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Mittwoch, 18 August 2021
Mehr Zusammenarbeit: Ein Einblick in die FSC Indigenous Foundation

FSC Indigenous Foundation (© FIF)© FIF

Die zentrale Vision der Indigenous Foundation ist es, den globalen Wert indigener Völker, ihre Rechte, ihr Territorium, ihr Naturkapital und letztendlich ihre Lebensgrundlagen anzuerkennen und sie in die Forstwirtschaft, die Marktsysteme und den Kampf gegen den Klimawandel einzubinden.


Weltweit wurde am 9. August der „International Day of the World´s Indigenous People” begangen. Dieser Tag soll auf die Situation indigener Völker, deren Gebiete und Existenzgrundlage durch den Abbau natürlicher Ressourcen, die Folgen des Klimawandels und die fehlende Anerkennung ihrer Rechte zunehmend bedroht sind, aufmerksam machen.
Indigene Völker bewohnen und verwalten etwa ein Viertel der Erdoberfläche. Weitreichende Teile davon sind Wälder, in denen sich etwa 80 Prozent der globalen Biodiversität befindet und die – beispielsweise durch die Speicherung von Kohlenstoff – wertvolle Umweltleistungen für das Wohlergehen der Gesellschaft erbringen und den Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken können. Mit ihren Waldgebieten verfügen die indigenen Völker gleichzeitig über wertvolle natürliche Ressourcen, um die weltweit größten Produzenten von nachhaltigen Gütern und Dienstleistungen zu werden.

Auch der FSC bekennt sich seit seiner Gründung zum Schutz indigener Gemeinschaften, ihrer Rechte und ihrer Kultur. Im Rahmen einer Digitalkonferenz im Dezember 2020 antwortete Kim Carstensen, Geschäftsführer des FSC International, auf die Frage, wo er zuerst Hand anlegen würde, wenn er die Macht und die Mittel hätte unsere Wälder allein zu schützen:

„Ich würde anfangen, mit indigenen Völkern zu arbeiten, denn diese sind die wichtigsten Hüter, wenn es darum geht, unsere Wälder zu schützen.

Ein wichtiger Schritt des FSC zu mehr Zusammenarbeit mit indigenen Völkern war die Gründung der Indigenous Foundation mit Sitz in Panama. Mit der Stiftung, schafft der FSC eine operative Einheit, die indigenen Gemeinschaften auf der Entscheidungsebene eine Stimme verleiht und ihnen durch langfristige und beständige Lösungen Unterstützung bietet. Die zentrale Vision der Indigenous Foundation ist es, den globalen Wert indigener Völker, ihre Rechte, ihr Territorium, ihr Naturkapital und letztendlich ihre Lebensgrundlagen anzuerkennen und sie in die Forstwirtschaft, die Marktsysteme und den Kampf gegen den Klimawandel einzubinden. Um die Gemeinschaften zu unterstützen, wendet die Indigenous Foundation den Ansatz für indigene Kulturlandschaften (Indigenous Cultural Landscapes) an, den der FSC bereits im Jahr 2016 entwickelte. Dieser Ansatz berücksichtigt die jahrhundertealte Beziehung indigener Völker zu Land, Wasser, Fauna und Flora sowie deren Bedeutung für die kulturelle Identifikation.

Die Indigenous Foundation wurde von und für indigene Menschen gegründet und auch ihr derzeitiger Leiter, Francisco Souza, der bereits jahrzehntelange Erfahrungen mit der Arbeit mit indigenen Gemeinschaften im Amazonasregenwald sammeln konnte, ist ein einer von ihnen. Im Rahmen seines Amtsantritts erklärte Souza:
Für mich ist es eine große Ehre, mich dem Engagement meiner indigenen Brüder und Schwestern anzuschließen und die FSC Indigenous Foundation mit dem Ziel zu gründen, die Relevanz unserer Völker zu erhöhen. Als Leiter werde ich dazu beitragen können, dass indigene Gebiete zu Anbietern innovativer Lösungen für globale Herausforderungen wie den Klimawandel und die nicht nachhaltige Nutzung von Wäldern und natürlichen Ressourcen werden.

Ein Ziel der Indigenous Foundation ist es, die Kommunikation zwischen indigenen Gemeinschaften und dem FSC und seinen Partnerorganisationen zu erleichtern. Als operative Einheit unterstützt sie außerdem das Permanent Indigenous Peoples Committe (PIPC) welches eine beratende Funktion gegenüber dem FSC Vorstand hat. Zudem hilft sie indigenen Gemeinschaften dabei, ihr Territorium mit nachhaltigen waldbasierten Lösungen wie dem FSC Zertifizierungssystem zu bewirtschaften und ihre Kulturlandschaften zu festigen. Den Gemeinschaften sollen Werkzeuge an die Hand gegeben werden, um ihre Gebiete selbstbestimmt verwalten, erhalten und nutzen können, ohne dabei ihre jeweiligen Kulturen, Rechte und traditionellen Praktiken aufgeben zu müssen.

Konkret sollen diese Ziele erreicht werden, indem bis zum Jahr 2025 auf mindestens 30 Millionen Hektar der indigenen Gebiete die Prinzipien des Indigenous Landscape Approach angewendet werden, nachhaltige Marktketten entstehen und FPIC Schutzmechanismen umgesetzt werden. FPIC ist ein Schlüsselprinzip internationaler Menschenrechtsorganisationen, das darauf abzielt, das Recht indigener Völker auf freie, vorherige und informierte Zustimmung zu Entwicklungsvorhaben gewährleisten zu gewährleisten. Die Indigenous Foundation setzt sich dafür ein, dass FPIC in den Zielregionen als Recht, Prinzip und Policy von nationalen Regierungen und dem Privatsektor anerkannt werden. Außerdem sollen mindestens 10 regionale indigene Organisationen, die Projekte zum Schutz von Wäldern und indigenen Gemeinschaften durchführen, verbesserte Kenntnisse und Managementkapazitäten erlangen. Zudem möchte die Indigenous Foundation die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit indigener Gemeinschaften verbessern und einen höheren Marktanteil an nationalen, zertifizierten Produkten erreichen.

Ein Vorreiter für indigene Menschenrechte ist auch der FSC Kanada. Hier die Erfolgsgeschichte weiterlesen.

Hinweis: Alle Zitate wurden sinngemäß ins Deutsche übersetzt.

Indigenous Foundation Team (© FIF)© FIF


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