Aktuelles

Nachrichten und Themen rund um unsere Aktivitäten


Montag, 22 November 2021
Europäische Union formuliert erstmals verbindliche Regeln gegen importierte Entwaldung

Entwaldung (© FSC Deutschland (Canva))© FSC Deutschland (Canva)

Die Europäische Union ist durch den Import von entwaldungskritischen Rohstoffen für rund 10 Prozent der weltweiten Entwaldung verantwortlich. Am 17. November 2021 hat die EU Kommission erstmals einen Entwurf für eine neue Verordnung vorgelegt, um gegen die von der EU verursachte Entwaldung vorzugehen.


Der Forest Stewardship Council (FSC) bekämpft seit seiner Gründung im Jahr 1994 Entwaldung und Raubholz: Weltweit erlauben FSC-Standards keine Abholzung in zertifizierten Wäldern. Das grundlegende Regelwerk für alle mit dem FSC assoziierten Organisationen stellt sicher, dass diese aus dem FSC-System ausgeschlossen werden, wenn sie sich an illegaler Entwaldung und der Zerstörung besonders wertvoller Waldökosysteme beteiligen.

Der FSC begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission zur Minimierung des Entwaldungsrisikos von in der EU verkauften Produkten. Dies ist ein positiver Schritt, insbesondere in Anbetracht der jüngsten Erklärung der Staats- und Regierungschefs von Glasgow zu Wäldern und Landnutzung, die der Rhetorik konkrete Maßnahmen folgen lässt.

Die vorgeschlagene EU-Verordnung hat das Potenzial, die Nachfrage nach "entwaldungsfreien" Produkten auf dem EU-Markt zu steigern, und sie kann den Rest der Welt in eine ähnlich positive Richtung lenken. Als Multi-Stakeholder-Plattform hat der FSC mit verschiedenen Akteuren - von Nichtregierungsorganisationen bis hin zu fortschrittlichen Unternehmen - zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass das vorgeschlagene EU-Gesetz eine obligatorische Sorgfaltsprüfung enthält, die durch glaubwürdige freiwillige Nachhaltigkeitsstandards ergänzt wird.

"Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass sich verpflichtende und freiwillige Ansätze nicht gegenseitig ausschließen, sondern sich vielmehr gegenseitig ergänzen. Der FSC ist bereit, weiter mit den EU-Institutionen und Regierungen in ganz Europa zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass diese Verordnung vor Ort wirklich etwas bewirken kann. Die FSC-Zertifizierung kann bei der Umsetzung dieser Verordnung eine Rolle spielen, da es wie die neuste GlobeScan Verbraucherumfrage bestätigte, eines der am häufigsten verwendeten Systeme ist", so Kim Carstensen, Generaldirektor des FSC.

Die vorgeschlagene Verordnung fordert die FSC-Zertifizierung und andere Systeme dazu auf, sich weiter zu modernisieren und die Transparenz der Produktherkunft sowie die Integrität der Audits und der Qualitätssicherung vor Ort kontinuierlich zu verbessern. Dies tut FSC bereits, indem er an vielen innovativen Lösungen zur Verbesserung der Systemintegrität arbeitet und diese zum Teil auch schon eingeführt hat. Marc Jessel, Chief System Integrity Officer des FSC, kommentierte:

"Wir sind uns bewusst, dass die Glaubwürdigkeit der FSC-Zertifizierung insbesondere für Umwelt-NGOs während des Entwicklungsprozesses dieser EU-Verordnung ein Anliegen war. Wir bewerten laufend die Integritätsrisiken des FSC-Systems und haben, wo nötig, bereits einige strenge Maßnahmen ergriffen. Die Investitionspläne, die wir im Bereich der Systemintegrität haben, sind umfangreich und gehen auf diese Bedenken ein. Ich bin zuversichtlich, dass die FSC-Zertifizierung auch in Zukunft die zuverlässigste, vertrauenswürdigste und pragmatischste Lösung sein wird, um Unternehmen in ganz Europa bei der Erfüllung der Sorgfaltspflichtanforderungen dieser vorgeschlagenen Verordnung zu unterstützen."

Das vorgeschlagene Gesetz ist zwar ein gelungener Anfang, aber einzelne Elemente können noch verbessert werden. Zum Beispiel könnte der Geltungsbereich des Gesetzes auf mehr Produkte ausgedehnt werden. Überdies könnten die sozialen Aspekte im vorgeschlagenen Text gestärkt werden, insbesondere der Schutz der Rechte indigener Völker.

"Angesichts der starken Mitgliedschaft des FSC und seiner Bündnisse, insbesondere mit indigenen Völkern und Gemeinschaften, sind wir der Meinung, dass der FSC diese und weitere Aspekte in die nächsten Phasen der Entwicklung dieses Vorschlags einbringen kann. Die FSC-Zertifizierung deckt bereits Aspekte wie die Rechte indigener Völker ab, so dass deren Aufnahme in den EU-Vorschlag nicht unbedingt eine zusätzliche Belastung für die in der EU ansässigen Unternehmen bedeutet, insbesondere nicht für die mehr als 20.000 Unternehmen, die bereits die FSC-Zertifizierung nutzen", fügte Anand Punja, Chief Engagement and Partnership Officer des FSC, hinzu.

Allgemeine Informationen zum internationalen FSC-System finden Sie hier: https://fsc.org/en

Der EU-Vorschlag zu entwaldungsfreien Lieferketten: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail […]
EU-Faktsheet zu den neuen EU-Vorschriften für entwaldungsfreie Flächen: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail […]

Ihr FSC-Kontakt für EU-Angelegenheiten: Matteo Mascolo: M.Mascolo@fsc.org


© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213