22 Juli, 2025

Neue Studie bestätigt: FSC trägt zur Erhaltung und Vergrößerung der Waldfläche bei

Insbesondere Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen profitieren

Die aktuelle Studie Sustainable forest management through certification and wood products trade: Analyzing the role of the FSC across diverse economic and climatic contexts im Journal of Cleaner Production zeigt, dass die FSC-Zertifizierung zur Erhaltung und Vergrößerung der Waldfläche beiträgt. Diese Ergebnisse bestätigen die Schlussfolgerungen früherer Untersuchungen und liefern wichtige Hinweise für regionale Anpassungen in der Zertifizierung zur Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Das Forschungsteam um Inoussa Boubacar (USDA/Forest Service – U.S. Department of Agriculture) und Yaya Sissoko (Department of Finance & Economics, Indiana University of Pennsylvania) analysierte, welche Rolle die FSC-Zertifizierung bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung und der Eindämmung von Entwaldung spielt – und das unter unterschiedlichen wirtschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen. Dafür werteten sie Daten aus 70 Ländern im Zeitraum 2000 bis 2021 aus – mit Hilfe des dynamischen Paneldatenmodells und der verallgemeinerten Momentenmethode (engl. Generalised Method of Moments, GMM).

Zentrale Ergebnisse

  • Die FSC-Zertifizierung trägt in verschiedenen wirtschaftlichen und klimatischen Kontexten zur Erhaltung und Vergrößerung der Waldfläche bei. Diese positiven Auswirkungen sind am stärksten in Ländern mit niedrigem bis mittlere Einkommen (gemäß der Klassifizierung der Weltbank) zu beobachten. Eine Ausweitung der Zertifizierung und ihre Integration in die nationale Politik könnte den Effekt bei diesen Ländern verstärken.
  • Auch einkommensstarke Länder profitieren von der FSC-Zertifizierung.
  • Die FSC-Zertifizierung hat positive Auswirkungen in allen Klimazonen (tropische, gemäßigte und andere). Die Stärke der Wirkung variiert jedoch. Das unterstreicht die Notwendigkeit regionalspezifischer Forststrategien.
  • Frühere Forschungen zeigen, dass die anspruchsvollenUmwelt- und Sozialstandards von FSC, im Gegensatz zu denen von PEFC, in biodiversitätsreichen tropischen Zonen besonders effektiv sind.

Empfehlungen

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse empfehlen die Autoren:

  • Zertifizierungsstrategien sollten an regionale Gegebenheiten wie Wirtschaftsstrukturen, Governance,  Marktbedingungen und Klimazone angepasst werden.
  • Die FSC-Zertifizierung sollte in nationale und internationale Waldschutzstrategien/Rahmenwerke integriert werden.
  • Zertifizierung sollte mit der Handelspolitik in Einklang gebracht werden.
  • FSC sollte weiter an internationale Initiativen wie die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und die Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD+) angepasst werden, wie dies beispielsweise im Kongo-Becken geschehen ist.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen sollte ausgebaut werden, um die Einführung der FSC-Zertifizierung zur Eindämmung der Entwaldung voranzutreiben.

Die Studie finden Sie hier.

Diese Meldung basiert auf einem Artikel von FSC International. Das Original können Sie hier lesen.

Franziska Becker