Controlled Wood

Controlled Wood stellt Mindestanforderungen für nicht-zertifiziertes Material. (© Istock.com)© Istock.comDas FSC-Mix-Label ermöglicht es, Produkte auf den Markt zu bringen, die neben FSC-zertifizierten Materialien auch Material aus nicht-zertifizierten Wäldern enthalten. Diese nicht-zertifizierten Materialien müssen allerdings bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Die Anforderungen an nicht-zertifiziertes Material werden vom FSC Controlled Wood Standard (FSC-STD-40-005 V3-1) vorgegeben. Im Standard werden Verfahren darüber festgelegt, wie Unternehmen den Controlled Wood-Status von Materialien nachweisen können.


Neben dem Ausschluss illegalen Holzes, berücksichtigt FSC Controlled Wood auch zentrale soziale und ökologische Aspekte. Es garantiert sozusagen einen minimalen Verhaltenskodex. Die wichtigsten Anforderungen an Controlled Wood sind:

  • Ausschluss von illegal geerntetem Holz
  • Ausschluss von Holz aus Gebieten, in denen gegen traditionelle und bürgerliche Grundrechte verstoßen wird
  • Ausschluss von Holz aus Wäldern, deren besondere Schutzwerte durch die Waldbewirtschaftung gefährdet sind
  • Ausschluss von Holz, das aus der Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen oder in nicht-forstliche Nutzungsformen stammt und
  • Ausschluss von Holz aus Wäldern, die mit gentechnisch veränderten Baumarten bepflanzt sind

Ziel von Controlled Wood ist es, die Herstellung von FSC-Mix-Produkten zu ermöglichen und die Verfügbarkeit FSC-zertifizierter Produkte zu erhöhen. Controlled Wood hat nicht zum Ziel, einen Parallelmarkt mit niedrigeren Standards als die der FSC-Prinzipien und -Kriterien zu schaffen. Deshalb gibt es auch kein eigenständiges FSC Controlled Wood Label!


Wozu braucht es die Risikobewertung?

Nicht akzeptale QuellenNeben der Vermeidung illegalen Holzes, berücksichtigt FSC Controlled Wood auch zentrale soziale und ökologische Aspekte. Es garantiert sozusagen einen minimalen Verhaltenskodex, eine minimale Anforderung zu Risiken sich an „schlechten“ Praktiken in der Waldwirtschaft zu beteiligen. Die fünf benannten inakzeptablen Praktiken sind:

  • Illegal geerntetes Holz oder Holzhandel unter Missachtung von Handels- und Zollgesetzen
  • Holz aus Gebieten, in denen gegen traditionelle Rechte oder Menschenrechte verstoßen wird
  • Holz aus Wäldern, deren besondere Schutzwerte durch die Waldbewirtschaftung gefährdet sind
  • Holz, das aus der Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen oder in nicht-forstliche Nutzungsformen stammt
  • Holz von gentechnisch veränderten Bäumen

Unternehmen, die FSC Controlled Wood-Material für den Zweck der Herstellung von Mix-Produkten oder für den Weiterverkauf deklarieren wollen, müssen folgendes erfüllen:

  • Die Herkunft des Holzes belegen / nachweisen
  • Das Risiko für nicht akzeptable Quellen bewerten
  • bei beschriebenem Risiko, die Lieferkette prüfen und Maßnahmen zur Vermeidung der Risiken ergreifen

Was ist eine Risikobewertung?

Eine Beurteilung des Risikos, dass Material aus nicht akzeptablen Quellen beschafft wird, einschließlich der Bewertung in Bezug auf die Herkunft und die Materialvermischungen in der Lieferkette.

Optionen für eine Risikobewertung

Die Risikobewertung kann dabei wie folgt stattfinden:

  • durch eine vereinfachte Risikobewertung (SRA) nach altem Regelwerk (nur noch gültig bis 31.12.2017)
  • durch eine unternehmenseigene Risikobewertung nach den neuen, aufwendigen Regeln (ERA)
  • durch Information aus einer bestehenden FSC-Risikobewertung (NRA oder CNRA)
  • durch eine Analyse der einzelnen Risikostufen je Kategorie und Indikator und deren Folgen:
  • Bei “niedrigem Risiko” ist keine weitere Prüfung erforderlich
  • Bei “benanntem Risiko” muss die Lieferkette zu diesem Risiko geprüft und Kontrollmaßnahmen müssen umgesetzt werden
  • Bei “unbewertetem” Risiko muss die Lieferkette geprüft und Kontrollmaßnahmen müssen umgesetzt werden

Situation in Deutschland

Controlled Wood aus deutschen Wäldern

FSC Deutschland hat eine Risikobewertung auf nationaler Ebene erarbeitet und diese wurde vom FSC International zum 3. April 2018 veröffentlicht.
Es wurde zu allen Controlled Wood-Kategorien niedriges Risiko zugewiesen.

Das Dokument ist über die Website des FSC International abrufbar.

Eine Erklärung des Vorstandes von FSC Deutschland stellt die Bewertung in den Kontext deutscher Waldwirtschaft.


Risikobewertungen weltweit

Der FSC International stellt nun für mehr als 50 Länder öffentlich Risikobewertungen bereit. Diese Risikobewertungen prüfen die Controlled Wood-Indikatoren ab und dienen u.a. für die Bereitstellung von FSC Controlled Wood-Material. Dafür sind dann für die jeweils mit Risiko beurteilten Indikatoren sogenannten "Kontrollmaßnahmen" umzusetzen, die das Risiko vermeiden oder verringern.

Mehr Informationen zu den Risikobewertungen sowie den Aktivitäten von FSC International rund um Controlled Wood finden Sie hier. Die genehmigten FSC-Risikobewertungen können Sie in dem FSC Document Centre einsehen.

Ihr Ansprechpartner für Controlled Wood bei FSC Deutschland: Ulrich Malessa, Ulrich.Malessa at fsc-deutschland point de


© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213