© Enno Roggemann GmbH & Co. KG
„Den Mehrwert sehen wir im Vertrauen unserer Kunden“
Katharina Pirks von Enno Roggemann über FSC als Wettbewerbsvorteil
In unserem Format „Drei Fragen an“ sprechen wir mit Menschen, die sich tagtäglich für Waldschutz und verantwortungsvolle FSC-Waldwirtschaft engagieren. Dieses Mal mit Katharina Pirks, FSC-Beauftrage beim Holzhändler Enno Roggemann. Das Familienunternehmen ist seit mehr als 25 Jahren FSC-zertifiziert. Im Gespräch erzählt Pirks, was sie jungen Unternehmen raten würde, die nachhaltige Lieferketten aufbauen wollen.
Die Roggemann-Gruppe zählt zu den führenden Holzhändlern und Importeuren von Holzwaren im B2B-Bereich. Wo zeigt sich in Ihrer FSC-Lieferkette besonders, dass sich Investitionen in Transparenz und Kontrolle lohnen?
Den Mehrwert sehen wir im Vertrauen unserer Kunden und den langfristigen Partnerschaften, auch mit unseren internationalen Partnern. Gleichzeitig honorieren unsere Kunden die Transparenz, weil sie ihrerseits in Ausschreibungen und Projekten klare Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen müssen.
Durch die FSC-Zertifizierung haben wir verlässliche Dokumentations- und Prüfprozesse etabliert, was uns auch in unserem Alltag Vorteile bietet. Und für die Wälder bedeutet es: Wir unterstützen eine langfristig verantwortungsvolle Bewirtschaftung und tragen dadurch zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie zur Sicherung der Ressourcen in der Zukunft bei.
Holz bleibt ein zentraler Baustoff, doch die Anforderungen an Nachhaltigkeit steigen. Wo sehen Sie die größten Chancen, dass FSC-Zertifizierung Ihr Geschäft künftig noch stärker prägt?
Der Schwerpunkt liegt vor allem auf öffentlicher Beschaffung und Großprojekten im Wohnungs- und Objektbau. Hier gilt immer die Vorgabe, zertifiziertes Material einzusetzen. Wer diese Nachweise lückenlos führen kann, ist im Wettbewerb klar im Vorteil. Zudem wird Holz durch die Energiewende und den verstärkten Fokus auf CO2-Reduktion weiter an Bedeutung gewinnen – FSC gibt Bauherren die Sicherheit, dass die nachhaltige und legale Herkunft gewährleistet ist.
Welchen Rat geben Sie jungen Unternehmen, die nachhaltiger werden wollen – und dabei komplexe Lieferketten im Blick behalten müssen?
Mein Rat wäre, starten sie so früh wie möglich mit einer klaren Nachhaltigkeitsstrategie und definieren Sie messbare Ziele. Es lohnt, Standards und Strukturen einzuführen – auch wenn man glaubt, noch zu klein dafür zu sein.
Gerade bei komplexen Lieferketten ist es entscheidend, klare Verantwortlichkeiten, digitale Nachverfolgung und Partnerschaften mit zertifizierten Lieferanten aufzubauen. Nachhaltigkeit darf nicht nur ein Marketingversprechen sein, sondern muss durch belastbare Prozesse gestützt werden. Ein pragmatischer erster Schritt ist es, mit einzelnen Pilotlieferanten FSC-Zertifizierung einzuführen und daraus für das gesamte Unternehmen zu lernen.
