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FSC-Waldforum 2026: Austausch schafft Perspektiven für den Wald
Waldbesitzende, Unternehmen und FSC an einem Tisch
FSC besser verstehen – mit dieser Erwartung reisten viele der Teilnehmenden zum Waldforum 2026 an. Am Ende der Veranstaltung stand jedoch mehr als ein besseres Verständnis: In intensiven Diskussionen wurde deutlich, wie sich der Zugang zur FSC-Zertifizierung vereinfachen lässt, welche Rolle die steigende Nachfrage nach FSC-Holz spielen kann und warum der persönliche Austausch zwischen Waldbesitz, Wirtschaft und FSC dabei unverzichtbar ist.
Vertreterinnen und Vertreter aus Forstwirtschaft, Kommunen, Unternehmen, Holzhandel und Privatwald nutzten die Veranstaltung, um Erfahrungen auszutauschen, neue Perspektiven kennenzulernen und Kontakte entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu knüpfen. Durch die Veranstaltung führte Margarete Wacker, Leiterin Markt bei FSC Deutschland.
Gleich zu Beginn stand die laufende Revision des deutschen FSC-Waldstandards im Fokus. Dabei wurde deutlich, dass sich FSC weiterentwickeln und den Zugang zur Zertifizierung erleichtern möchte, ohne seine hohen Ansprüche an verantwortungsvolle Waldwirtschaft aufzugeben.
FSC verständlicher und zugänglicher machen
„Vielen Waldbesitzenden ist nicht bewusst, dass wir über die Jahre den Zugang zu FSC erleichtert haben und das auch erklärtes Ziel im Rahmen der aktuellen Revision ist. Wir werden anwenderfreundlicher werden, aber unseren Anspruch, Benchmark für verantwortungsvolle Waldwirtschaft in Deutschland zu sein, auch nicht aufgeben“, erklärte Elmar Seizinger, Leiter des Waldbereichs von FSC Deutschland.
Wie die Umsetzung des Standards in der Praxis aussehen kann, zeigte Michael Hundt, Leiter der Städtischen Forstverwaltung Köln, am Beispiel des Kölner Großstadtwaldes. Sein Appell an private Waldbesitzende fiel eindeutig aus: „Privatwaldbesitzer müssen keine Angst vor FSC haben.“
Neue Wege zur Zertifizierung
Ein weiterer Schwerpunkt des Waldforums war die Frage, wie insbesondere kleinere und private Waldbesitzende einfacher zur FSC-Zertifizierung gelangen können. Vorgestellt wurden neue regionale Modelle der Gruppenzertifizierung sowie der FSC-Wald-Bonus als finanzielle Unterstützung für den Einstieg.
„Mit dem FSC-Wald-Bonus erleichtern wir den Zugang für die Erstzertifizierung – in der Regel sind damit die Kosten für die ersten ein bis zwei Jahre einer FSC-Zertifizierung gedeckt. Natürlich gibt es keine unbegrenzten Mittel für diese Förderung. Interessierte sollten sich also alsbald bei uns melden“, so Elmar Seizinger.
Ergänzend stellte Dr. Christoph Scheuren neue Möglichkeiten der Gruppenzertifizierung vor: „Wir bieten Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfung – von der Einbindung in eine überregionale FSC-Gruppe bis zur komplett FSC-konformen Bewirtschaftung. ‚Wir‘ steht für ein Team aus drei Spezialisten, das FSC-Expertise, effiziente Prozesse und tiefes Praxiswissen in Planung und Waldbewirtschaftung zusammenbringt.“
FSC trifft Marktnachfrage
Um Angebot & Nachfrage ging es im Gespräch mit der Inter IKEA Group. Ulrich Malessa, Raw Material Leader Forestry stellte die Beschaffungsmärkte vor und diskutierte die Anforderungen des Unternehmens. IKEA verarbeitet jährlich rund 14,7 Millionen Kubikmeter Frischholzäquivalente. Rund sechs Prozent stammen aus Deutschland. wobei aufgrund des hier vergleichsweise hohen Anteils an Altholz rund 600.000 Kubikmeter Frischholzäquivalente aus deutschen Wäldern bezogen werden (s. The wood we use – IKEA Global). Dieses Holz ist heute FSC-zertifiziert und IKEA bleibt seiner Beschaffungsstrategie treu. Hält der Wachstumskurs des Unternehmens an, dürfte auch der Bedarf an zertifiziertem Frischholz aus Deutschland weiter steigen.
Offener Austausch mit Blick nach vorn
Während der anschließenden intensiven Gesprächsrunde diskutierten Waldbesitzende, Unternehmen und Holzhandel gemeinsame Herausforderungen und loteten neue Kooperationsmöglichkeiten aus. Einigkeit bestand darüber, den Zugang zur FSC-Zertifizierung weiter zu erleichtern – etwa durch digitale Lösungen, praxisnahe Schulungen oder neue Modelle der Gruppenzertifizierung. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die wachsende Nachfrage nach FSC-zertifiziertem Holz ein wichtiger Anreiz für weitere Zertifizierungen sein wird.
„Ich fand das Format sehr gelungen. Der offene Austausch, der generelle Überblick über den FSC, sowie die konkreten Informationen zur Erst- und Gruppenzertifizierung haben den FSC für nicht zertifizierte und nicht staatliche Forstbetriebe verständlicher gemacht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass FSC heute vielfältige Möglichkeiten beim Einstieg in die Zertifizierung bietet. Jetzt kommt es darauf an, den positiven Schwung mitzunehmen“, fasste Teilnehmer Martin Loebs, Leiter Holzeinkauf bei Sonae Arauco Deutschland GmbH, seine Eindrücke zusammen.
Damit setzte das Waldforum 2026 wichtige Impulse für den weiteren Dialog zwischen Waldbesitz, Wirtschaft und FSC.
