FSC-Projektzertifizierung

Neue Lösung für FSC-Aussagen zu Bauvorhaben: Neuer FSC-Projektzertifizierungsstandard ab 04. November 2019

Öffentliche Beschaffung mit FSC-zertifiziertem Holz (© FSC Dänemark)© FSC DänemarkDie Projektzertifizierung ist eine spezifische Form der Chain of Custody (CoC)-Zertifizierung für die Herstellung eines einzigartigen Objekts (z.B. eines Gebäudes oder eines Bootes), für das FSC-zertifizierte Produkte verwendet werden. Der Standard (FSC-STD-40-006) regelt Situationen, für den Fall, dass nicht alle an einem bestimmten Projekt beteiligten Parteien zertifiziert sind, auch wenn die verwendeten holzbasierten Materialien selbst durch die FSC-CoC-Zertifizierung abgedeckt sind.

Voraussetzungen:

  • Die Unternehmen, die im letzten Herstellungs- und Lieferabschnitt beteiligt sind, müssen selbst nicht zwingend FSC-zertifiziert sein. Dies können etwa Schreinereien, Zimmereien, Bodenlegerbetriebe oder Monteure sein, die für das Projekt FSC-zertifiziertes Baumaterial (100%, FSC-Mix, FSC-recycled und FSC Controlled Wood) beschaffen, verarbeiten und/oder installieren.
  • Unternehmen können im letzten Herstellungs- und Lieferabschnitt auch hintereinander geschaltet sein - z.B. ein Fensterbauer und dann der Fenstermonteur, oder ein Parkettleger und dann der Raumausstatter.
  • Für das eingesetzte Baumaterial muss von den Zulieferern zum letzten Herstellungs- und Lieferabschnitt ein FSC-Nachweis (gültiges FSC-COC-Zertifikat und FSC-Aussage in Lieferdokumenten) vorliegen.

Zum 1. November wurde der neue FSC-Projektzertifizierungsstandard veröffentlicht. Die bisherige Version wurde in über 170 Projekten weltweit seit 2006 eingesetzt. Darunter einige ikonische Bauvorhaben wie zu den Olympischen Spielen in London oder Neubauten am Flughafen Heathrow in London oder das Canary Wharf im neuen Finanzviertel von London (1, 2 und 3). Alle Projekte können hier abgerufen werden: [url]https://info.fsc.org/project.php[/url]

Die neue Version des Projektzertifizierungstandards sieht nun folgende Veränderungen vor:

  • Ein Projektzertifikat kann für mehrere Projekte über eine Laufzeit von bis zu 5 Jahren eingesetzt werden. Damit benötigen Projektmanager keine erneuten Audits, um mehr als ein Projekt zu realisieren. Insbesondere aus Holland, wo ganze Siedlungen oder ähnliche Projekte in Serie mit FSC realisiert werden, kam der Wunsch für diese flexible Lösung.
  • Neben der bisher auch schon möglichen vollständigen Zertifizierung können nun auch gewerkweise Aussagen je nach zertifizierter Komponente des Projektes oder Aussagen nach prozentualen Anteilen gemacht werden. Die bisherige Teil-Aussage mit einem Mindestanteil von 50% gibt es in dieser Form nicht mehr.
  • Bei der vollständigen Projektzertifizierung kann ein Anteil von bis zu 2% nicht sichtbarer aus Wald stammenden Materialien unbeachtet bleiben.

Investoren, Bauherren, Architekten und Bauunternehmen, die in Deutschland und Österreich FSC-Aussagen zu Bauvorhaben machen möchten, haben mit der neuen Version eine verbesserte, praxistauglichere und attraktive Lösung. Bei Interesse hilft FSC Deutschland (Ansprechpartner Ulrich Malessa, ulrich.malessa@fsc-deutschland.de) gerne weiter.

FSC Deutschland hat zur schnellen Einführung eine Präsentation zum neuen Standard sowie im Entwurf einige Hilfen (Vorlage für die Vereinbarung mit Projektmitgliedern, für die Einleitung zu einem Handbuch und für eine Lieferantenumfrage) als Download hier bereitgestellt. Eine deutsch-englische Version des Standards ist auf dieser Seite weiter unten zu finden.

Die englische Originalversion ist hier zu finden.

Nach dem Standard können ab 1. Februar 2020 Zertifikate ausgestellt werden.

Noch Fragen offen?

Ihr Ansprechpartner
Ulrich Malessa
Telefon: 0761-386 5363
Email: ulrich.malessa at fsc-deutschland point de


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