Übergabe der FSC-Jubiläusurkunde aus zertifiziertem Buchenholz. Von li nach re: Thomas Göllner, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Stadtforst; Jürgen Markwardt, Bürgermeister Hansestadt Uelzen; Axel Freude, Vorstand FSC-Sozialkammer; Elmar Seizinger, Leiter FSC-Waldbereich; Dietmar Hellmann, Vorstand FSC-Wirtschaftskammer. © FSC Deutschland
„Danke für den Mut, den Sie damals aufgebracht haben“
Stadtwald Uelzen feiert 25 Jahre FSC-Zertifizierung
Als Auftakt des siebten FSC-Walddialogs feierte Uelzen 25 Jahre Engagement für verantwortungsvolle Waldwirtschaft in der Woltersburger Mühle. Bürgermeister Jürgen Markwardt und Forstamtsleiter Thomas Göllner nahmen die Urkunde entgegen.
Pioniere, Vorreiter und Vorbilder – so nennt man sie heute, all jene, die vor 25 Jahren zu den ersten gehörten, die sich nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizieren ließen und damit für verantwortungsvolle Waldwirtschaft einstanden. Damals jedoch wurden sie als Spinner bezeichnet und „vom Pfad Abgekommene“, beschrieb Elmar Seizinger, Leiter des Waldbereichs bei FSC Deutschland während der Übergabe der Jubiläumsurkunde die damalige Stimmung in der Forstwirtschaft. Er betonte: „Heute gibt Ihnen der Wald recht. Danke für den Mut, den Sie damals aufgebracht haben.“
Die Waldfläche des Kommunalwalds der Hansestadt Uelzen in der Lüneburger Heide beträgt 893 Hektar. Der Stadtforst ist nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Einwohner der Stadt und Umgebung. Beliebtes Ziel der Uelzener ist das Wildgatter nahe dem Klinikum. Hier werden Wildschweine, Rot- und Damwild, Mufflons, Fasane und die Uelzener Uhus gehalten. Das Füttern der Wildschweine und Rothirsche ist zu jeder Jahreszeit besonders bei Kindern sehr beliebt. Darüber hinaus stellt der Wald auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sicher.
Leistung ohne engagierte Mitarbeitende nicht möglich
So wie der Uelzener Wald verschiedensten Ansprüchen gerecht werden muss, so steht auch die FSC-Zertifizierung nicht nur für einen Interessenausgleich von Wirtschaft und Umwelt, sondern auch von sozialen Aspekten, wie fairen Löhnen, Arbeitssicherheit und Unfallverhütung. Das macht die Zertifizierung so besonders, wie auch Jürgen Markwardt, Bürgermeister der Hansestadt Uelzen, bei der Ehrung betonte: „Seit dem Jahr 2000 ist unser Wald nun schon FSC-zertifiziert und darauf sind wir stolz. Denn das darf man nicht vergessen, FSC ist eines der verlässlichsten, besten Siegel, das man für den Wald bekommen kann.“
Dass sich das Engagement von Uelzen sehen lassen kann, führte auch der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Stadtforst Thomas Göllner aus. Denn vor der FSC-Zertifizierung zählte der Wald 1997 mit Lübeck und Göttingen außerdem zu den ersten drei Städten, die nach Naturland-Richtlinien zertifiziert wurden. Darüber hinaus blickt der Uelzer Stadtwald dieses Jahr auf 50 Jahre naturgemäße Waldbewirtschaftung zurück. Göllner richtete das Wort aber auch an sein mehrköpfiges Team, das im Publikum saß: “Diese Ehrung widme ich meinen Mitarbeitenden, ohne ihren Einsatz wäre das alles hier nicht möglich.“
FSC-Walddialog in Woltersburger Mühle
Die Ehrung zum 25-jährigen FSC-Jubiläum war Auftakt zum zweitägigen siebten FSC-Walddialog. Die Veranstaltung zum Thema „Arbeitssicherheit – Konflikt mit Naturschutz und Wirtschaftlichkeit“ wurde in Kooperation mit der Stadt Uelzen, der IG BAU und FSC in der Woltersburger Mühle organisiert. Teilnehmenden bot sie eine Plattform zur Diskussion und Wissensvermittlung rund um das Thema Arbeitssicherheit im Wald. Expertinnen und Experten sowie Waldbewirtschaftende berichteten über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen. Wirkungen, die die FSC-Zertifizierung hat beziehungsweise haben sollte, wurden diskutiert.
