Revision der COC-Standards
Seit Juli 2022 befindet sich das Regelwerk rund um die FSC Chain of Custody (COC) in der Revision. Der Revisionsprozess beinhaltet verschiedene Schritte von der Konzeptions- über verschiedene Entwurfsphasen bis hin zum geplanten Inkrafttreten im Juli 2027. Wie ein solcher Revisionsprozess abläuft und an welchen Stellen sich Stakeholder beteiligen und einbringen können, erklärt diese Seite.
Geben Sie im Mai ein zweites Mal Feedback
Konsultation zum zweiten Entwurf des Chain-of-Custody-Standards
Voraussichtlich vom 1. bis zu 31. Mai.2026 haben Interessierte die Möglichkeit, sich bei der zweiten Konsultation über die vorgeschlagenen Änderungen im Chain-of-Custody-Regelwerk zu informieren und Rückmeldungen zum zweiten Entwurf zu geben.
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Warum eine Revision?
Seit der letzten vollständigen Revision haben sich die Märkte und forstbasierten Produkte stark verändert. Eine Überarbeitung der CoC-Regelwerke stellt sicher, dass die Standards weiterhin den Anforderungen der Industrie gerecht werden und gleichzeitig die Integrität der Lieferkette erhalten bleibt.
Da das CoC-Regelwerk aus vielen verschiedenen Komponenten besteht, die eng miteinander verknüpft sind, wird es als „Gesamtpaket“ überarbeitet. Das ermöglicht den zertifizierten Betrieben und Zertifizierungsstellen eine einmalige und nicht bei jeder Überarbeitung der einzelnen Standards eine neue Umstellung.
Kernziele des Revisionsprozesses
Die vier Kernziele des Revisionsprozesses sind:
- Entwicklung prägnanter und relevanter COC-Anforderungen, die von allen COC-Stakeholder umsetzbar sind
- Überarbeitung der herausforderndsten Anforderungen für kleine und mittlere Unternehmen (Schwerpunkte: Aufzeichnungen zu FSC-Material- und -Produkten, Outsourcing und Kernarbeitsnormen)
- Harmonisierung der COC-Anforderungen mit anderen FSC-Anforderungen sowie einschlägigen lokalen, nationalen und internationalen Rechtsvorschriften
- Maximale Systemintegrität bei gleichzeitigem Ausbau von risikobasierten Ansätzen und der Integration von weiteren Risiko-Dimensionen in das COC-System
>> Bericht zur konzeptionellen Phase der COC-Revision (Englisch)
Zeitplan der COC-Revision
Dieser Zeitplan gibt einen Überblick über die verschiedenen Phasen des Revisionsprozesses, von der konzeptionellen Phase, über die Entwurfsphase bis hin zum Datum des Inkrafttretens. Falls mehr Zeit benötigt wird, um die Qualität der Arbeit nicht zu gefährden, können die Konsultationstermine verschoben werden.
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Diese Themen bewegen Chain of Custody Stakeholder in Deutschland und Österreich
Bürokratie abbauen: Etablierung von Maßnahmen zur Berücksichtigung von Unternehmenskomplexität
- Technologische Veränderungen in Unternehmen berücksichtigen und zur Optimierung der COC Prozessabläufe nutzen
- Datenverarbeitung und -übertragung in der Wertschöpfungskette weiter vereinfachen und ausbauen
- Die Prüfung von Verkaufs- & Lieferdokumenten sollten einfacher und automatisierte Prozesse anerkannt werden
- Die Verfahren rund um nicht-konforme-Produkte sollten einfach werden
- Die Nutzung der FSC-Marke (Trademark-Licence Agreement) muss einfacher werden
Mehr Übersichtlichkeit & Beständigkeit
- Zusammenfassung von Standards, Advice Notes und Interpretationen
- Wunsch nach einem beständigem Regelwerk mit fixen Integrationsintervallen, eindeutigen Kommunikationskanälen und verringerten Sprachbarrieren
Balance zwischen Interpretationsspielraum und Klarheit des Regelwerks verbessern
- Mehr Klarheit im Geltungsbereich des Outsourcings und der Kernarbeitsnormen
- Reduktion von „Doppelchecks“ um Arbeitsaufwand zu reduzieren z.B. durch bessere Definitionen von Verantwortlichkeiten innerhalb der Lieferkette
Risikobasierte Ansätze ausbauen (u.a. Audits) und Modulbauweisen testen
- Komplexitätsreduktion für ressourcenarme Unternehmen
Umfang und zulässige Materialien für FSC-Claims ausbauen
- Zukünftige Entwicklungen im Bereich Kreislaufwirtschaft berücksichtigen
- Die Verwendung von wiederverwertetem Material ausbauen
Anpassungen an neue gesetzliche Anforderungen vornehmen
- EUDR
- CSRD Meldepflichten
- Weitere zukünftige europäische Regularien
Hintergründe zur COC-Revision
Was ist das Besondere?
Das Chain of Custody Regelwerk wird im regulären Prozessverfahren erneuert. Es ist das erste Mal, dass das neue reguläre Verfahren nach FSC-PRO-01-001 (Development and Revision of FSC Normative Documents) angewendet wird. FSC-PRO-01-001 wurde kürzlich überarbeitet und enthält viele neue Aspekte:
- Die Einführung einer vorgeschalteten “konzeptionellen Phase”
- Die Optionen, öffentliche, aber auch fokussierte Konsultationen umzusetzen
- Die Wirkungsorientierung ist fundamentaler Bestandteil der Zielsetzung
- Es gibt verschlankte Entscheidungsprozesse und
- Praxistests zur Überprüfung der Anpassungen.
Die konzeptionelle Phase
Die Revision beginnt mit der konzeptionellen Phase. Die drei wichtigsten Aspekte im Überblick:
- Prozesseinbindung: Bereits zu Beginn des Revisionsprozesses, noch vor der Einrichtung einer technischen Working Group, werden Interessengruppen aktiv eingebunden. Es wird umfangreiches Konsultationsmaterial gesammelt, woraufhin der Review-Report (s.u) entsteht.
- Konsultation: Der Höhenpunkt dieser Phase ist die Konsultation zur konzeptionellen Phase. Es ist die wesentliche Gelegenheit für Stakeholder, das Ergebnis der Revision auch strategisch zu steuern. Damit endet die konzeptionelle Phase und es entsteht der finale Konsultationsbericht.
- Ergebnis: Zuletzt werden die gesammelten zu erzielenden Wirkungen (eng.: Outcomes) der Revision unter Punkt „Ergebnis“ in der Aufgabenstellung, den sog. „Terms of Reference, TOR“ niedergeschrieben. Die Formulierung der Outcomes und der dafür benötigten konzeptionellen Änderungen steht im Vordergrund.
Der Review Report
Der Kick-off der konzeptionellen Phase ist der Review Report. Er wird zu Beginn des Revisionsprozesses auf Basis einer internationalen Konsultation aller Interessengruppen erstellt. Er bildet die Grundlage für die Beurteilung, ob eine Revision notwendig ist. Ist die Antwort positiv, bildet der Review Report die erste Datengrundlage für den anschließenden Revisionsprozess. Im Falle der CoC-Revision enthält er folgende Ergebnisse bzw. Forderungen:
- Die Komplexität des/der Standards sollte adressiert werden
- Es braucht die Einbindung von risiko-orientierten Ansätzen
- Vereinfachung für Kleinunternehmen
- Die Änderungen / Neuerungen sollten auf der Grundlage von Folgenabschätzungen (impact assessments) und Praxistests erfolgen
- Es braucht Wirkungsorientierung und risikobasierte Auditierung bei den FSC Kernarbeitsnormen
- Was ist mit der Einbindung relevanter Elemente bei den ‘False Claims’ Advice Notes?
Ihr Ansprechpartner bei Fragen zur FSC CoC-Revision oder zu Beteiligungsmöglichkeiten:
Team bei FSC Deutschland
Tel: 0761 38653 50
info@fsc-deutschland.de
Für FSC in Österreich: Julia Köberl
julia.koeberl@at.fsc.org



