© FSC / Arturo Escobar
Vorläufige Ergebnisse der Transaktionsverifizierungen zu Teak
Mengendiskrepanzen und versteckte Verkäufe: FSC und ASI identifizieren Schwachstellen in globalen Teak-Lieferketten
Der Forest Stewardship Council (FSC) hat vorläufige Ergebnisse der laufenden Transaktionsverifizierungen (TV) veröffentlicht, die in Zusammenarbeit mit Assurance Services International (ASI) für Teak durchgeführt werden. Ziel der Prüfung ist es, zu untersuchen, ob nicht-zertifiziertes Holz in FSC-zertifizierte Lieferketten gelangt.
Die vorläufigen Ergebnisse der Transaktionsverifizierung zeigen die Komplexität der globalen Handelsmuster und identifizieren mehrere Unstimmigkeiten in der Lieferkette, die einer weiteren Überprüfung bedürfen.
Das Vorgehen
In der ersten Phase wurden die Handelsströme von FSC-zertifiziertem Teak in 17 Ländern analysiert – auf Basis von Transaktionsdaten von 661 Zertifikatsinhabern für den Zeitraum Januar bis Dezember 2024.
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
FSC-100%-Teak stammt laut den erhobenen Daten vor allem aus Costa Rica, Mexiko, Nicaragua, Panama und Thailand. Lateinamerikanisches Teak dominiert die Exporte nach Asien und Europa – insbesondere in die Märkte China, Hongkong, Singapur, Vietnam, Österreich und die Niederlande. Teak aus Thailand wird in Asien, Europa und den USA weiterverarbeitet.
Länderspezifische Erkenntnisse
In Indien verfügten 143 Zertifikatsinhaber über Teak in ihrem Zertifizierungsumfang – doch nur 11 meldeten tatsächliche Transaktionen. Das meiste FSC-100%-Teak wurde aus Lateinamerika über Zwischenhändler importiert.
In Italien berichteten 37 von 253 Zertifikatsinhabern über aktive Teak-Transaktionen. Teak wurde aus Mexiko, verschiedenen asiatischen Ländern sowie aus Deutschland und Portugal bezogen. Der Großteil der Verkäufe ging an nicht-zertifizierte Abnehmer oder Endverbraucher.
Mögliche Risiken – weiterer Klärungsbedarf
Drei Auffälligkeiten wurden identifiziert, die genauer untersucht werden müssen:
- Mengendiskrepanzen: In vorgelagerten Teilen der Lieferkette stimmen eingekaufte und verkaufte Mengen teilweise nicht überein – ein Hinweis darauf, dass nicht-zertifiziertes Material eingeschleust worden sein könnte.
- Versteckte Verkäufe: Einige Zertifikatsinhaber haben „keine Verkäufe“ gemeldet, obwohl ihre Käufer Einkäufe bei ihnen deklariert haben. Da Unternehmen ohne gemeldete Verkäufe von der Jahresprüfung befreit werden können, besteht das Risiko, dass nicht-zertifiziertes Material unentdeckt in die Lieferkette gelangt.
- FSC Controlled Wood und FSC RECYCLED: Das Vorhandensein dieser Materialien von nicht-zertifizierten Unternehmen in der Lieferkette gibt Anlass zur weiteren Überprüfung.
Wie geht es weiter?
Um dem Risiko versteckter Verkäufe entgegenzuwirken, gilt seit dem 1. Januar 2026 ein neuer Hinweis zur öffentlichen Offenlegung von „Keine FSC-Verkäufe“-Meldungen. In der öffentlichen FSC-Suche sind nun die Namen der betreffenden Zertifikatsinhaber einsehbar – als Grundlage für Sorgfaltspflichten und die Kommunikation mit Handelspartnern.
ASI wird die Transaktionsdaten weiter analysieren und in einer zweiten Phase gezielt mit auffälligen Zertifikatsinhabern in Kontakt treten, um die Einhaltung der FSC-Anforderungen sicherzustellen.
Dies ist eine übersetzte Zusammenfassung des Originals von FSC International. Sie finden den englischsprachigen Text in voller Länge hier.
