Was ist nachhaltige Forstwirtschaft?


Die Natur hat Wälder seit Ewigkeiten selber nachhaltig bewirtschaftet und es gibt keinen besseren Lehrer.

Sustainable ForestryWenn wir die Wälder so nah wie möglich in der Art und Weise bewirtschaften, wie die Natur es tun würde, dann werden wir in der Lage sein, ein kontinuierliches Wachstum sicherzustellen.

Das ist nachhaltige Forstwirtschaft.

Aber Forstwirtschaft ist nicht immer gleich Forstwirtschaft. Es gibt unterschiedliche Verfahren für verschiedene Waldtypen, und es gibt klare Unterschiede zwischen borealem, gemäßigtem und tropischem Wald und wie die Natur und wir Menschen damit verfahren, diese zu bewirtschaften.


Erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Waldarten und darüber wie die Natur und wir diese bewirtschaften.

Boreale Nadelwälder – (box) Durchschnittstemperatur: zwischen -5 und 5 Grad Celsius Niederschlag: zwischen 20 und 200 cm pro Jahr, meistens als Schnee Boden: nährstoffarm und sauer Vegetation: hauptsächlich kältetolerante, immergrüne Koniferen mit nadelgleichen Blättern wie Kiefer, Tanne und Fichte Fauna: umfasst Spechte, Falken, Elche, Bären, Wiesel, Luchs, Fuchs, Wolf, Rehe, Hasen, Streifenhörnchen, Spitzmäuse Fledermäuse Lokation: nördliche Teile Europas, Asiens und Nordamerikas (/box) Da boreale Wälder kalt sind und ihre Böden nicht viel Licht von der Sonne erhalten, reicht die Natur ihnen eine helfende Hand, indem sie ihnen gute Katastrophen sendet. Feuer, Fluten, Stürme, Lawinen, alles wirkt erst einmal unheimlich und macht uns Menschen Angst. Diese Naturereignisse sind jedoch in den borealen Wäldern äußerst willkommen. Es werden Nährstoffe freigesetzt, die sonst in den Bäumen gebunden waren, so dass neue Wälder wachsen können. Feuer reißt Löcher in den Wald, damit danach die Sonne weiter vordringen und die Samen, Nährstoffe und Organismen im Boden aktivieren kann. Dadurch werden verschiedene Prozesse auf und im Waldboden angeregt – neue Bäume können in diesen Klimazonen erst wachsen, wenn die alten Platz für sie gemacht haben.  Feuer stimuliert zwar die Regeneration in borealen Wäldern, aber das Ergebnis ist der Verlust von Bäumen, die dazu genutzt werden könnten unsere Häuser zu bauen oder um Produkte herzustellen, die wir jeden Tag brauchen. Die Natur hat uns gelehrt, dass in borealen Wäldern Bäume Platz machen müssen, damit neue Bäume wachsen können, dieser Prozess wird von den dortigen Forstverwaltungen, in Form des sogenannten Kahlschlags (das großflächige Einschlagen von Bäumen) imitiert.Gemäßigte Wälder – (box) Durchschnittstemperatur: zwischen -30 und 30 Grad Celsius, mit klar abgegrenzten Jahreszeiten Niederschlag: 75 - 150cm Regen pro Jahr Boden: fruchtbar, angereichert durch jährlichen Laubfall Vegetation: Laubbäume wie Eichen, Ahorn und Buchen Fauna: Bären, Adler, Rehe, Füchse, Hasen, Eulen, Frösche Lokation: Ostküste USA, Kanada, manche europäische Länder, China, Japan (/box) Gemäßigte Wälder arbeiten in Harmonie mit den vier Jahreszeiten und brauchen normalerweise keine Störungen oder Katastrophen um ihr Wachstum zu regulieren, so wie boreale Wälder es benötigen. Bäume sterben individuell und werden von dem Baum ersetzt, der den Kampf ums Sonnenlicht gewinnt. In gemäßigten Wäldern herrscht das Recht des Stärkeren (Survival of the fittest). Der gefallene Baum wird als Totholz bezeichnet und beginnt, auf dem Waldboden zu verrotten. Dabei wird der Totholzbaum dann zur Heimat für zahlreiche Insekten und Pilze und gibt so wieder Nährstoffe als Dünger an den Boden ab, er gewährleistet also kontinuierliches Wachstum.  In den gemäßigten Breitengraden spielen Einzelbaumernte und Totholzprogramme (hier wird eine gewisse Anzahl an Bäumen vor dem Einschlag bewahrt, damit sie natürlich fallen können) für die Förster eine wichtige Rolle, um die Natur so echt wie möglich zu imitieren.Tropische Wälder – (box) Durchschnittstemperatur: zwischen 20 und 25 Grad Celsius mit deutlicher Saisonalität Niederschlag: 200 bis 1000cm Regen pro Jahr Boden: nährstoffarm mit verfaulender Vegetation, die Nährstoffe bereit stellt Vegetation: Wein, Palm Bäume, Orchideen, Farne Fauna: Schlangen, Paviane, Fledermäuse, Pumas, Jaguar, Affen und Taranteln Vorkommen: zwischen den Wendekreisen, in der Nähe des Äquators (/box) Nachhaltige Waldwirtschaft bei tropischen Wäldern ist deutlich komplexer als das Bewirtschaften von borealen oder gemäßigten Wäldern. Diese Wälder sind das Zuhause von extrem vielen Arten, es wurde festgestellt, dass sechs Prozent der Landfläche der Erde, die mit tropischem Regenwald bedeckt sind, 50 Prozent aller Arten beheimatet. Hunderte unterschiedliche Baumarten bieten Nahrung und Schutz für zahlreiche exotische Tierarten und Wildnis. Eine derartige Fülle an Arten und diese Fülle im Naturhaushalt zu verwalten und dabei allen Bedürfnissen gerecht zu werden kann eine besondere Herausforderung sein.   Die Natur stellt sicher, dass nur der Stärkste überlebt – ein Baum fällt, um eine Lücke für einen neuen zu schaffen, der an seiner Stelle wachsen kann. Auf diese Weise erhält die Natur sich ihre biologische Vielfalt – keine Baumart wird je komplett verloren gehen, für die Tier und Pflanzenwelt wird stets Sorge getragen.  Förster arbeiten hier auf dieselbe Weise wie die Natur, sorgfältig beurteilen sie die Qualität jedes einzelnen Baumes – seine Gesundheit, den Durchmesser und die Präsenz von Samen- plus der Tatsache, ob genug Bäume dieser Art zurückbleiben, um die auf ihn angewiesene Tier und Pflanzenwelt zu bewahren, bevor die Entscheidung zur Ernte getroffen wird. Einen tropischen Wald nachhaltig zu bewirtschaften ist ein Balance-Akt, aber wenn man vom Besten lernt – von der Natur – dann kann man kontinuierliches Wachstum gewährleisten.

Boreale Nadelwälder

Da boreale Wälder kalt sind und ihre Böden nicht viel Licht von der Sonne erhalten, reicht die Natur ihnen eine helfende Hand, indem sie ihnen gute Katastrophen sendet. Feuer, Fluten, Stürme, Lawinen, alles wirkt erst einmal unheimlich und macht uns Menschen Angst. Diese Naturereignisse sind jedoch in den borealen Wäldern äußerst willkommen. Es werden Nährstoffe freigesetzt, die sonst in den Bäumen gebunden waren, so dass neue Wälder wachsen können. Feuer reißt Löcher in den Wald, damit danach die Sonne weiter vordringen und die Samen, Nährstoffe und Organismen im Boden aktivieren kann. Dadurch werden verschiedene Prozesse auf und im Waldboden angeregt – neue Bäume können in diesen Klimazonen erst wachsen, wenn die alten Platz für sie gemacht haben.

Feuer stimuliert zwar die Regeneration in borealen Wäldern, aber das Ergebnis ist der Verlust von Bäumen, die dazu genutzt werden könnten unsere Häuser zu bauen oder um Produkte herzustellen, die wir jeden Tag brauchen. Die Natur hat uns gelehrt, dass in borealen Wäldern Bäume Platz machen müssen, damit neue Bäume wachsen können, dieser Prozess wird von den dortigen Forstverwaltungen, in Form des sogenannten Kahlschlags (das großflächige Einschlagen von Bäumen) imitiert.

Facts

Durchschnittstemperatur: zwischen -5 und 5 Grad Celsius
Niederschlag: zwischen 20 und 200 cm pro Jahr, meistens als Schnee
Boden: nährstoffarm und sauer
Vegetation: hauptsächlich kältetolerante, immergrüne Koniferen mit nadelgleichen Blättern wie Kiefer, Tanne und Fichte
Fauna: umfasst Spechte, Falken, Elche, Bären, Wiesel, Luchs, Fuchs, Wolf, Rehe, Hasen, Streifenhörnchen, Spitzmäuse Fledermäuse
Lokation: nördliche Teile Europas, Asiens und Nordamerikas

Gemäßigte Wälder

Gemäßigte Wälder arbeiten in Harmonie mit den vier Jahreszeiten und brauchen normalerweise keine Störungen oder Katastrophen um ihr Wachstum zu regulieren, so wie boreale Wälder es benötigen. Bäume sterben individuell und werden von dem Baum ersetzt, der den Kampf ums Sonnenlicht gewinnt. In gemäßigten Wäldern herrscht das Recht des Stärkeren (Survival of the fittest). Der gefallene Baum wird als Totholz bezeichnet und beginnt, auf dem Waldboden zu verrotten. Dabei wird der Totholzbaum dann zur Heimat für zahlreiche Insekten und Pilze und gibt so wieder Nährstoffe als Dünger an den Boden ab, er gewährleistet also kontinuierliches Wachstum.

In den gemäßigten Breitengraden spielen Einzelbaumernte und Totholzprogramme (hier wird eine gewisse Anzahl an Bäumen vor dem Einschlag bewahrt, damit sie natürlich fallen können) für die Förster eine wichtige Rolle, um die Natur so echt wie möglich zu imitieren.

Facts

Durchschnittstemperatur: zwischen -30 und 30 Grad Celsius, mit klar abgegrenzten Jahreszeiten
Niederschlag: 75 - 150cm Regen pro Jahr
Boden: fruchtbar, angereichert durch jährlichen Laubfall
Vegetation: Laubbäume wie Eichen, Ahorn und Buchen
Fauna: Bären, Adler, Rehe, Füchse, Hasen, Eulen, Frösche
Lokation: Ostküste USA, Kanada, manche europäische Länder, China, Japan

Tropische Wälder

Nachhaltige Waldwirtschaft bei tropischen Wäldern ist deutlich komplexer als das Bewirtschaften von borealen oder gemäßigten Wäldern. Diese Wälder sind das Zuhause von extrem vielen Arten, es wurde festgestellt, dass sechs Prozent der Landfläche der Erde, die mit tropischem Regenwald bedeckt sind, 50 Prozent aller Arten beheimatet. Hunderte unterschiedliche Baumarten bieten Nahrung und Schutz für zahlreiche exotische Tierarten und Wildnis. Eine derartige Fülle an Arten und diese Fülle im Naturhaushalt zu verwalten und dabei allen Bedürfnissen gerecht zu werden kann eine besondere Herausforderung sein.

Die Natur stellt sicher, dass nur der Stärkste überlebt – ein Baum fällt, um eine Lücke für einen neuen zu schaffen, der an seiner Stelle wachsen kann. Auf diese Weise erhält die Natur sich ihre biologische Vielfalt – keine Baumart wird je komplett verloren gehen, für die Tier und Pflanzenwelt wird stets Sorge getragen.

Förster arbeiten hier auf dieselbe Weise wie die Natur, sorgfältig beurteilen sie die Qualität jedes einzelnen Baumes – seine Gesundheit, den Durchmesser und die Präsenz von Samen- plus der Tatsache, ob genug Bäume dieser Art zurückbleiben, um die auf ihn angewiesene Tier und Pflanzenwelt zu bewahren, bevor die Entscheidung zur Ernte getroffen wird. Einen tropischen Wald nachhaltig zu bewirtschaften ist ein Balance-Akt, aber wenn man vom Besten lernt – von der Natur – dann kann man kontinuierliches Wachstum gewährleisten.

Facts

Durchschnittstemperatur: zwischen 20 und 25 Grad Celsius mit deutlicher Saisonalität
Niederschlag: 200 bis 1000cm Regen pro Jahr
Boden: nährstoffarm mit verfaulender Vegetation, die Nährstoffe bereit stellt
Vegetation: Wein, Palm Bäume, Orchideen, Farne
Fauna: Schlangen, Paviane, Fledermäuse, Pumas, Jaguar, Affen und Taranteln
Vorkommen: zwischen den Wendekreisen, in der Nähe des Äquators

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