Revision der CoC-Standards

Seit Juli 2022 befindet sich das Regelwerk rund um die FSC Chain of Custody (CoC) in der Revision. Der Revisionsprozess beinhaltet verschiedene Schritte von der Konzeptions- über verschiedene Entwurfsphasen bis hin zum geplanten Inkrafttreten im Juli 2026. Wie ein solcher Revisionsprozess abläuft und an welchen Stellen sich Stakeholder beteiligen und einbringen können, erklärt diese Seite.

Aktuelles

Internationale Konsultation zur konzeptionellen Phase (im Sommer 2024)

Falls Sie sich nur für die internationale Konsultation Mitte August 2024 interessieren und diese nicht verpassen möchten, können Sie sich für den technischen Newsletter bei FSC International anmelden. Die internationale Konsultation ist der Höhepunkt der konzeptionellen Phase. Zusammen mit den Themensammlungen aus den anderen deutschsprachigen Beteiligungsmöglichkeiten ist sie das Fundament für die „Terms of Reference“ (Geschäftsordnung) des COC Revisionsprozesses.

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Warum eine Revision?

Seit der letzten vollständigen Revision haben sich die Märkte und forstbasierten Produkte stark verändert. Eine Überarbeitung der CoC-Regelwerke stellt sicher, dass die Standards weiterhin den Anforderungen der Industrie gerecht werden und gleichzeitig die Integrität der Lieferkette erhalten bleibt.

Da das CoC-Regelwerk aus vielen verschiedenen Komponenten besteht, die eng miteinander verknüpft sind, wird es als „Gesamtpaket“ überarbeitet.

Zeitplan der COC-Revision

Dieser Zeitplan gibt einen Überblick über die verschiedenen Phasen des Revisionsprozesses, von der konzeptionellen Phase, über die Entwurfsphase bis hin zum Datum des Inkrafttretens. Falls mehr Zeit benötigt wird, um die Qualität der Arbeit nicht zu gefährden, können die Konsultationstermine verschoben werden.

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Aktueller Themenstand

Anbei ist die aktuelle konsolidierte internationale Themenübersicht für die COC Revision zu sehen. Sie fasst alle Themen zusammen, die bisher während der konzeptionellen Phase aufkamen und kombiniert diese mit den strategischen Zielen von FSC.

Diese Themen bewegen Chain of Custody Stakeholder in Deutschland und Österreich

Folgende Themen sind den FSC-Stakeholdern in der DACH-Region wichtig (Stand 04/2024) angesprochen. Erhoben wurden sie während der konzeptionellen Phase in vielfältigen Beteiligungsformaten.

Bürokratie abbauen: Etablierung von Maßnahmen zur Berücksichtigung von Unternehmenskomplexität

  • Technologische Veränderungen in Unternehmen berücksichtigen und zur Optimierung der COC Prozessabläufe nutzen
  • Datenverarbeitung und -übertragung in der Wertschöpfungskette weiter vereinfachen und ausbauen
  • Die Prüfung von Verkaufs- & Lieferdokumenten sollten einfacher und automatisierte Prozesse anerkannt werden
  • Die Verfahren rund um nicht-konforme-Produkte sollten einfach werden
  • Die Nutzung der FSC-Marke (Trademark-Licence Agreement) muss einfacher werden

Mehr Übersichtlichkeit & Beständigkeit

  • Zusammenfassung von Standards, Advice Notes und Interpretationen
  • Wunsch nach einem beständigem Regelwerk mit fixen Integrationsintervallen, eindeutigen Kommunikationskanälen und verringerten Sprachbarrieren

Balance zwischen Interpretationsspielraum und Klarheit des Regelwerks verbessern

  • Mehr Klarheit im Geltungsbereich des Outsourcings und der Kernarbeitsnormen
  • Reduktion von „Doppelchecks“ um Arbeitsaufwand zu reduzieren z.B. durch bessere Definitionen von Verantwortlichkeiten innerhalb der Lieferkette

Risikobasierte Ansätze ausbauen (u.a. Audits) und Modulbauweisen testen

  • Komplexitätsreduktion für ressourcenarme Unternehmen

Umfang und zulässige Materialien für FSC-Claims ausbauen

  • Zukünftige Entwicklungen im Bereich Kreislaufwirtschaft berücksichtigen
  • Die Verwendung von wiederverwertetem Material ausbauen

Anpassungen an neue gesetzliche Anforderungen vornehmen

  • EUDR
  • CSRD Meldepflichten
  • Weitere zukünftige europäische Regularien

Alle bisher gesammelten Anliegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie im COC-Forum.

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Hintergründe zur COC-Revision

Was ist das Besondere?

Das Chain of Custody Regelwerk wird im regulären Prozessverfahren erneuert. Es ist das erste Mal, dass das neue reguläre Verfahren nach FSC-PRO-01-001 (Development and Revision of FSC Normative Documents) angewendet wird. FSC-PRO-01-001 wurde kürzlich überarbeitet und enthält viele neue Aspekte:

  • Die Einführung einer vorgeschalteten “konzeptionellen Phase
  • Die Optionen, öffentliche, aber auch fokussierte Konsultationen umzusetzen
  • Die Wirkungsorientierung ist fundamentaler Bestandteil der Zielsetzung
  • Es gibt verschlankte Entscheidungsprozesse und
  • Praxistests zur Überprüfung der Anpassungen.

Die konzeptionelle Phase

Die Revision beginnt mit der konzeptionellen Phase. Die drei wichtigsten Aspekte im Überblick:

  • Prozesseinbindung: Bereits zu Beginn des Revisionsprozesses, noch vor der Einrichtung einer technischen Working Group, werden Interessengruppen aktiv eingebunden. Es wird umfangreiches Konsultationsmaterial gesammelt, woraufhin der Review-Report (s.u) entsteht.
  • Konsultation: Der Höhenpunkt dieser Phase ist die Konsultation zur konzeptionellen Phase. Es ist die wesentliche Gelegenheit für Stakeholder, das Ergebnis der Revision auch strategisch zu steuern. Damit endet die konzeptionelle Phase und es entsteht der finale Konsultationsbericht.
  • Ergebnis: Zuletzt werden die gesammelten zu erzielenden Wirkungen (eng.: Outcomes) der Revision unter Punkt „Ergebnis“ in der Aufgabenstellung, den sog. „Terms of Reference, TOR“ niedergeschrieben. Die Formulierung der Outcomes und der dafür benötigten konzeptionellen Änderungen steht im Vordergrund.

Der Review Report

Der Kick-off der konzeptionellen Phase ist der Review Report. Er wird zu Beginn des Revisionsprozesses auf Basis einer internationalen Konsultation aller Interessengruppen erstellt. Er bildet die Grundlage für die Beurteilung, ob eine Revision notwendig ist. Ist die Antwort positiv, bildet der Review Report die erste Datengrundlage für den anschließenden Revisionsprozess. Im Falle der CoC-Revision enthält er folgende Ergebnisse bzw. Forderungen:

  • Die Komplexität des/der Standards sollte adressiert werden
  • Es braucht die Einbindung von risiko-orientierten Ansätzen
  • Vereinfachung für Kleinunternehmen
  • Die Änderungen / Neuerungen sollten auf der Grundlage von Folgenabschätzungen (impact assessments) und Praxistests erfolgen
  • Es braucht Wirkungsorientierung und risikobasierte Auditierung bei den FSC Kernarbeitsnormen
  • Was ist mit der Einbindung relevanter Elemente bei den ‘False Claims’ Advice Notes?
Ihr Ansprechpartner bei Fragen zur FSC CoC-Revision oder zu Beteiligungsmöglichkeiten:

Für Deutschland: Lukas Pabst
Manager Marktservice & Chain of Custody
Tel: 0761 38653 65
lukas.pabst@fsc-deutschland.de

Für Österreich: Julia Köberl
julia.koeberl@at.fsc.org

Links und Dokumente

FSC-STD-40-004 Chain of Custody Certification  (40-003 & 40-007)
FSC-STD-20-011 Chain of Custody Evaluations