13 Dez, 2023

FSC fördert Kleinbetriebe bei der Einhaltung der EUDR

Indigene Gemeinschaften, Kleinerzeugerinnen und Kleinerzeugern sowie Familienunternehmen profitieren bei der Erfüllung der EUDR von langjähriger FSC-Erfahrung

Die neue EU-Verordnung zur Vermeidung von Entwaldung (EUDR) trat im Juni 2023 in Kraft. Die Norm stellt strenge Anforderungen an Unternehmen, um sicherzustellen, dass ihre Lieferketten entwaldungsfrei und verantwortungsvoll bewirtschaftet sind. Der Nachweis verantwortungsvoller Landnutzung und Waldbewirtschaftung deckt sich in vielen Teilen mit dem FSC-System. Die EUDR stellt jedoch zusätzliche Anforderungen an die Geolokalisierung und Rückverfolgbarkeit; zwei Merkmale, an deren technischen Umsetzung FSC arbeitet.

Für Kleinbetriebe ist die Einhaltung dieser Vorschriften besonders aufwändig. Indigene Gemeinschaften, Kleinanbauer:innen und Wälder im Familienbesitz treffen bei der Erfüllung der Anforderungen der EUDR auf ähnliche Herausforderungen wie bei einer FSC-Zertifizierung. Dazu zählen die Anzahl und Komplexität der Anforderungen, der Mangel an technischen Kapazitäten und die Kosten. Seit 30 Jahren arbeitet FSC mit Kleinanbauer:innen zusammen, um sie bei der Umsetzung verantwortungsvoller Waldwirtschaft zu unterstützen und ihnen den Marktzugang zu erleichtern. Die FSC-Strategien zur Einhaltung der Sorgfaltspflicht, der Rückverfolgbarkeit, der Dokumentation und zum Kapazitätsaufbau können auch für die Einhaltung der EUDR genutzt werden.

Die FSC-Instrumente für Besitzende kleiner Waldflächen unterstützen die Einhaltung der EUDR durch:

  • Aufbau von Kapazitäten: FSC bietet Kleinbetrieben Anleitung und Schulung zu den Praktiken verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung und hilft ihnen so, die EUDR-Anforderungen effektiv umzusetzen. Dabei geht es um spezifische Aspekte der Waldbewirtschaftung, umfassende Schulungen zum nationalen FSC-Standard, die Ermittlung von Markt- und Ressourcenvorteilen etc.
  • Vorteile für die Gemeinschaft: Bei einer FSC-Zertifizierung geht es nicht nur um die Umwelt. Sie legt den Schwerpunkt auf das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften und die Rechte der indigenen Völker. Kleinanbauer:innen können diesen Aspekt der FSC-Zertifizierung nutzen, um ihr Engagement für das Wohlergehen ihrer Gemeinden unter Beweis zu stellen. Dies stimmt mit dem Schwerpunkt der EUDR auf sozialer Verantwortung überein.
  • Risikominderung: Die EUDR führt eine strenge Sorgfaltspflicht für Unternehmen ein, um die Produkte, die mit Abholzung in Verbindung stehen, vom EU-Markt auszuschließen. Die FSC-Zertifizierung bietet Kleinbetrieben einen strukturierten Rahmen mit vielen Möglichkeiten für Gemeinschafts- und Familienwälder, zusätzlich zu den angekündigten technischen Lösungen zur Erfüllung der EUDR. Damit stellen diese sicher, dass ihre Bewirtschaftungspraktiken mit den Nachhaltigkeitsstandards und dem Verbot von Entwaldung übereinstimmen.
  • Austausch: Kleinanbauer:innen können von der kollektiven Kraft von FSC profitieren. Durch den Beitritt zu Erzeugergemeinschaften oder Kooperativen können Kleinanbauer:innen ihre Ressourcen bündeln, Wissen austauschen und gemeinsam die Komplexität der Zertifizierung und der Einhaltung von Vorschriften meistern. Durch den Einsatz von Instrumenten wie dem FSC-Standard für Waldbewirtschaftungsgruppen kann dieser kollaborative Ansatz eine kostengünstige Möglichkeit für Kleinanbauer:innen sein, die EUDR-Anforderungen zu erfüllen.
  • Überwachung und Compliance: Im Rahmen des FSC-Systems durchlaufen Unternehmen Kontrollen durch unabhängige Dritte, um die Einhaltung der FSC-Standards zu gewährleisten. Die Audits helfen Kleinbetrieben, ihre Zertifizierung aufrechtzuerhalten und die Anforderungen der EU-Verordnungen zu erfüllen.
    Gemeinsam vorankommen

Auch wenn die FSC-Zertifizierung Kleinbetrieben im Rahmen der EUDR erhebliche Unterstützung bietet, bleiben Herausforderungen bestehen. Kleinanbauer:innen arbeiten oft in abgelegenen Gebieten mit begrenztem Zugang zu Informationen und Ressourcen. Der Zertifizierungsprozess kann zusätzlich mit Mehrkosten verbunden sein, die kleine Betriebe mehr herausfordern als große Unternehmen. Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und FSC müssen Kleinanbauer:innen maßgeschneiderte Hilfe, Subventionen und technische Unterstützung zur Verfügung stellen.

Die EUDR-Gesetzgebung ist ein entscheidender Schritt zur Bekämpfung der Entwaldung und zur Förderung einer nachhaltigen Lieferkette. Die FSC-Zertifizierung kann für Kleinanbauer:innen ein wichtiges Bindeglied zur Orientierung an einer verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung sein. FSC hilft Kleinanbauer:innen, sich in der Komplexität der EUDR zurechtzufinden und gleichzeitig verantwortungsvolle Waldbewirtschaftungspraktiken zu fördern.

Erkunden Sie die FSC-Toolbox: journeytofsc.org

Erfahren Sie hier mehr über die FSC-Lösungen für Kleinanbauer:innen: https://fsc.org/en/managers-of-small-community-forests

Diese Meldung basiert auf der Stellungnahme von FSC International. Das Original können Sie hier auf Englisch nachlesen.

Julia Springmann