten Sie Ihre Lieferkette ermutigen, eine FSC-Zertifizierung und das FSC Regulatory Module in Betracht zu ziehen, damit alle Unternehmen von der Möglichkeit profitieren können, ihre Materialien als entwaldungsfrei zu bewerben, sobald Ihre Lieferkette vollständig verifiziert ist.

5. Planen Sie einen sicheren Datenaustausch mit Ihren Handelspartner:innen

Beurteilen Sie gemeinsam mit Ihren Handelspartner:innen die Verfahren und technischen Plattformen, die Sie für den Austausch und die Überprüfung dieser Transaktionsdaten verwenden werden (sollen).

FSC bietet ab ca. Herbst 2024 die FSC Blockchain an, die den teilnehmenden Zertifikatsinhaber:innen unter anderem die Rückverfolgbarkeit erleichtern und noch weiter hilfreiche Funktionen haben wird.

Die auf der Blockchain-Technologie basierende Plattform ermöglicht es den Teilnehmer:innen, vertraulich und flexibel auf die für die EUDR relevanten Daten zuzugreifen und diese auszutauschen.

6. Informieren Sie Ihre Zertifizierungsstelle über Ihre Absichten zur Einhaltung der EUDR

Wir empfehlen Ihnen, sich schon jetzt mit Ihrer zuständigen Zertifizierungsstelle in Verbindung zu setzen, falls Sie die FSC EUDR Aligned Tools wie das FSC Regulatory Module und die FSC Blockchain nutzen möchten.

Damit unterstützen Sie die Zertifizierungsstellen dabei, die Nachfrage besser einschätzen zu können und möglicherweise wird es Ihnen dabei helfen, Ihr Audit in diesem anspruchsvollen Zeitrahmen besser zu planen.

Inhaber:innen von FSC-Zertifikaten haben die Möglichkeit, am FSC EUDR Early Adopters Programme teilzunehmen. Dadurch kann der Umstellungsprozess noch früher begonnen werden. Informieren Sie sich hier über die nächsten Bewerbungsfristen für das Programm.

Nachhaltigkeit in der Lieferkette beginnt mit EUDR – und wächst mit FSC

Die Einführung der EUDR markiert eine wichtige Etappe im globalen Kampf gegen Entwaldung. Doch gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, ist es entscheidend, über gesetzliche Anforderungen hinauszugehen. Die FSC-Zertifizierung setzt seit jeher weit über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß hinaus Standards. Dies wird auch mit der Einführung der EUDR so bleiben. Mit einer FSC-Zertifizierung leisten Sie nicht nur einen Beitrag zur verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung, sondern setzen auch ein klares Zeichen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Lassen Sie sich zertifizieren – für die Wälder, für die Menschen und für eine nachhaltige Zukunft!

 

Über die European Deforestation Regulation (EUDR)

 

Neue europäische Verordnung zur Bekämpfung der weltweiten Entwaldung und Waldschädigung

Die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten und Produkte und die Mission des FSC berstärken sich gegenseitig. Wir setzen uns gemeinsam gegen Entwaldung und Waldschädigung in Europa und weltweit ein.

Die EUDR verbietet das Inverkehrbringen oder die Ausfuhr von Produkten in den bzw. aus dem EU-Markt, die nicht den Legalitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen der EU entsprechen. Unternehmen müssen eine Sorgfaltsprüfung durchführen, um sicherzustellen, dass die von ihnen bezogenen Produkte legal sind und nicht von Flächen stammen, die nach dem 31. Dezember 2020 abgeholzt oder umgebaut worden sind. Die EUDR soll den Einfluss der EU auf die weltweite Entwaldung verringern, indem der Verbrauch von Produkten gefördert wird, die frei von Entwaldung sind.

EUDR für Forstbetriebe

Neben verschiedenen landwirtschaftlichen Produkten fällt auch Holz unter die Anforderungen, betroffen sind – also auch die Forstbetriebe in Deutschland. Ab nächstem Jahr müssen sie eine Sorgfaltserklärung erstellen, auf der neben der verkauften Menge je Holzart u.a. Angaben zur Herkunft des Holzes (Geolokalisierung) gehören. Alle Informationen inklusive der Geodaten müssen im EU Portal hochgeladen werden, die dafür ausgestellte Referenznummer dient dann als Konformitätsnachweis für den Holzkäufer.

 
Informationsmaterialien der EU-Kommission

 

Zentrale Fragen und Antworten zur EUDR und FSC

>> Zum FAQ von FSC International (auf Englisch)

Allgemeines zur EUDR

Warum wurde die EUDR eingeführt?

Die Hauptursache für Entwaldung und Waldschädigung ist die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen, die mit der Produktion von Rohstoffen verbunden ist insbesondere für Soja, Rindfleisch, Palmöl, Holz, Kautschuk, Kakao und Kaffee. Als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Verbraucher dieser Rohstoffe ist die EU für dieses Problem mitverantwortlich – und sie möchte dem dringenden Wunsch der europäischen Bürger nachkommen, bei der Lösung dieses Problems eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Ziel der neuen EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten ist es, die Entwaldung und die Schädigung der Wälder zu verhindern. Dies würde auch eine Einsparung der CO2-Emissionen um mindestens 31,9 Millionen Tonnen pro Jahr bedeuten. (Quelle: Europäische Kommission)

Wann ist die EUDR in Kraft getreten?

Die Verordnung tritt am 30. Dezember 2025 für große Marktteilnehmer und Händler in Kraft, während Kleinst- und Kleinunternehmen bis zum 30. Juni 2026 Zeit haben, die neuen Vorgaben umzusetzen.

Für wen gilt die EUDR? Was bedeutet sie für Unternehmen?

Die Verordnung legt gemeinsame Regeln für alle Unternehmen – aus der EU oder aus dem Ausland – fest, die die unter den Geltungsbereich fallenden Produkte auf dem EU-Markt in Verkehr bringen.

Die Verordnung soll gewährleisten, dass einheimische und importierte Waren an denselben Standards gemessen werden. Laut der Europäischen Kommission wird es in Zukunft kein Verbot für ein Land oder eine Ware geben. Nachhaltige Unternehmen werden ihre Waren weiterhin in der EU verkaufen können. (Quelle: Europäische Kommission).

Obwohl es sich bei der EUDR um eine europäische Rechtsvorschrift handelt, sind ihre Auswirkungen global. Unternehmen, die die betroffenen Produkte in der EU in Verkehr bringen oder aus der EU ausführen, müssen eine Sorgfaltsprüfung durchführen, um zu bestätigen, dass die Produkte nicht von Flächen stammen, die nach dem 31. Dezember 2020 abgeholzt oder degradiert wurden. Die Unternehmen müssen auch überprüfen, ob diese Produkte mit den einschlägigen Rechtsvorschriften des Produktionslandes, einschließlich der Achtung der Menschenrechte und der Rechte der betroffenen indigenen Völker, in Einklang stehen.

Für welche Waren oder Erzeugnisse gilt die EUDR?

Die EU-Kommission sieht die Hauptursache für die Entwaldung und Waldschädigung in der Ausweitung der landwirtschaftlichen Flächen, die mit der Produktion von in die EU importierten Waren wie Soja, Rindfleisch, Palmöl, Holz, Kautschuk, Kakao und Kaffee verbunden ist.

In Anhang I der Verordnung wird festgelegt, welche relevanten Rohstoffe und relevante Erzeugnisse in den Geltungsbereich des Gesetzes fallen. Die Liste umfasst auch einige Folgeprodukte wie Leder, Schokolade und Möbel.

 

Was sind die wichtigsten vorgesehenen Maßnahmen der EUDR?

Die EUDR schreibt vor, dass die Produkte legal und frei von Abholzung sein müssen.

Bevor ein Produkt auf den EU-Markt eingeführt werden darf, müssen die Marktteilnehmer eine Sorgfaltserklärung vorlegen, um sicherzustellen, dass es sich nur um abholzungsfreie und legale Produkte handelt.

Sorgfaltspflicht wahren
1. Sammeln von Produktinformationen: Die Marktteilnehmer sind verpflichtet, Informationen über Menge, Standort, Legalität und Abholzung zu sammeln. (Artikel 9, EUDR)
2. Durchführung einer Risikobewertung: Die Marktteilnehmer müssen eine Risikobewertung durchführen, um festzustellen, ob das Risiko besteht, dass die betreffenden Produkte, die auf den Markt gebracht werden sollen, nicht konform sind. Dabei wird auch die Anwesenheit indigener Völker in dem Gebiet, in dem das Produkt hergestellt wird, berücksichtigt. (Artikel 10, EUDR).
3. Risikominderung: Wenn die Risikobewertung kein oder nur ein vernachlässigbares Risiko ergibt, ist eine Risikominderung möglicherweise nicht erforderlich. Bestehen jedoch begründete Zweifel, sind die Marktteilnehmer verpflichtet, Verfahren und Maßnahmen zur Risikominderung zu entwickeln, z. B. durch unabhängige Audits. (Artikel 11, EUDR)

Wie wird die EUDR durchgesetzt?

Die zuständigen EU-Behörden, die für die Durchsetzung und Umsetzung der EUDR verantwortlich sein werden, sind bisher nur teilweise ernannt. In Deutschland wird die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) niedergelassene Marktteilnehmer und Händler sowie relevante Erzeugnisse kontrollieren. Dies erfolgt nach einem risikobasierten Ansatz. Dabei gelten Mindestkontrollquoten, die sich je nach Einstufung der Länder durch die EU-Kommission unterscheiden. Die Liste der Länder wurde am 22. Mai 2025 in dieser Pressemitteilung veröffentlicht.

Organisationen wie die BLE werden Zugang zu relevanten Informationen haben, die von den Unternehmen oder glaubwürdigen freiwilligen Systemen zur Verfügung gestellt werden, wie z. B. die Geolokationskoordinaten der betreffenden Waren.

Mithilfe von Satellitenüberwachungsinstrumenten und DNA-Analysen werden sie überprüfen, woher die Produkte stammen.

Weitere Aufgaben der zuständigen Behörden sind:

  • die Feststellung, Beseitigung und Verhinderung von Verstößen,
  • die Ergreifung vorläufiger bzw. sofortiger Maßnahmen,
  • die Ahndung von Verstößen, die Zusammenarbeit mit Zollbehörden, mit (Zoll-)Behörden anderer Mitgliedstaaten und der Kommission.

Was ist das Länder-Benchmarking der EU?

Das Länder-Benchmarking ist ein technisches Element der EUDR, das den risikobasierten Ansatz der Verordnung unterstützen soll. Die Risikoklassifizierung legt fest, in welchem Umfang die zuständigen Prüfbehörden die Einhaltung der Vorschriften überprüfen müssen, wenn Waren aus diesen Ländern bezogen werden (1 % für „geringes Risiko“, 3 % für „Standardrisiko“ und 9 % für „hohes Risiko“). Die Beschaffung aus Ländern mit geringem Risiko ermöglicht eine vereinfachte Sorgfaltspflicht, d.h. die Marktteilnehmer und Händler müssen Informationen sammeln, aber keine Risiken bewerten und mindern.

Das Benchmarking ermöglicht es den zuständigen Behörden, ihre Durchsetzungsbemühungen dort zu konzentrieren, wo die Risiken höher sind, und Unternehmen wird geholfen, ihre Sorgfaltspflichten besser zu verstehen und entsprechend zu erfüllen. Die Einstufung eines Landes – ob geringes, Standard- oder hohes Risiko – gibt vor, wie die Sorgfaltspflicht auszusehen hat und entbindet Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung. Bei der vereinfachten Sorgfaltspflicht müssen Unternehmen nach wie vor die Komplexität der jeweiligen Lieferkette und das Risiko der Vermischung mit Produkten unbekannter Herkunft oder aus Standard-/Hochrisikoländern bewerten und sicherstellen, dass sie frei von Abholzung sind.

Der Benchmarking-Prozess ist dynamisch und eine erste Überprüfung ist für 2026 geplant. Als Mitglied der EUDR-Plattform der EU-Kommission wird sich FSC an diesem Prozess beteiligen und die verantwortungsvolle Beschaffung in verschiedenen Ländern unterstützen.

Ressourcen der EU-Kommission

FSC und EUDR

Wo hilft FSC heute schon bei der Erfüllung der EUDR?

Die FSC-Zertifizierung ist ein wirksames Instrument, das Unternehmen hilft, die Sorgfaltspflicht der EUDR zu erfüllen, denn FSC ist führend bei der Entwicklung und Pflege umfassender Risikobewertungen für mehr als 60 Länder, die Aspekte der Legalität, der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit, der Umwandlung/Waldschädigung und genetisch veränderter Bäume umfassen.

Zusammen mit anderen renommierten Organisationen hat FSC die nächste Generation seiner Risikobewertungen entwickelt, um die EUDR-Anforderungen noch gezielter abzudecken. FSC ist seit über 20 Jahren führend in der Durchführung von Risikoanalysen und Risikobewertung.

Die FSC-Zertifizierung hilft außerdem, die Einhaltung der einschlägigen Umwelt- und Sozialvorschriften nachzuweisen

Wie kann FSC Unternehmen helfen, die Einhaltung der einschlägigen ökologischen und sozialen Rechtsvorschriften nachzuweisen?

Die strengen FSC-Standards für die Waldbewirtschaftung verhindern die Abholzung und Schädigung der Wälder. Dies ist auch das Hauptanliegen der EUDR.

Von Anfang an hat FSC strenge soziale Anforderungen zum Schutz der Rechte der Arbeitnehmer, der lokalen Gemeinschaften und der Rechte indigener Völker festgelegt. Insbesondere verlangen die FSC-Prinzipien und -Kriterien die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen Völker zu Bewirtschaftungsentscheidungen. Alle FSC-zertifizierten Waldbesitzer und -bewirtschafter sind außerdem verpflichtet, die Rechte indigener Völker auf Landbesitz, Landnutzung und Zugang zu den Ressourcen, die das Land bietet, anzuerkennen und zu wahren. Die FSC-Zertifizierung kann daher ein wichtiges Instrument sein, um die EUDR-Anforderung an Unternehmen zu erfüllen, Risiken in Bezug auf die Rechte indigener Völker in einem Produktionsland zu bewerten und zu mindern.

Wie kann FSC dazu beitragen, die Sorgfaltspflicht der EUDR zu erfüllen?

Die FSC-Zertifizierung ist ein robustes und wirksames Instrument, das Unternehmen dabei hilft, die Sorgfaltspflichten der EUDR zu erfüllen, sowohl bei der Risikobewertung als auch bei der Risikominderung.

FSC ist führend bei der Entwicklung und Aktualisierung umfassender Risikobewertungen (einschließlich Maßnahmen zur Risikominderung) für mehr als 60 Länder, die Aspekte der Legalität, der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit, der Abholzung und der genetisch veränderten Bäume umfassen. Zusammen mit anderen renommierten Organisationen hat FSC die nächste Generation seiner Risikobewertungen entwickelt, um die EUDR-Anforderungen noch gezielter abzudecken. FSC ist seit über 20 Jahren führend in der Durchführung von Risikoanalysen und Risikobewertung.

Wie kann FSC die Anforderungen an Geolokalisierung und Rückverfolgbarkeit unterstützen?

FSC macht sich neue Technologien zunutze, um die Anforderungen der EUDR an die Geolokalisierung und Rückverfolgbarkeit zu erfüllen.

GIS-Kartierung

Viele FSC-zertifizierte Forstbetriebe stellen bereits Geodaten über FSC-zertifizierte Waldflächen zur Verfügung. FSC arbeitet an der Einführung entsprechender Regeln und Technologien, um die Erfassung von Geodaten aller FSC-zertifizierten Wälder zu unterstützen.

Bei FSC verwenden wir sowohl Daten aus Satellitenbildern als auch Karten aus geografischen Informationssystemen (GIS), um die Wirkungen der Schutzmaßnahmen von Organisationen zu messen. Wir haben das FSC-GIS-Portal entwickelt, eine Geodaten-Webanwendung, die Auditoren weltweit nahezu in Echtzeit über Holzeinschlag oder andere Aktivitäten in Gebieten von Interesse in und um zertifizierte Wälder informiert. Die Geodaten können dann mit Satellitenbildern kombiniert und verwendet werden, um Risiken bei der Prüfung der FSC-Standards besser zu erkennen. Weitere Informationen finden Sie hier auf der Webseite von FSC International.

FSC Trace

Die FSC-Produktkettenzertifizierung stellt sicher, dass Holz und Nichtholzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten, FSC-zertifizierten Wäldern in der gesamten Lieferkette ordnungsgemäß identifiziert werden können. FSC entwickelt momentan das neue System FSC Trace, um die Herkunftsdaten der Produkte entlang der Lieferkette zu übertragen.

Wir nutzen die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie, um die Rückverfolgbarkeit von Materialien und die Einhaltung von Handelsbestimmungen in risikoreichen Lieferketten zu revolutionieren. Blockchain ist eine digitale Technologie, die Transaktionen in einem digitalen Verzeichnis registriert, das nicht verändert werden kann. In Verbindung mit der Datenverschlüsselung ermöglicht dies Auditoren und Regulierungsbehörden, die die Aktivitäten nachgelagerter Marktteilnehmer in der Lieferkette kontrollieren, die Verifizierung und Prüfung vorgelagerter Transaktionen bei gleichzeitigem Schutz der Geschäftsgeheimnisse.

FSC International hat mit der schrittweisen Einführung von FSC Trace für Zertifikatsinhaber begonnen, die sich entweder als Early Adopters registriert oder das Formular für prioritären Zugang ausgefüllt haben. Alle FSC-Lizenznehmenden werden unverzüglich informiert, sobald ein verbindlicher Termin für die vollständige Öffnung von FSC Trace feststeht.  Weitere Informationen finden Sie hier auf der Webseite von FSC International.

Wer stellt sicher, dass die FSC-Lösungen auch von der EU anerkannt werden?

FSC arbeitet konstruktiv mit den politischen Entscheidungsträgern der EU zusammen und ist aktives Mitglied der EUTR/EUDR-Multi-Stakeholder-Plattform der EU-Kommission.

FSC arbeitet entschlossen mit der Europäischen Kommission, den zuständigen Behörden, Unternehmen, NGOs und anderen Interessengruppen zusammen, um robuste, gerechte und transparente Lieferketten sicherzustellen, die die Wälder der Welt erhalten.

Wie wird sichergestellt, dass die Anpassung des FSC Regelwerks an die EUDR nicht neue irrelevante Regeln für nicht betroffene Zertifikatshalter umfasst?

Die Auswirkungen und Erwartungen an das FSC-System (normativ, infrastrukturell und Sicherheit/Akkreditierung) werden zurzeit umfangreich evaluiert. Die Erprobung von Ideen und Lösungen erfolgt durch Pilotprojekte im Rahmen einer Mitgliedschafts- und Stakeholderbeteiligung.
EUTR

Was passiert mit der EU-Holzverordnung (EUTR)?

Durch die EUDR wird die EU-Holzhandelsverordnung Nr. 995/2010 (EUTR) mit Wirkung vom 30. Dezember 2025 aufgehoben. Allerdings gilt die EUTR für eine Übergangszeit weiterhin für Holz und Holzerzeugnisse, die vor dem 29. Juni 2023 erzeugt wurden und zwischen dem 30. Dezember 2025 und dem 31. Dezember 2028 in Verkehr gebracht werden. Für diese Produkte gelten bis Ende 2028 die bisherigen EUTR-Vorgaben. Ab dem 1. Januar 2029 müssen auch sie den Anforderungen der EUDR entsprechen. Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Prüfbehörde.

FSC und EUDR: Gemeinsam für verantwortungsvolle Waldwirtschaft

Die EUDR und die Mission von FSC „Wälder für immer für alle“ berstärken sich gegenseitig. Mit Hilfe von FSC können sowohl große als auch kleine Betriebe die Anforderungen der EUDR leichter erfüllen.

Kontakt zu FSC Deutschland:

Schicken Sie Ihre Fragen und Anliegen an unsere spezielle Mailadresse: eudr@fsc-deutschland.de

 

Kontakt zum FSC-EUDR-Team:

Schicken Sie Ihre Fragen und Anliegen an unsere spezielle Mailadresse: EUDR@fsc.org.
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