17 Juni, 2025

Transparenter Klimaschutz im Wald

Staatssekretär Manz begleitet FSC-Audit in Rheinland-Pfalz

Der rheinland-pfälzische Klimaschutzstaatssekretär Dr. Erwin Manz begleitete am Montag das jährliche Audit im FSC-zertifizierten Staatswald des Forstamts Donnersberg. Der Termin verdeutlichte, wie verantwortungsvolles Waldmanagement in der Praxis gelebt wird. In Rheinland-Pfalz sind alle 213.200 Hektar Landeswald FSC-zertifiziert.

„Die FSC-Zertifizierung sorgt für einen klimaschützenden und klimaangepassten Wald und macht das Handeln der Forstleute transparent“, betonte der Staatssekretär den Aspekt der Überprüfbarkeit: „Wir nehmen den Erhalt unserer Wälder ernst. Damit das nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis gilt, lassen wir die staatseigenen Wälder von Rheinland-Pfalz extern begutachten und stellen uns dem kritischen Blick von Auditoren, die jährlich das Einhalten der Nachhaltigkeitsstandards von FSC kontrollieren.“ Im Fokus des Audits stand ein durch Trockenheit geschädigter Douglasien-Bestand. Forstamtsleiter Andreas Grauer erläuterte, dass die Kalamitätsfläche nun mit verschiedenen heimischen Baumarten aufgeforstet wird, denn: „Mischwälder halten Veränderungen, zum Beispiel durch den Klimawandel oder Schädlinge, besser stand.“

Wassermanagement – der Wald wirkt wie ein Schwamm

Ein weiteres Thema war das Wassermanagement im Wald: Mit Mulden entlang der Wege wird Regenwasser gezielt zurückgehalten und versickert – eine Maßnahme, die Hochwasser vorbeugt, Grundwasser speichert und neue Lebensräume für Amphibien schafft. Auch ein geplantes Hochwasserschutzprojekt am Leischbach wurde diskutiert. Die Fläche soll künftig als Rückhaltebecken dienen. Bereits in der frühen Planungsphase wird die Expertise der Auditoren eingebunden – ein Beispiel dafür, wie FSC-Zertifizierung auch auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet.  Der Klimaschutzsekretär betonte: „Ohne Wälder hätten wir weniger Grundwasser, weniger Klimaschutz, weniger Hochwasserschutz und weniger Erosionsschutz, deshalb ist es so wichtig, dass wir Maßnahmen ergreifen, um möglichst viel Wasser im Wald zu halten. Denn der wirkt wie ein Schwamm und gibt das Wasser nur nach und nach ab“.

Zusammenarbeit von Forst- und Naturschutzverwaltung

Auch Alfred Schumm, Geschäftsführer von FSC Deutschland, begleitete das Audit. Er resümierte: „Wälder sind zentrale Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise – vorausgesetzt, sie werden verantwortungsvoll bewirtschaftet. Landesforsten Rheinland-Pfalz zeigt beispielhaft, wie effizient fachübergreifender Austausch im Wald sein kann und wie durch die Zusammenarbeit von Forst- und Naturschutzverwaltung, von Stakeholdern und Experten wie den Auditoren gute Lösungen für alle gefunden werden können.“ Das heutige Audit stimme ihn sehr zuversichtlich, denn „es wurde einmal mehr klar, wie unsere Standards in der Praxis wirken: klimaangepasst, ökologisch und sozial verantwortlich im wirtschaftlich genutzten Wald.“

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Hintergrund:

Die FSC-Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, den Zertifizierungsgesellschaften. Entspricht die Waldbewirtschaftung dem deutschen FSC-Standard, erfolgt die Zertifikatsaustellung, in der Regel für die Dauer von fünf Jahren. Durch jährliche Folgeprüfungen (Audits) wird die Einhaltung der Standards sichergestellt und geprüft, ob ggf. erteilte Auflagen erfüllt wurden. Eine Zusammenfassung des jährlichen Zertifizierungsberichts wird auf der Homepage der jeweilgen Zertifizierungsgesellschaft und in der offiziellen FSC-Zertifikatsdatenbank veröffentlicht. Landesforsten Rheinland-Pfalz geht mit gutem bespiel voran: Unter www.audit.fsc.wald.rlp.de ist auch dort öffentlich einsehbar, zu welchem Ergebnis die Auditorinnen und Auditoren wann und bei welchem Forstamt gekommen sind.

Annika Burger