4 Jun, 2024

Integrität von FSC-Teakholz-Lieferketten in Afrika

Ergebnisse der Untersuchung von Verkaufs- und Einkaufsdaten von FSC-zertifiziertem Afrormosi liegen vor

Die vorläufigen Ergebnisse der Transaktionsüberprüfungsschleife für FSC-zertifiziertes Afrormosia zeigen Integritätsrisiken, die weitere Untersuchungen erfordern. Die Analyse der Transaktionsdaten zeigt, dass die deklarierten Verkaufs- und Einkaufsdaten einzelner Zertifikatsinhaber nicht übereinstimmen.

Der Forest Stewardship Council (FSC) und Assurance Services International (ASI) starteten die Transaktionsüberprüfung von Afrormosia im Juli 2023. Darin sollten Handelsmuster und -mengen von zertifiziertem Afrormosia (Pericopsis elata) und verwandten Produkten in globalen Lieferketten ermittelt werden. In den Geltungsbereich der Überprüfung fielen vier Inhabende von FSC-Waldbewirtschaftungszertifikaten (engl. Forest management (FM)) aus Afrika und 169 Produktkettenzertifikatsinhabende (engl. Chain of Custody (COC)) aus der ganzen Welt.

Neben der Transaktionsüberprüfung führte ASI auch eine Untersuchung zu Betrug bei der Waldinventur durch. Dazu wurden vom 21. November bis zum 6. Dezember 2023 Daten aus drei Konzessionen mit FSC-FM-Zertifikat in Kamerun und der Republik Kongo gesammelt. ASI verglich anschließend das gesamte von den FSC-zertifizierten Forstbetrieben produzierte Holzvolumen mit der Gesamtmenge des verkauften zertifizierten Rundholzes und überprüfte die Herkunft des Holzes.

Einige der wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse der Transaktionsdaten sind:

  • Alle vier FM-Zertifikatsinhabende beliefern in Übereinstimmung mit der nationalen Gesetzgebung eigene Verarbeitungsbetriebe mit FSC-COC-Zertifikat. FSC-zertifiziertes Rundholz ging somit vollständig an die entsprechenden Handelspartner.
  • Ein großer Teil des von den Zertifikatsinhabenden gemeldeten Gesamtvolumens entfällt auf Holz aus kontrollierten Quellen (Controlled Wood).
  • Obwohl die FSC-Standards es den Zertifikatsinhabenden nicht erlauben, Holz aus kontrollierten Quellen an Unternehmen ohne FSC-Zertifikat zu verkaufen, haben solche Verkäufe stattgefunden. Sie stellen einen Verstoß gegen den FSC-COC-Standard (FSC-STD-40-004-V3-1, Abschnitt 5.6) dar.
  • Einige Zertifikatsinhabende handelten zudem mit FSC-zertifiziertem Afrormosia, obwohl diese Holzart nicht im Geltungsbereich ihres Zertifikats enthalten ist.

In der nächsten Phase der Transaktionsüberprüfung wird ASI die aufgedeckten potenziellen Mengenabweichungen überprüfen. ASI wird auch eine tiefere Untersuchung bestimmter Lieferketten durchführen, in denen Integritätsrisiken identifiziert wurden. Für weitere Informationen zur Transaktionsüberprüfung klicken Sie bitte hier.

Diese Meldung basiert auf der Stellungnahme von FSC International. Das Original können Sie hier auf Englisch nachlesen.

 

Julia Springmann