Mittwoch, 08 August 2018
FSC-Auslegungen zum Geltungsbereich von FSC-COC-Zertifikaten

Der FSC hat zum 1.8.2018 vier Auslegungen zum Produktkettenstandard FSC-STD-40-004 V3-0 veröffentlicht. Davon beziehen sich drei Auslegungen auf die Anforderung Holzarten und Produktarten in Produktgruppenlisten zu benennen.


Angaben zur Holzart und Produktart sind Teil der veröffentlichten Information zum Geltungsbereich von Zertifikaten auf info.fsc.org.
Die neuen Auslegungen sind im Original im FSC-Documentcenter unter https://ic.fsc.org/en/document-center/id/109 verfügbar.
FSC Deutschland stellt die neuen Auslegungen in Deutsch-Englischer Fassung hier zur Verfügung.

Hinweis: Die englische Originalfassung im FSC-Documentcenter ist verbindlich.

Referenz: INT-STD-40-004_38

(Anforderung: Box 4, d), Veröffentlichungsdatum: 01. August 2018)

Kann ein Händler Brennholz (-balken) kaufen und als Faserholz (für die Zellstoffherstellung) wieder verkaufen?

Nein, der Kauf als Brennholz und der Verkauf als Faserholz (für die Zellstoffindustrie) stellt eine Höherstufung der Produktqualität dar, welches nach dem FSC-Regelwerk nicht erlaubt ist.

Referenz: INT-STD-40-004_39

(Anforderung: Clause 7.3, Veröffentlichkeitsdatum: 01. August 2018)

Der COC-Standard verlangt, dass Holzarten in Produktgruppen angegeben werden müssen, wenn sie die Produkteigenschaften beschreiben. Was ist die FSC-Auslegung dieser Forderung?

Holzarten sind im Fall von wiederverwerteten und gedruckten Materialien und Produkten nicht relevant. In allen anderen Fällen beschreiben Holzarten die Produkteigenschaften und muss deshalb in Produktgruppenlisten angegeben werden.


Hinweis: Diese Interpretation INT-STD-40-004_39 wurde durch FSC International aufgehoben.

Referenz: INT-STD-40-004_40

(Anforderung: Clause 7.3, Veröffentlichkeitsdatum: 01. August 2018)

Können Organisationen in ihren Produktgruppen Holzarten und Produkte angeben, die sie nicht beziehen, produzieren und/oder verkaufen können?

Nein, Organisationen dürfen in ihre Produktgruppen nur die Produkte und Arten einbeziehen, die sie mit FSC-Angaben seit der letzten Prüfung durch die Zertifizierungsstelle verkauft haben und die glaubhaft mit FSC-Angaben geliefert werden können. Da Zertifizierungsstellen die Produktgruppen ihrer Kunden genehmigen müssen, nehmen sie auch eine Rolle in der Analyse und Beurteilung darüber ein, ob die von der Organisation bereitgestellte Information in Bezug auf kommerzielle und legale Verfügbarkeit Sinn ergibt und als Produktgruppe genehmigt werden kann.

Referenz: INT-STD-40-004_41

(Anforderung: Clause 7.3, Veröffentlichungsdatum: 01. August 2018)

Kann eine Organisation in ihrer Produktgruppenliste eine Kopie der Holzartenliste ihrer Lieferanten angeben, ohne jegliche Berücksichtigung dessen, ob diese Arten tatsächlich geliefert werden?

Grundsätzlich stellt es kein Problem dar, wenn eine Organisation das gleiche Holzartenspektrum angibt wie ihr Lieferant, da sie von der Artenangabe abhängig ist, die ihr Lieferant bereitstellt. Allerdings müssen sich Organisationen, wenn sie ihre Produktgruppen erstellen, auf die Arten beziehen, die sie tatsächlich bezogen haben oder von ihren Lieferanten beziehen werden können.


© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213