Wales - der Baummarder kehrt nach Wales zurück

Mader in Wales (© Henry Schofield Marten_FSC UK)© Henry Schofield Marten_FSC UKIn Wales wurde der Baummarder vor dem Aussterben bewahrt. Möglich wurde dies dank einer Umsiedlungsaktion in Wälder, die nach FSC-Standards bewirtschaftet werden. Der nachtaktive Marder ist auf den Britischen Inseln, vor allem in England und Wales, mittlerweile sehr selten geworden. Doch nun scheint sich seine kleine Population zu erholen: mindestens vier der umgesiedelten weiblichen Baummarder bekamen im Frühling 2016 Nachwuchs, was einen kleinen Sieg für Umweltschützer darstellt

Der Plan zur Erholung des Baummarderbestands
Der Akteur hinter dieser Umsiedlung ist der Vincent Wildlife Trust. Hierbei handelt es sich um eine Stiftung, die sich in Großbritannien und Irland für den Schutz von Säugetieren einsetzt. Schon seit über 30 Jahren betreibt sie Forschung und führt Studien über den Baummarder durch. Um den Bestand auf den Britischen Inseln nicht weiter zu gefährden, sah sich die Stiftung gezwungen, im Herbst 2015 zwanzig Baummarder aus einer größeren Population in Schottland nach Wales in ein vom FSC-zertifiziertes Waldgebiet umzusiedeln. Im darauffolgenden Jahr wurden weitere Marder in demselben Gebiet ausgesetzt.

Lebensraum und Brutmöglichkeiten des Baummarders
Baummarder pflanzen sich nur langsam fort: erst im Alter von zwei bis drei Jahren kommt es zur ersten Paarung. Gleichzeitig bleibt es bei einem Wurf pro Jahr mit ein bis zwei Jungtieren. Die Tatsache, dass sich die umgesiedelten Tiere in Wales bereits im ersten Jahr nach ihrer Ankunft fortgepflanzt haben, zeigt, dass genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, um die Nachkommen in den neuen Gebieten zu ernähren. Diesen Umstand verdankt man nicht zuletzt auch den weitreichenden Schutzbestimmungen der FSC-Standards.


Marten Habitat (© Henry Schofield Marten_FSC UK)© Henry Schofield Marten_FSC UKDie Auswirkungen auf das Ökosystem
Ein Anstieg der Baummarderpopulation hat außerdem positive Auswirkungen auf den Rest des Ökosystems. So wäre ein größerer Marderbestand eine gute Neuigkeit für das europäische Eichhörnchen. Seine Population wurde in Großbritannien durch das aus Nordamerika eingewanderten Grauhörnchen beinahe vollständig ausgelöscht. Neueste Studien fanden nun heraus, dass die meist sehr resistenten Grauhörnchen, anders als Eichhörnchen, zu den Beutetieren des Baummarders gehören. So kam es in Irland und Schottland, wo es schon größere Mardervorkommen gibt, zu einem Rückgang der Grauhörnchenpopulation, wovon das einheimische Eichhörnchen profitieren konnte.

Die Rolle der verantwortungsvollen Waldwirtschaft
Heutzutage setzen viele Waldbewirtschaftungspläne, darunter auch die Richtlinien des FSC, auf die Erhöhung der Artenvielfalt und eine nachhaltige Entwicklung des Ökosystems Wald, um empfindliche Arten zu bewahren. Diese Entwicklung sollte für den Baummarder hinsichtlich der Stabilität seines Lebensraums, einer erhöhten Verfügbarkeit an Nahrung und geeigneten Brutplätzen von Vorteil sein.
Weitläufige und gut strukturierte Waldflächen besitzen aber auch für andere Arten positive Eigenschaften und erweisen sich vor allem gegenüber veränderten Umweltbedingungen als resilient. Dadurch werden der Lebensraum einheimischer Arten und ein stabiles Ökosystem unterstützt.


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