Anlässlich des Jubiläums überreicht Elmar Seizinger, Leiter des Waldbereichs bei FSC Deutschland, die Urkunde an Freiburgs Bürgermeisterin Christine Buchheit. © FSC Deutschland
Während der Waldexkursion gaben Elmar Seizinger (FSC Deutschland), Revierförster Markus Müller und Berno Menzinger (stellv. Forstamtsleitung) Einblicke in die Anwendung der FSC-Standards vor Ort. © FSC Deutschland
Freiburg schreibt Forstgeschichte
Erster FSC-zertifizierte Stadtwald in Baden-Württemberg feiert 25 Jahre
Vor über 25 Jahren schrieb Freiburg Forstgeschichte: Der Stadtwald war 1999 der erste Forstbetrieb in Baden-Württemberg, der sich nach den anspruchsvollen Prinzipien von FSC® zertifizieren ließ. Heute umfasst der Stadtwald 5.196 Hektar und ist Vorbild für ökologisch, wirtschaftlich und sozial verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung.
Anlässlich des Jubiläums der FSC-Zertifizierung im Stadtwald Freiburg trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von FSC Deutschland und der Stadt Freiburg am Opfinger See, wo Elmar Seizinger (Leiter Waldbereich bei FSC Deutschland) Bürgermeisterin Christine Buchheit die Jubiläumsurkunde überreichte. Bei ihrer Begrüßung unterstrich Buchheit die Bedeutung der FSC-Zertifizierung für die Stadtwaldbewirtschaftung: „Die FSC-Zertifizierung ist in der Freiburger Waldkonvention als eines von zehn zentralen Instrumenten der Stadtwaldbewirtschaftung verankert. Sie hilft uns dabei, unsere anspruchsvollen Ziele bei der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes, der nachhaltigen Holznutzung und dem Klimaschutz zu erreichen.“
Seizinger betonte bei der Übergabe: „Die FSC-Zertifizierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Prozess, der von Dialog lebt. Stadtrat, Forstamt sowie Bürgerinnen und Bürger sind im permanenten Austausch. Die Zertifizierung belegt aber vor allem die hohe Qualität des Waldmanagements in Freiburg.“
Kompass und Qualitätssiegel zugleich
Auch der stellvertretende Leiter des städtischen Forstamts Freiburg, Berno Menzinger, zieht eine erfolgreiche Bilanz: „Die permanente Auseinandersetzung mit den Zertifizierungskriterien hilft uns immer wieder unsere Waldbewirtschaftung weiterzuentwickeln. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir zum Beispiel der komplette Verzicht auf Insektizide bei der Holzkonservierung und die damit verbundene Herausforderung die Logistik-Kette entsprechend auszubauen, um das vom Käfer befallene Holz schnell aus dem Wald zu bekommen. Oder das Verbot der flächigen Befahrung der Waldböden und der ausschließliche Einsatz von biologisch abbaubaren Kraftstoffen und Hydraulikölen. Die damit verbundenen Diskussionen mit den bei uns im Wald tätigen Waldarbeitern, Selbstwerbern und Unternehmern führten immer wieder zur konstruktiven Auseinandersetzung mit der Frage wie nachhaltige Forstwirtschaft und ökologische Standards funktionieren können.
Von der ersten Stunde an mit dabei war Wolfram Kotzurek, er führte das erste Audit in Freiburg durch und erinnert sich: „Das war damals eine sehr mutige Entscheidung, als erste FSC-Kommune in Baden-Württemberg zu starten, denn es war eine Zeit, in der der Staatswald dem Konzept noch kritisch gegenüberstand.“
Mit seinem Pioniergeist hat Freiburg früh gezeigt, dass verantwortungsvolles Waldmanagement nicht nur ökologisch, sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich Zukunft hat.
Im Rahmen des Jubiläums fand eine Exkursion für alle Interessierten statt, bei der die Referenten Elmar Seizinger, Berno Menzinger und Markus Müller (Leiter Revier Opfingen und WaldHaus Freiburg) veranschaulichten, wie sich Naturschutz, Holznutzung und gesellschaftliche Ansprüche im Freiburger Stadtwald verbinden lassen.
