Die Kosten für eine COC-Zertifizierung setzen sich in der Regel aus folgenden Positionen zusammen:

1. Interne Kosten im Unternehmen:
Herleitung der Verfahren und gegebenenfalls Anpassung der betrieblichen Abläufe durch z. B. Umstellungen bei der Warenwirtschaft, Veränderungen bei Einkauf und Wareneingang, Schulung des Personals und Einführung der neuen Prozesse.

2. Externe Kosten für einen Berater:
Bei Bedarf kann Sie ein externer Berater unterstützen. Oft, z. B. beim Handel mit FSC-zertifizierten Fertigprodukten oder bei auftragsbezogenem Einkauf und Materialtrennung, ist kein Berater notwendig. Sie finden hier eine Liste von Beratern.

3. Externe Kosten für eine anerkannte FSC-Zertifizierungsstelle:
Die Zertifizierungsstelle berechnet in der Regel den Auditor samt Reisekosten, die Bearbeitung der Zertifizierung und nachfolgende Services wie Freigaben für den Einsatz der FSC-Warenzeichen. Es kann sinnvoll sein, mehrere Angebote einzuholen. Hier finden Sie FSC-Zertifizierungsstellen.

4. Externe Kosten für die FSC-Zertifikatsgebühr:
Diese berechnet sich aus dem Umsatz Ihres Betriebes und der Art Ihres Unternehmens / des FSC-Zertifikates (Verarbeiter oder Händler, Einzelzertifikat oder Zertifikat mit mehreren teilnehmenden Standorten). Die Ermittlung der FSC-Zertifikatsgebühr erfolgt auf Basis der FSC-Richtlinie FSC-POL-20-005. Ab 01.07.2022 gilt eine neue FSC-Gebührenordnung (AAF) – mehr dazu finden Sie unten. Für die konkrete Ermittlung Ihrer FSC-Gebühr wenden Sie sich bitte im Rahmen einer Angebotseinholung an eine der anerkannten FSC-Zertifizierungsstellen.

Tipp 1: Prüfen Sie, ob Sie unter die Schwellenwerte für „kleine Unternehmen“ fallen und beantragen Sie in diesem Fall die Mitgliedschaft bei einer FSC-COC-Gruppenzertifizierung. Neben der möglichen Kosteneinsparung kann die FSC-Gruppe Ihnen helfen, die Anforderung zu erfüllen und somit internen Aufwand zu reduzieren. Mehr dazu hier.

Tipp 2: Es gibt Förderprogramme der Bundesländer und des Bundes, die eine Beratung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit oder eventuell sogar die Zertifizierung fördern. Beispiel: Förderprogramm der Sächsischen Aufbaubank für Umweltmanagement.

AAF-Gebühr

Aktualisierung der jährlichen AAF-Verwaltungsgebühr für das FSC-Zertifikat „Chain of Custody“ (COC)

Die jährliche AAF-Gebühr (Annual Administration Fee) ist eine Gebühr, die der FSC von den akkreditierten Zertifizierungsstellen erhebt. Die AAF-Gebühr für das FSC-Zertifikat „Chain of Custody“ (COC) wird gemäß der AAF-Richtlinie anhand der jährlichen Umsatzhöhe mit forstwirtschaftlichen Erzeugnissen eines Zertifikatsinhabers berechnet.

Der Großteil der Einnahmen des FSC stammt aus der AAF-Gebühr und wird zur Finanzierung der Aktivitäten des FSC verwendet. Damit ist die AAF-Gebühr ein wichtiger Beitrag zur Verwirklichung des FSC-Auftrags “Wälder Für Immer Für Alle“.

Der FSC hat die Struktur der AAF-Gebühren bei der COC-Zertifizierung überarbeitet, um sie gerechter zu gestalten. Die voraussichtlichen zusätzlichen Einnahmen bedeuten für den FSC die Möglichkeit, noch umfangreicher in die Wertsteigerung der FSC-Zertifizierung und damit in den Nutzen für die Zertifikatsinhaber zu investieren.

Zusätzliche Investitionen bringen Marktwert für die Zertifikatsinhaber

Zusätzliche Investitionen werden die Umsetzung der ehrgeizigen globalen Strategie des FSC für den Zeitraum 2021 - 2026 vorantreiben. Schätzungen zufolge wird die neue AAF-Richtlinie es dem FSC ermöglichen, in den nächsten drei bis fünf Jahren mehr als 10 Millionen US-Dollar zu investieren. Die zusätzlichen Investitionen werden dazu beitragen, die Entwicklung der Wertschöpfungsketten zu beschleunigen, wichtige technologische Verbesserungen vorzunehmen, die Systemintegrität zu stärken und die Vorteile für die Beteiligten weiter auszubauen.

Der Wert der Marktpräsenz des FSC wächst. Dies schafft immer mehr Möglichkeiten, mit Verbrauchern, Marken und Einzelhändlern positiv zum Wohle der Wälder der gesamten Welt zusammenzuarbeiten. Die Stärkung des FSC wird die Organisation in die Lage versetzen, noch stärker auf die Bedürfnisse der Märkte einzugehen. Das wachsende Bewusstsein für die Marke FSC und die Nachfrage nach FSC-zertifizierten Produkten wird den Inhabern von CoC-Zertifikaten zusätzliche Marktchancen eröffnen. Damit entstehen weitere Anreize für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung in einem immer größeren Teil der Wälder auf der ganzen Welt.

Eine gerechtere AAF-Gebühr – ab Juli 2022

Die AAF-Gebühr für das FSC-COC-Zertifikat wird aus dem Umsatz mit forstwirtschaftlichen Erzeugnissen berechnet. Gegenwärtig sind Umsatzkategorien bzw. Umsatzbänder definiert, in die ein Zertifikatsinhaber fällt. Pro Umsatzkategorie wird eine feste AAF-Gebühr erhoben. Dies soll sich ab Juli 2022 ändern, um die AAF-Gebühr noch gerechter zu gestalten.

Die derzeitige Berechnung der AAF-Gebühr kann zu Ungerechtigkeiten führen, da Unternehmen am unteren Ende einer Umsatzkategorie die gleiche AAF-Gebühr zahlen wie Unternehmen am oberen Ende der Umsatzkategorie. So zahlt aktuell beispielsweise ein Unternehmen mit einem Umsatz von 101 Mio. US-Dollar aus forstwirtschaftlichen Erzeugnissen dieselbe AAF-Gebühr wie ein Unternehmen mit einem Umsatz von 499 Mio. US-Dollar. Um dieses Problem zu lösen, wird ab Juli 2022 eine neue Struktur eingeführt, bei der die AAF-Gebühr auf der Grundlage des exakten Umsatzes aus forstwirtschaftlichen Erzeugnissen berechnet wird, anstatt breite Umsatzspannen zu verwenden. Zusätzlich werden zur Vereinfachung die Gebühren für Zertifikatshalter mit einem oder mit mehreren Standorten vereinheitlicht.

Schätzung Ihrer neuen AAF-Gebühr

Die neue AAF-Gebühr wird auf der Grundlage des tatsächlichen Umsatzes eines Zertifikatsinhabers mit forstwirtschaftlichen Erzeugnissen anhand einer gleitenden Skala (Sliding Scale) berechnet. Diese führt zu einer gerechteren AAF-Struktur.

Um als Zertifikatinhaber die neue Gebühr ab dem 01. Juli 2022 schätzen zu können, lesen Sie bitte Anhang 1 der AAF-Richtlinie. Für eine genaue Angabe wenden Sie sich bitte an Ihre Zertifizierungsstelle.

Die neue AAF-Gebühr gilt ab dem 01. Juli 2022. Zur Richtlinie: FSC-POL-20-005 Version 3-0 AAF Policy EN

FSC-Investitionen in Wertschöpfungsketten bringen Ihnen neue Vorteile

FSC-InvestitionenIn den letzten Jahren hat der FSC die Marke FSC erfolgreich ausgebaut und die Verbreitung der FSC-Zertifizierung in Wertschöpfungsketten gefördert. Insbesondere hat der FSC:

  • die Einführung der FSC-Zertifizierung in wichtigen Wertschöpfungsketten wie z. B. in den Bereichen Textilien, Verpackungen, Naturkautschuk und Möbel verstärkt, was vielen Inhabern von CoC-Zertifikaten Wachstumschancen am Markt bietet. So hat der FSC in Zusammenarbeit mit namhaften internationalen Partner aus dem Mobilitätsbereich den ersten FSC-zertifizierten Autoreifen auf den Markt gebracht, was einen bedeutenden Fortschritt für die nachhaltige Entwicklung des Naturkautschuksektors darstellt.
  • sein Engagement für den elektronischen Handel verstärkt. So hat der FSC beispielsweise mit national und international erfolgreichen e-Commerce Partnern zusammengearbeitet, um FSC-zertifizierte Produkte auf deren Plattformen hervorzuheben und Verbraucher:innen stärker zu motivieren, nachhaltigere Produkte zu kaufen.
  • Millionen von Verbrauchern:innen mit Informationen über den FSC und seine positiven Wirkungen erreicht, sowohl in nationalen als auch in internationalen Medien wie EuroNews und National Geographic.
  • FSC-Lösungen für Klima- und Ökosystemdienstleistungen kontinuierlich weiterentwickelt und ausgeweitet.
  • in Technologie investiert, um das FSC-System transparenter zu machen und den Auditierenden die Möglichkeit zu geben, sich virtuell auf Prüfungen vorzubereiten, damit der Prüfungsprozess schneller, effektiver und datengesteuert abläuft.
  • neue Zertifizierungsprotokolle für Kleinbauern bzw. kleinere Waldbesitzer entwickelt und getestet, die den Schutz der Wälder gewährleisten und gleichzeitig Marktchancen für viele kleinere Waldbesitzer eröffnen.

Mögliche zusätzliche Mittel aus der überarbeiteten AAF-Richtlinie werden es dem FSC ermöglichen, diese Fortschritte auszuweiten und den Wert der FSC-Marke sowie die Akzeptanz der FSC-Zertifizierung weiter zu steigern. Dies wiederum wird größere Märkte für FSC-zertifizierte Produkte schaffen. Darüber hinaus werden weitere Investitionen die Entwicklung von Lösungen für Klima- und Ökosystemdienstleistungen beschleunigen. Und mit Investitionen in die Blockchain-Technologie wird die Integrität des FSC-Systems gestärkt. Dies wird dem FSC helfen, auch problematische Lieferketten zu stabilisieren.

Lesen Sie mehr über unsere Pläne in unserer globalen Strategie für die Jahre 2021-2026.


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