Investitionen von Forstplantagen in soziale Dienstleistungen und lokale Infrastruktur: eine Analyse von privaten, FSC-zertifizierten und staatlichen, nicht-zertifizierten Plantagen im ländlichen Tansania

AutorInnen: Mohammed B. Degneta, Edwin van der Werf, Verina Ingram, Justus Wesseler
Jahr: 2018
Veröffentlichung: Land Use Policy, Volume 79, Pages 68-83

Link zur Studie (in englischer Sprache): https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/ […]


Diese Studie untersucht die Wahrnehmungen lokaler Haushalte, inwieweit Betreiberunternehmen von Forstplantagen in soziale Dienstleistungen und lokale Infrastruktur im ländlichen Tansania investieren. Betrachtet werden Haushalte, die in Dörfern leben, die an private, FSC-zertifizierte Forstplantagen angrenzen und Haushalte in Dörfern, die an eine staatliche, nicht-zertifizierte Plantage angrenzen.

Die Bedeutung von Forstplantagen bei der Bereitstellung von Forstprodukten wie z.B. Zellstoff und Holz nimmt stetig weiter zu. Der weltweite Rückgang des Holzangebots aus natürlichen Wäldern wurde in den letzten drei Jahrzehnten von einem Anstieg des Holzangebots aus gepflanzten Wäldern begleitet. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

Tansania ist eines der Länder, die eine rasante Ausdehnung von Forstplantagen erlebt haben. Die gepflanzte Waldfläche des Landes hat sich in den letzten drei Jahrzehnten fast verdoppelt. Sie stieg von 150.000 ha im Jahr 1990 auf 290.000 ha im Jahr 2015. Tansania gehört außerdem zu den Ländern mit der am schnellsten wachsenden Fläche was die FSC-zertifizierten Wälder in Afrika betrifft.

Die Studie wurde in vier Dörfern im Distrikt Mufindi, in der Iringa-Region, durchgeführt, nämlich in Idete, Kihanga, Mapanda und Nzivi. Die Haushalte in allen Dörfern berichten im Durchschnitt über positiv wahrgenommene Veränderungen der sozialen Dienstleistungen und der lokalen Infrastruktur im Zusammenhang mit den Investitionen der Plantagenunternehmen. Dennoch zeigen sich Unterschiede. Haushalte in Dörfern, die an die FSC-zertifizierten Plantagen angrenzen, empfinden im Durchschnitt mit einer um 25,2% höheren Wahrscheinlichkeit, dass die Plantagenbetreiber Anzahl und Qualität von Gesundheitszentren verbessert haben. Dies im Vergleich zu Haushalten in Dörfern, die an die staatlichen, nicht-zertifizierten Plantagen angrenzen. Zudem geben Haushalte in Dörfern in der Nähe von FSC zertifizierten Plantagen mit einer um 26,4% höheren Wahrscheinlichkeit an, dass es durch die Plantagen eine Verbesserung der Bildung in ihren Dörfern gab. Wiederum im Vergleich zu Haushalten in Dörfern, die an die unzertifizierte Plantage angrenzen. Haushalte in der Umgebung von FSC-Plantagen geben zudem mit einer 15% höheren Wahrscheinlichkeit an, dass durch die Plantagen die Anzahl an zur Schule gehenden Kindern gestiegen ist. Es besteht außerdem ein positiver Zusammenhang zwischen den FSC-zertifizierten Plantagen und der wahrgenommenen Verbesserung der Länge und Qualität von Straßen und Brücken in den angrenzenden Dörfern. Hier, in Dörfern angrenzend an FSC-zertifizierte Plantagenbetriebe, geben durchschnittlich 22,9% mehr Haushalte an, dass die Plantagen die Länge und Qualität von Straßen und Brücken verbessert haben. Dorfbewohner, die in der Nähe der FSC-zertifizierten Forstplantagen leben, berichten zudem häufiger davon, dass die Plantagengesellschaften den Bau und die Verbesserung von Schulgebäuden, Straßen und Brücken sowie Krankenstationen und ähnlichen Einrichtungen finanzierten oder sich daran beteiligten.


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