© Bernd Jorkisch GmbH & Co. KG
„Wir wollten ein Zeichen setzen“
Unternehmer Bernd Jorkisch erzählt, warum er sich schon vor mehr als 25 Jahren für FSC entschied
In der Interviewreihe „Drei Fragen an…“ sprechen wir mit Menschen, die sich für verantwortungsvolle Waldwirtschaft nach den Prinzipien des FSC engagieren. Diesmal im Gespräch: Bernd Jorkisch, Geschäftsführer der Bernd Jorkisch GmbH & Co. KG. Unter der Marke Joda® vertreibt das Unternehmen FSC-zertifizierte Holzprodukte vor allem für Haus und Garten.
Herr Jorkisch, 1999 gehörten Sie zu den ersten Holzhandels- und Holzverarbeitungsunternehmen in Deutschland mit FSC-COC-Zertifizierung. Was hat Sie damals zu diesem Schritt bewogen?
Eines der Geschäftsfelder unseres Unternehmens war immer die Rohholzernte und der Rohholzhandel. Insofern waren wir der Thematik Nachhaltigkeit im Zusammenhang des Waldes stets verbunden. Da die FSC-Zertifizierung auch von NGOs wie beispielsweise dem WWF unterstützt wird, war es für uns die logische Konsequenz, FSC zu fördern. Wir wollten ein Zeichen setzen und die Idee einer verantwortungsvollen Holznutzung in ein positives Licht rücken.
Heute, mehr als 25 Jahre später: Wo zeigt sich für Sie der größte Mehrwert der FSC-Zertifizierung?
FSC verbindet in seinem Standard zur Waldbewirtschaftung Ökologie, Ökonomie und Soziales. Weil diese drei Säulen in unserem Unternehmensleitbild schon immer fest verankert waren, erhöht die FSC-Zertifizierung unsere Glaubwürdigkeit beim korrekten Umgang mit dem Rohstoff und zahlt auf unser Image, Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft zu tragen, spürbar ein.
Rückblickend sind Sie mit dieser frühen Entscheidung zum Vorreiter geworden. Welche Eigenschaften braucht es, um 25 Jahre lang dabeizubleiben – trotz Marktschwankungen und steigender Anforderungen? Was würden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern raten, die sich heute mit Nachhaltigkeitszertifizierungen befassen?
Wir sind die Zertifizierungsthematik von Anfang an mit Überzeugung angegangen und haben auch in der Aufbauphase von FSC Deutschland aktiv unterstützt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass mit Enttäuschungen umgegangen werden musste, weil beispielsweise zertifiziertes Holz Kosten und Aufwand bedeuteten, was im Markt preislich nicht gewürdigt wurde. Aber aufgeben war keine Option. Es war absehbar, dass die Bedeutung von Zertifizierung in der Waldwirtschaft wachsen würde.
Jungen Unternehmen ist auf jeden Fall zu raten, sich ganzheitlich mit der Nachhaltigkeit und der diesbezüglichen Zertifizierung auseinanderzusetzen. Ohne ein solches Engagement wird ein junges Unternehmen auf Dauer weder wettbewerbsfähig noch zukunftsfähig sein. Unsere Firma hat sich beispielsweise einem nächsten Schritt geöffnet: Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Lübeck arbeiten wir an einem Forschungsprojekt zur funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Holzbau – mit Blick auf ReUse von Holzbaumaterialien und Recyclingtechnologien.
