FSC-zertifizierte Bürsten
24 Juni, 2025

„Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Standards bestärkt uns“

Drei Fragen an Stev Schumann des Besen- und Bürsten-Herstellers BÜMAG eG

In unserem Format „Drei Fragen an“ sprechen wir mit Menschen, die sich tagtäglich für Waldschutz und verantwortungsvolle FSC-Waldwirtschaft engagieren. Dieses Mal mit Stev Schumann. Er wird zum Juli 2025 Geschäftsführer der BÜMAG eG und folgt damit auf Andreas Rauh, der zuvor 38 Jahre die Geschäfte leitete. Schumann war bislang unter anderem für die Zertifizierungen beim Besen- und Bürsten-Hersteller zuständig und spricht im Interview darüber, wie sich Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit erfolgreich miteinander verbinden lassen.

BÜMAG eG ist seit 25 Jahren FSC-zertifiziert – was hat Sie damals zu diesem Schritt bewogen, und was motiviert Sie bis heute, dabei zu bleiben?

Schon Mitte der 1990er-Jahre war uns klar: Verantwortung für Mensch und Natur ist kein Trend, sondern ein Grundprinzip. Die FSC-Zertifizierung war für uns ein konsequenter Schritt, um unsere Lieferketten transparent und ökologisch verträglich zu gestalten.
Bis heute bleiben wir dabei, weil der FSC-Standard für Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und internationale Anerkennung steht – Werte, die auch unseren eigenen Überzeugungen entsprechen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der FSC-Standards bestärkt uns, diesen Weg langfristig weiterzugehen.

Wie nehmen Ihre Kundinnen und Kunden das FSC-Kennzeichen wahr? Hat sich die Nachfrage nach zertifizierten Produkten im Laufe der Jahre verändert?

Das Bewusstsein bei unseren Kundinnen und Kunden ist heute deutlich ausgeprägter als vor 25 Jahren. Während das FSC-Kennzeichen früher eher erklärungsbedürftig war, gilt es heute als anerkannter Beleg für nachhaltige Herkunft.
Gerade in den letzten Jahren stellen wir fest, dass die Nachfrage nach FSC-zertifizierten Produkten stetig steigt – nicht nur bei großen Handelsketten, sondern auch bei mittelständischen Partnern. Nachhaltigkeit ist inzwischen ein fester Bestandteil der Einkaufskriterien geworden.

Wie schaffen Sie es, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit unter dem zunehmenden Preisdruck in Einklang zu bringen?

Nachhaltigkeit verstehen wir nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.
Natürlich ist der Preisdruck spürbar – aber durch effiziente Prozesse, strategischen Einkauf und die klare Positionierung als verantwortungsbewusster Anbieter können wir uns im Markt behaupten. Immer mehr Kundinnen und Kunden sind bereit, für nachvollziehbare Nachhaltigkeit auch einen fairen Preis zu zahlen.

 

Franziska Becker