4 Sep., 2026

Stellungnahme von FSC Deutschland zu WWF Marktanalyse 2026

Abweichungen bei FSC-Grillkohle

Im Rahmen der Marktanalyse 2026 des World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland wurde unter anderem eine Diskrepanz bei den Angaben zum Herkunftsland eines FSC-zertifizierten Grillkohleprodukts festgestellt. Neben lückenhaften Angaben zu den enthaltenen Holzarten, gab es in einem Fall zudem auch falsche Herkunftsinformationen auf der Verpackung. Statt der deklarierten „Herkunft Namibia“ auf dem Kohlesack, wurden bei Laboranalysen auch Baumarten aus Paraguay nachgewiesen. Die Herkunftsangabe ist unabhängig von der FSC-100%-Zertifizierung. Erste unangekündigte Untersuchungen vor Ort durch die Kontrollorganisation ASI ergaben keine Hinweise darauf, dass nicht zertifiziertes Material in das Produkt gelangt ist. Abweichungen bzgl. der Holzartendeklaration bei anderen Grillkohlesäcken werden überprüft.

„Wir begrüßen die unabhängige Marktanalyse des WWF, die dazu beiträgt, irreführende oder unzutreffende Angaben aufzudecken und die Transparenz in den Lieferketten zu stärken. Wir nehmen Unstimmigkeiten sehr ernst, das Sicherungssystem von FSC hat nach Bekanntwerden umgehend gegriffen und es wurden entsprechende Untersuchungen eingeleitet“, sagt Alfred Schumm, Geschäftsführer von FSC Deutschland.

Eingeleitete Untersuchungen und Ergebnisse –

Keine Hinweise darauf, dass nicht zertifiziertes Material in das Produkt gelangt ist

Im Fall des vom WWF negativ hervorgehobenen Falls: „Best of BBQ Holzkohle-Briketts“, wurden umgehend vor Ort Untersuchungen durchgeführt. Das internationale unabhängigen Akkreditierungsunternehmen für Nachhaltigkeitsstandards Assurance Services International (ASI) führte ein unangekündigtes Audit beim verantwortlichen Verpackungs- und Vertriebsunternehmen durch. Folgende Ergebnisse wurden im ersten Untersuchungsschritt durch ASI festgestellt:

  • Die Bewertung von ASI ergab keine Hinweise darauf, dass nicht zertifiziertes Material in das Produkt gelangt ist.
  • ASI bestätigte, dass ausreichend FSC-zertifiziertes Material zur Erfüllung der betreffenden Bestellungen verfügbar war.
  • Es wurde festgestellt, dass FSC-zertifizierte und nicht zertifizierte Holzkohle voneinander getrennt in zwei verschiedenen Hallen gelagert werden.
  • Eine versehentliche Vermischung von zertifiziertem und nicht zertifiziertem Material stuft ASI als höchst unwahrscheinlich ein.
  • Die Diskrepanz zwischen den Laborergebnissen und dem angegebenen Herkunftsland ist bisher noch ungeklärt. Die Herkunftslandangabe auf der Verkaufsverpackung ist unabhängig von der FSC-Angabe „FSC 100 %“.

Die nächsten Schritte

Die Untersuchung durch ASI wird fortgesetzt, um zu klären, wie es zu der oben beschriebenen Diskrepanz gekommen ist. Auch die Rückverfolgbarkeit des betreffenden unerwarteten Materials aus Paraguay wird aktuell noch untersucht.

Weitere Untersuchungen

FSC wird die weiteren Erkenntnisse aus der umfangreichen Studie bewerten und ggf. nötige Maßnahmen ergreifen, um die Integrität von FSC-Lieferketten auch bei Holzkohle herzustellen. Dabei werden auch die FSC-zertifizierten Produkte überprüft, bei denen das Thünen Institut eine Diskrepanz bei den im FSC-Zertifikat angegebenen Holzarten und den tatsächlich verwendeten botanischen Arten identifiziert hatten.

Sobald weitere Ergebnisse vorliegen, wird FSC diese veröffentlichen.

Annika Burger