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Montag, 06 Dezember 2021
FSC erobert Textilwelt

Viskose (© Kelheim Fibres GmbH)© Kelheim Fibres GmbH

FSC in der Modewelt: Forests for fashion. Fashion for forests.“ – so lautete der klingende Name des Webinars des weltweiten Zertifizierungssystems für verantwortungsvollere Forstwirtschaft FSC, das kürzlich im Rahmen der FSC Deutschland/Österreich FSC-Branchen Webinar-Reihe stattfand.


Die Einsatzmöglichkeiten FSC-zertifizierter Materialien in der Textil- und Modebranche sind dabei vielfältig: Bei Verpackungen, Hangtags, Werbematerialien, Lagerungsbeutel, Einkaufstüten, Ladenbau, u.v.m ist das Label mit dem Bäumchen bereits seit Jahren ein Fixpunkt in der Fashionwelt – doch immer mehr findet die FSC Zertifizierung auch bei Textilfasern Einsatz und feiert gemeinsam mit dem Erfolgskurs der Man Made Cellulosic Fibres eine steigende Entwicklung.

Die positive Entwicklung, Mode verantwortungsvoller zu produzieren, ist unaufhaltsam. Eine FSC-Zertifizierung kann die ökologisch wirksame, sozial förderliche und wirtschaftlich rentable Bewirtschaftung der Wälder gewährleisten. Erste innovative Unternehmen aus der Modelieferkette setzen bereits auf eine FSC-Zertifizierung. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag, das Image der Modebranche hinsichtlich unabhängiger Umwelt-Sozialstandards positiv zu verändern.

Experten aus Forschung, Unternehmen aus der Lieferkette und letztlich der ersten Modemarke Deutschlands mit FSC-zertifizierter Kleidung berichteten im Rahmen des zweistündigen Webinars den interessierten Teilnehmern aus der Textilwelt Details und Hands-on-Informationen zu den Trends, Fakten, Möglichkeiten, Erfahrungen und Herausforderungen beim Einsatz FSC-zertifizierter Textilien.

Rolf Heimann, Vorstand der hessnatur Stiftung, betonte in seinem Vortrag, dass die wesentlichsten Kriterien bei Labels, die für Orientierung im Label-Dschungel sorgten Bekanntheit, Glaubwürdigkeit und Verständlichkeit wären. Mit einer gestützten Bekanntheit von 80% in Deutschland (GlobeScan Befragung 2021) kann sich der FSC jedenfalls über ein hohes Maß an Bekanntheit freuen. Für Glaubwürdigkeit sorgt unter anderem die Unterstützung führender Marken und NGOs.

Dr. Andrea Promberger von der weltweit tätigen Lenzing Gruppe, dem Experten für holzbasierte Zellulosefasern, präsentierte die strenge Holz- und Zellstoffbeschaffungsrichtlinie des Konzerns. 100% des kommerziell verwendeten Holzes und Zellstoffes sind zertifiziert und kontrolliert und davon ca. 70% nach einem der FSC-Standards. Als Herausforderung wird vor allem die mangelnde Anzahl an zertifizierten Wäldern in Europa genannt, was die regionalen Lieferketten vor eine Herausforderung stelle.

Ilka Kaczmarek als Vertreterin des Herstellers für innovative, funktionalisierte Spezialviskosefasern Kelheim Fibres zeigte auf; wie Cellulose-basierte Fasern dank innovativer Funktionalisierungen einen Beitrag zur Transformation zu nachhaltigeren Textilprodukten leisten können. Dabei betonte sie die erhöhte Nachfrage in der Lieferkette nach Zertifizierungen der nachhaltigen Herkunft von Produkten und deren Ausgangsstoffen.
Dies bestätigte auch Boris Kur
ek, Sales Director bei Enka: „Namhafte Fashion-Brands fordern FSC-zertifiziertes Material – daher bietet ENKA - erster Anbieter von FSC-zertifiziertem Garn – heute bereits 100% des Garns als FSC 100% an. Die Zertifizierung war die beste Entscheidung und eröffnet uns große Wettbewerbsvorteile.“

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Joy Leonie Defant von Mey, die FSC-Story des ersten Herstellers von FSC®-zertifizierter Kleidung in Deutschland. Die Tatsache, dass Mey in house produziert und somit eine kurze Lieferkette hat, war ein Kriterium, dass die Zertifizierung für Mey möglich bzw. einfacher gemacht hat.

Dennoch legte der Pionier in der Modewelt einen langen Weg zurück bis nun in den Läden tatsächlich erstmals in Deutschland FSC-zertifizierte, gekennzeichnet Kleidung erhältlich ist.
Eine kleine Sensation. Mögen noch viele weitere folgen. Denn noch können sich Unternehmen durch eine FSC-Zertifizierung deutlich vom Mitwettbewerb abheben und somit Wettbewerbsvorteile genießen.


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