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Mittwoch, 21 April 2021
Nachhaltige Grillkohle aus Namibia: Ein Interview mit Werner Berg

FSC-Holzkohle aus Namibia – Eine Holzkohle die sozial föderlich und ökologisch verantwortungsvoll hergestellt wurde und für die kein Wald gerodet werden musste. (© FSC Deutschland / Stefan Lechner)© FSC Deutschland / Stefan Lechner


Am 21. April fand die 27. Vollversammlung des FSC Deutschland statt. Einer der Sponsoren des Events war die DHG Vertriebs- und Consultinggesellschaft mbH. Diese ist seit 2012 FSC-zertifiziert und verkauft unter anderem FSC-zertifizierte Grillkohle. Einen großen Teil der Flammenco-Grillkohle bezieht die DHG aus Namibia und leistet damit einen Beitrag, um der Verbuschung entgegenzuwirken. Zudem ist das Unternehmen Mitglied in der National Charcoal Association (NCA) und setzt sich damit dafür ein, dass von Landwirten und Produzenten strenge Holzkohlestandards auf der Basis von FSC-Standards eingehalten werden, die Verbesserungen im ökologischen, ökonomischen und sozialen Bereich erwirken sollen. Im Rahmen der Kooperation zwischen FSC und DHG hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt das gesamte Grillholzkohle- und Grillholzkohlebrikettsortiment auf 100% FSC-zertifizierte namibische Ware umzustellen.

Geschäftsführer DHG (© DHG VERTRIEBS- & CONSULTINGGESELLSCHAFT mbH)© DHG VERTRIEBS- & CONSULTINGGESELLSCHAFT mbHWir haben ein Interview mit Werner Berg, dem geschäftsführenden Gesellschafter der DHG geführt, um zu erfahren, welche Rolle die FSC-Zertifizierung für das Unternehmen spielt und wie die langfristigen Nachhaltigkeitsziele der DHG aussehen.

Warum setzt DHG auf eine FSC-Zertifizierung?
Wir als Inhaber der DHG setzen aus persönlicher Überzeugung seit vielen Jahren auf ökologische bzw. nachhaltige Produkte. Wir haben uns bereits sehr früh für den FSC engagiert und z.B. den in Namibia geltenden Standard vorangetrieben und in unsere Lieferkette integriert. Dadurch sind heute bereits 550.000 ha Farmland in Namibia für DHG Produkte FSC zertifiziert. Dies entspricht einem Anteil von 40% an dem gesamten in Namibia zertifizierten Farmland von 1,4 Mio. ha. Wir sind davon überzeugt, dass der Verbraucher FSC zertifizierten Produkten sehr positiv gegenübersteht. Unsere Kunden wollen sicher sein, dass sie mit ihrem Kauf nicht die Abholzung von geschützten Holzarten, die illegale Wilderei von Tierarten oder schlechte Arbeitsbedingungen für Arbeitskräfte unterstützen. Dabei müssen wir ihnen helfen, damit sie am POS eine Kaufentscheidung pro ethischen Konsum treffen können. Das FSC Siegel als bekanntestes Signet für den verantwortungsvollen Umgang mit Waldwirtschaft gibt dem Verbraucher eine dabei wichtige Orientierung für seine Kaufentscheidung.

Wie viele Mitarbeiter haben in ihrem Berufsalltag bei DHG mit FSC zu tun?
Neben den Mitarbeitern, die die Zusammenarbeit mit FSC betreuen, sind es auch Mitarbeiter aus Einkauf, Kommunikation und Marketing, Verpackungserstellung. Lager und natürlich Vertrieb, die täglich mit FSC zu tun haben. Von 105 Mitarbeitern bei der DHG aktuell sind es derzeit etwa 25. Alle Mitarbeiter sind aber über die Arbeit und Bedeutung von FSC informiert und davon überzeugt.

Wo sind Ihre Produkte nach Abgabe an Kunden überall zu finden?
Die DHG bedient mit FSC zertifizierten Produkten den Discount, die filialisierten Lebensmitteleinzelhandel, die Baumärkte, den Fachhandel, Genossenschaften und den Landhandel vor allem in Deutschland aber auch vermehrt im benachbarten Ausland. Hinzu kommen diverse Onlineshops.

Was bedeutet die FSC-Zertifizierung für die DHG?
FSC und die Zertifizierung unserer Produkte macht unsere Firmenphilosophie transparent. VON DER NATUR – FÜR DIE NATUR ist auch eine Verpflichtung zur sorgsamen und umwelt- aber auch sozialverträglichen Beschaffung unserer Produkte. Auch durch den FSC wird dieser Anspruch an unsere Kunden und die Verbraucher deutlich. FSC bringt zum Ausdruck, dass ein hoher Anspruch an umweltverträgliche Waldwirtschaft, soziale Normen und darüber hinaus auch gegen Wilderei bestehen. Das gibt Handel, Verbrauchern und nicht zuletzt den Mitarbeitern die Sicherheit, das Richtige zu tun.

Welche Anliegen sind ihnen beim FSC wichtig? Was gelingt gut, was kommt möglicherweise zu kurz?
Der Wert von Zertifizierungssystemen bemisst sich zum einen daran, welche, möglichst anspruchsvollen Ziele erreicht werden müssen, um zertifiziert zu werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, wie genau die Einhaltung und die Verwendung des FSC Zeichens kontrolliert wird. Jeder Verstoß gegen Anforderungen des Zertifizierers und Verwendung des FSC Zeichens schwächt nicht nur den FSC, sondern alle, die das Zeichen bewusst und regelkonform verwenden. Insofern muss der Kontrolle und Ahndung von Verstößen höchste Priorität eingeräumt werden. Mit der EUTR (European Timber Regulation) steht ein Regelwerk zur Verfügung, mit dem der Absatz von Produkten aus illegal geschlagenem Holz in der EU unterbunden werden soll. Die EUTR umfasst leider noch nicht Holzkohleprodukte. Wir plädieren sehr dafür zukünftig auch die Holzkohleprodukte in den Geltungsbereich der EUTR aufzunehmen.
EUTR und FSC stehen in unmittelbarem Zusammenhang. Ohne FSC ist eine EUTR Konformität nicht zu erreichen. Und das ist wichtig und gut. Das muss gesichert, gefördert und ausgebaut werden. Es muss aber auch sichergestellt werden, dass die Unternehmen, die sich zu diesen Prinzipien bekennen und sie praktizieren, im Wettbewerb nicht benachteiligt werden. Um das wiederum sicherzustellen, ist es von höchster Dringlichkeit, dass die Kontrollen bei allen Marktteilnehmern erfolgen. Nicht nur bei größeren deutschen Unternehmen. Es gehören alle kontrolliert, ob klein oder groß, ob national oder international.

Welche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt die DHG und welche Rolle spielt dabei der FSC?
Die DHG verfolgt auf allen Ebenen Nachhaltigkeitsziele. Im Bereich Blumenerden setzen wir auf nachwachsende, regionale Rohstoffe und verwenden nahezu keinen Torf. Diesen tauschen wir gegen eine eigene Holzfaser aus, die einen besonders günstigen CO2 Footprint besitzt. Die Energie zur Herstellung stammt aus einem eigenen Biomassekraftwerk. Viele Erden werden dezentral gefertigt und sparen so Transportemissionen ein. Wir verpacken sukzessive unsere Erden in Folien, die zu 80% aus Recyclingkunststoff bestehen. Im Bereich Kaminbrennstoffe sind unsere Produktionsstätten FSC zertifiziert. Wir überprüfen kontinuierlich unsere Lieferanten und ihre Produktionsweise auf Basis der Richtlinien der EUTR und orientieren uns dabei am System des FSC.Im Bereich der ökologischen Grillholzkohle stellen wir sicher, dass die gesamte Produktionskette entsprechend den Regularien des FSC, BSCI und nochmals kontrolliert durch EF umweltgerecht abläuft.
In Summe positionieren wir uns mit den genannten Maßnahmen als Anbieter von zeitgemäßen Produkten, für ethischen Konsum und sehen und damit auf einem guten Weg.

Auch der WWF erkennt unsere Bemühungen an und ist Kooperationspartner der DHG für nachhaltigere und ressourcenschonende Produkte, mit dem Ziel, für nachhaltige Handlungsweisen zu sensibilisieren.


Dieser Artikel basiert auf einer Kooperation zur FSC-Vollversammlung 2021

Flammenco-Holzkohle aus Namibia – Ein Holzkohlesack der Marke Flammenco. (© DHG)© DHG


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