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Freitag, 14 August 2020
FSC und FPIC-Anforderungen

Harra (© Carl-Johan Utsi/carljohanutsi.com)© Carl-Johan Utsi/carljohanutsi.com

In vielen Regionen der Erde, wie zum Beispiel Schweden, Kanada, Lateinamerika, Südostasien und Afrika, gibt es nach wie vor Landnutzungskonflikte. Traditionelle Landnutzungs- und Landbesitzrechte sind häufig rechtlich nicht klar geregelt. Davon Betroffene sind vielfach indigene Völker, die auf Wälder angewiesen sind, um sowohl ihr kulturelles Leben als auch wirtschaftlichen Lebensunterhalt zu sichern.


Um diese Rechte zu standardisieren, hat der FSC die FPIC-Anforderungen in Prinzip 3 (Rechte indigener Völker, Kriterien 3.2, 3.3, 3.6) und Prinzip 4 (Beziehungen zur lokalen Bevölkerung, Kriterien 4.2, 4.8) in seine Prinzipien und Kriterien mit aufgenommen.
Seit Gründung des FSC gehört es zum Kernanliegen der Organisation, die Rechte indigener Völker in Be-zug auf Wald zu schützen. Entsprechende Regelun-gen beziehen sich auf Besitz- und Nutzungsrechte von indigenen Völkern. 2012 wurde ein Umsetzungs-leitfaden für die konkrete Anwendung der FPIC-Regelungen im FSC-zertifizierten Wald veröffentlicht.

FPIC (Right to Free, Prior and Informed Consent – auf Deutsch: das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung) ist ein Schlüsselprinzip der internationalen Menschenrechte. Es soll die Gewohnheitsrechte der indigenen Völker schützen. Dies bezieht sich auf den Schutz von Gebieten und Ressourcen, von denen Kultur und Lebensgrundlagen der Betroffenen abhängen.
Die Regelungen zu FPIC wurden über eine Erklärung der Vereinten Nationen im Jahr 2007 (UNDRIP) und der International Labour Organisation (ILO 169) aus dem Jahr 1989 definiert. Die konkrete Umsetzung der Regelungen erfolgt beim FSC über die Formulierung von weltweit festgelegten Indikatoren (IGIs – International Generic Indicators). Diese definieren, welche Anforderungen im Wald gelten und was im Rahmen der FSC-Prüfung weltweit kontrolliert wird. Allerdings ermöglichen die Indikatoren immer noch viele Varianten bei der Umsetzung im Wald.
Um bestimmte Maßnahmen Schritt für Schritt in der Praxis umzusetzen, hat der FSC den FPIC-Leitfaden erstellt. Hier sind für alle beteiligten Akteure (also Forstunternehmen, Auditoren, Vertreter indigener Völker etc.) konkrete Vorschläge beschrieben, wie die FPIC-Regelungen im Wald konkret umgesetzt werden können. Der Leitfaden dient somit als Schnittstelle zwischen den FSC-Anforderungen und konkreten Problemstellungen vor Ort bei der Umsetzung der FPIC-Anforderungen.


Verschafften Sie sich einen Überlick mit unserem Themenpapier und verfolgen Sie die aktuellen Prozesse zum FPIC-Leitfaden beim FSC International.

Themenpapier


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