Zertifizierung von kleinen Unternehmen

In Deutschland ist es möglich, als kleineres Verarbeitungsunternehmen durch die Teilnahme in einem FSC-Gruppenzertifikat FSC-zertifiziert zu sein. Durch den Zusammenschluss zu einer Gruppe ermöglichen die Regeln des FSC-Standards zur Zertifizierung von mehreren Standorten einen einfachen und flexiblen Umgang mit der Zertifizierung von Verarbeitungsunternehmen. Die übliche jährliche externe Überprüfung von jedem einzelnen Unternehmen wird hierbei ersetzt durch eine intern organisierte Überprüfung, die durch eine Gruppenleitung betreut und gesteuert wird.

Für die Teilnahme in einer Gruppenzertifizierung in Deutschland muss mindestens einer dieser beiden Punkte für Ihr Unternehmen zutreffen:

  • Jedes teilnehmende Unternehmen darf nicht mehr als 15 Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)

oder

  • nicht mehr als 3 Mio. EUR Jahresumsatz haben.

Alle teilnehmenden Unternehmen müssen sich im gleichen Land wie die Organisation, die das Zertifikat inne hat, befinden.


Zertifizierungsgruppen

In Deutschland existieren mehrere Zertifizierungsgruppen in unterschiedliche Marktsektoren. Zurzeit gibt es in Österreich keine Anbieter (Interessenten können sich für weitere Informationen gerne an uns wenden).


Anwendungsgebiete

Die FSC-Gruppen-COC-Zertifizierung ist speziell für die Zertifizierung von kleinen, unabhängigen Unternehmen konzipiert, die durch den Zusammenschluss zu einer Gruppe besseren Zugang zu einer FSC-Zertifizierung haben, indem sie sich den Aufwand einer Zertifizierung teilen und von technischer Unterstützung und der Überwachung durch eine Zentrale profitieren. Normalerweise erfordert eine FSC-COC-Zertifizierung eine jährliche Prüfung durch einen externen zugelassenen FSC-Auditor. Durch den Zusammenschluss von Betrieben im Rahmen von FSC-Gruppenzertifikaten ermöglicht der FSC, den externen Prüfvorgang durch eine interne Prüfung eines qualifizierten Auditors zu ersetzen. Hieraus können sich günstige Möglichkeiten für Organisation und Kosten ergeben, allerdings müssen nach wie vor alle beteiligten Betriebe jährlich überprüft werden. Folgende Vorteile können sich durch eine FSC-COC-Gruppenzertifizierung ergeben:

  • Beschleunigter Zugang zur FSC-Zertifizierung für neue Gruppenteilnehmer
  • Senkung von Personal- und Zeitaufwand
  • Vereinfachungen durch Standarisierung von Abläufen
  • Verlässlichkeit bei der Umsetzung technischer Anforderungen (über externen Dienstleister oder einen internen Gruppenmanager)
  • Unterstützung durch die Gruppenvertretung

Voraussetzungen

Aufgaben-und Verantwortungsverteilung bei FSC-COC-GruppenzertifizierungFür die Teilnahme an Gruppen müssen Unternehmen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese wurden von FSC Deutschland angepasst und sind seit dem 12.12.2014 für Unternehmen in Deutschland wie folgt gültig:

  • Jede teilnehmende Produktionsstätte darf nicht mehr als 15 Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) ODER
  • nicht mehr als 3 Mio. EUR Jahresumsatz haben.
    HINWEIS: Bei Beschützenden Werkstätten oder Werkstätten des Justizvollzuges bezieht sich der Jahresumsatz nur auf den Umsatz mit aus Wald stammenden Produkten.
  • Alle teilnehmenden Standorte müssen sich im gleichen Land wie die Organisation, die das Zertifikat innehat, befinden.
  • Auch Unternehmen unterschiedlicher Herstellungsprozesse können Teil einer Gruppenzertifizierung sein.

Ein wesentlicher Unterschied zu Einzelzertifikaten ist, dass die Zentrale (Gruppenmanager) zu jedem Zeitpunkt innerhalb des jährlichen Wachstumslimits, welches von der Zertifizierungsstelle estgesetzt wurde, neue teilnehmende Standorte in den Geltungsbereich des Zertifikates hinzufügen kann. Allerdings ist die maximale Anzahl von teilnehmenden Standorten auf maximal 500 Teilnehmer pro Zertifikat begrenzt. Ein wichtiges Merkmal einer COC-Gruppe ist die Benennung eines zentralen Zertifikatsmanagers. Dieser benötigt professionelle Erfahrung, Fachwissen und entsprechende Kompetenz, das Zertifikat zu verwalten und die Anforderungen der zutreffenden FSC-Standards umzusetzen.


Kostenfaktoren bei der FSC-Gruppen-COC-Zertifizierung

Die Kosten für die Gruppenleitungund die Zertifizierung sind abhängig der Anzahl der Gruppenmitglieder. Folgende Kostenpunkte sind u.a. relevant:

  • Vorbereitungskosten (Beratung) zum Beitritt
  • Kosten für Gruppenleitung
  • Zertifizierungskosten je Unternehmen
  • Kosten für das Audit und den Auditor (externe Audits)
  • Verwaltungs- und Servicegebühren der Zertifizierungsstelle
  • Verwaltungsgebühren für den FSC (ab etwa 50€/ jährlich für kleinere Unternehmen, und gestaffelt nach Umsatz mit Holzprodukten)

Hinweise zur Situation bei Suspendierung oder Terminierung des Zertifikats der Gruppe:

Suspendierung (entsprechender Eintrag mit Datumsangabe unter info.fsc.org):

  • Keine FSC-Aussage oder Einsatz der FSC-Warenzeichen durch die Mitglieder mehr auf den Verkaufsdokumenten.
  • Auf Anweisungen und weitere Informationen der Gruppenleitung warten oder diese einfordern.

Terminierung (entsprechender Eintrag mit Datumangabe unter info.fsc.org):

  • Keine FSC-Aussage oder Einsatz der FSC-Warenzeichen durch die Mitglieder mehr auf den Verkaufsdokumenten.
  • Bereits gekennzeichnete, fertighergestellte, zur Auslieferung bereitgestellte Ware muss nicht entkennzeichnet werden (Referenz im FSC-Regelwerk: Geltungsbereich des FSC-STD-20-011)
  • Bei Wunsch der Weiterführung der Zertifizierung, entweder einen Antrag auf Einzelzertifikat bei einer FSC-Zertifizierungsstelle oder auf Aufnahme in einer der oben aufgeführten Gruppe stellen. Details für den Übergang (etwa Änderung der C-Lizenznummer und Einsatz des neuen Zertifikatscodes) mit der Gruppenvertretung oder der Zertifizierungsstelle klären.

Quellen und Hilfen


© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213