© FSC Brasil/Célio Cavalcante Filho
Überarbeitete IFL-Anforderungen für brasilianische Wälder
Der FSC-Standard ist am 18. August 2026 in Kraft getreten
FSC hat überarbeitete Anforderungen zum Schutz intakter Waldflächen (Intact Forest Landscapes, IFLs) in Brasilien freigegeben und damit einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung des Antrags (eng.: Motion) 23/2020 gesetzt. Das aktualisierte Dokument führt einen landschaftsbasierten Ansatz zum Schutz von IFLs ein und trägt dazu bei, den Erhalt großer, intakter Waldökosysteme mit einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft in Einklang zu bringen.
Der Revisionsprozess ist Teil der weltweiten Maßnahmen, die FSC zum Schutz von IFLs durch national angepasste Lösungen stärkt. Der Antrag 23/2020 sieht vor, dass Arbeitsgruppen zur Standardentwicklung den Schutz von IFLs aus einer breiteren landschaftlichen Perspektive bewerten, anstatt sich ausschließlich auf einzelne Waldbewirtschaftungseinheiten zu konzentrieren. Brasilien wurde neben Kanada, Peru und der Republik Kongo als eines der Pilotländer für die Umsetzung des Antrags ausgewählt. Dort wurden überarbeitete IFL-Indikatoren bereits im Rahmen des Standards für verantwortungsvolle Waldwirtschaft und der FSC-Anweisungen (FSC Advice Notes, ADV) freigegeben.
Ein Landschaftsorientierter Ansatz zum Schutz von IFLs
Der Entwicklungsprozess umfasste mehrere wichtige Phasen, beginnend mit der Kartierung und Bewertung des aktuellen Zustands der IFLs in Brasilien. Darauf folgten Risikobewertungen und die Entwicklung zukünftiger Landschaftsszenarien, um potenzielle Schutzmaßnahmen besser zu verstehen. Der Prozess beinhaltete zudem eine umfassende Einbeziehung von Interessengruppen und öffentliche Konsultationen. Damit konnte sichergestellt werden, dass ein breites Spektrum an Perspektiven und Fachwissen in den endgültigen Vorschlag einfließen. Die Ergebnisse wurden anschließend bei FSC International eingereicht und in Abstimmung mit dem Ausschuss für Politik und Standards (hier noch englischen Begriff einfügen, PSC) überprüft.
Da sich etwa 99 % der brasilianischen IFLs innerhalb des Amazonas-Bioms befinden, führen die überarbeiteten Anforderungen differenzierte Schwellenwerte zum Schutz ein, je nach Stabilität der umgebenden Lebensräume. Gebiete, die als stabiler gelten, unterliegen einer größeren Flexibilität bei der Bewirtschaftung, während Lebensräume, die einem höheren Umweltdruck ausgesetzt sind, strengere Schutzmaßnahmen erfordern. Die Stabilität der Lebensräume wurde durch Multikriterienanalysen und umfassende Risikobewertungen ermittelt.
Naturschutz über Grenzen hinaus
Eine wesentliche Neuerung in den überarbeiteten IFL-Anforderungen ist die Einführung des sogenannten Sphere of Influence-Ansatzes (SoI, deutsch: XXX). Dieses Konzept sieht vor, dass FSC-zertifizierte Organisationen Maßnahmen ergreifen, die zum Schutz von Wäldern über die Grenzen ihrer Waldbewirtschaftungseinheiten hinaus beitragen. Durch die Förderung von Maßnahmen in einem größeren Landschaftsraum stärkt dieser Ansatz die Rolle der FSC-Zertifizierung bei der Unterstützung umfassenderer Naturschutzziele und der Aufrechterhaltung ökologischer Vernetzung.
Insgesamt unterstreichen die überarbeiteten Anforderungen das Engagement von FSC, den Schutz der IFL wirksam, praktikabel und an die wechselnden Umweltbedingungen anzupassen. Durch die Kombination aus bewährten Schutzmaßnahmen und einer risikobasierten Perspektive auf Landschaftsebenen unterstützt das neue Rahmenwerk zertifizierte Waldwirtschaft. Er trägt zum langfristigen Schutz der wertvollen und unberührten Waldökosysteme Brasiliens bei. Weitere Details zum überarbeiteten Standard bei FSC Brasilien.
Die behördliche Fassung des überarbeiteten Standards ist im FSC-Dokumentenzentrum verfügbar.
Bei Fragen zum Standard wenden Sie sich bitte an das FSC-Team für Länderstandards unter country_requirements@fsc.org.
Bei Fragen zur Revision der Anforderungen für IFLs wenden Sie sich bitte an das FSC-Team für politische Innovationen unter policyinnovation@fsc.org.
