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Donnerstag, 19 März 2020
FSC-Zertifizierung bleibt sicherste Lösung für legales Tropenholz

Legalitätsprüfungen bei Holz werden zunehmend erschwert (© FSC International)© FSC International

Brasilianische Exportkontrolle unzureichend zur Einhaltung der Gesetze


Aktuelles Vorgehen der Behörden sichert in Brasilien beim Holzexport zurzeit nicht die Einhaltung der geltenden Gesetze für Holzernte und Holzlieferkette. Aktuelle Vorfälle zeigen, dass Regierungen in einigen Ländern Wald- und Holzhandelsgesetze gezielt absenken bzw. Kontrollen stark begrenzen und damit illegale Waldzerstörung nachträglich legalisieren. So landet illegales Holz, etwa aus dem brasilianischen Amazonasgebiet, auf europäischen und US-Märkten.

Derzeit fährt die rechts-nationalistische Bolsonaro-Regierung in Brasilien die Anstrengungen zur Kontrolle und Einhaltung der Forst- und Umweltgesetze zurück – so Medienberichte. Einen sicheren legalen Import gewährleisten derzeit nur Aussagen nach anerkannten und verlässlichen Waldzertifizierungssystemen, wie etwa denen des Forest Stewardship Council (FSC). Derzeit sind die Kontrollen unabhängiger Dritter, welche nach strengen international verbindlichen Standards prüfen, die einzige verlässliche Aussage für Unternehmen, die die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) einhalten und den Wald schützen wollen.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in der Ausgabe vom 9.3.2020 berichtete, stießen europäische und amerikanische Zollbeamte wiederholt auf illegale Holzlieferungen aus Brasilien. Als Reaktion lockerte daraufhin die dortige Umweltbehörde ihre Bestimmungen und reduzierte die Überwachung von Holz-Exporten deutlich. Die FAZ beruft sich auf einen Bericht der Agentur Reuters aus dem hervorgeht, dass im vergangenen Jahr tausende Ladungen mit Tropenholz aus Brasilien ins Ausland exportiert worden seien, die ursprünglich keine Genehmigung der brasilianischen Umweltbehörde hatten. Die nichtautorisierten Holzexporte waren Zollbehörden in Europa und den Vereinigten Staaten aufgefallen. Diese machten die brasilianischen Behörden darauf aufmerksam. Als Reaktion autorisierte die Umweltbehörde die Exporte dann nachträglich. Laut einem Dokument änderte der Leiter der brasilianischen Umweltbehörde (Ibama) daraufhin die Vorschriften so, dass vorherige Inspektionen bei Hölzern für den Export entfallen.

Nachhaltigkeitszertifizierung als einzig verlässlicher Legalitäts-Nachweis

Beim Import von Holz aus Brasilien ist nun besondere Sorgfalt nötig. Über die offiziellen Strukturen und Dokumente ist die legale Herkunft von Holz aus Naturwald immer weniger nachvollziehbar. Was bleibt den Importeuren, die Legalität belegen und darüber hinaus nachhaltige Bewirtschaftung des Amazon-Regenwaldes fördern wollen? Eine verlässliche Nachhaltigkeitszertifizierung!

FSC steht für die Überwachung durch unabhängige Dritte und für strenge Standards in der Waldwirtschaft – ausgehandelt unter beispielloser Teilhabe der betroffenen Interessengruppen wie die indigenen Gruppen, Umweltorganisationen und Waldbesitzer – sowie für die Kontrolle in der Lieferkette.

Importeure mit einem FSC-Zertifikat haben bei zertifiziertem Holz aus Brasilien einen Beleg, der für die Einhaltung der Sorgfaltspflichten nach der europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR) entscheidend sein kann. Sie leisten darüber hinaus einen aktiven Beitrag zum Erhalt der wertvollen Naturwälder. Gerade diese Naturwälder sind entscheidend im Kampf gegen den Klimawandel. Die EUTR hat die Absicht, den Exportländern zu helfen, dass die dort geltenden Gesetze eingehalten werden. Die Medienberichte zeigen, dass diese Unterstützung mehr als zuvor auch in Brasilien nötig ist.

Brasilien war 2018 laut den Vereinten Nationen der neuntgrößte Exporteur von Forstprodukten. Das brasilianische Gesetz verlangt, dass private Landbesitzer im Regenwald mindestens 80 Prozent der natürlichen Vegetation erhalten. In den vergangenen Jahren wurden an Holzproduzenten Konzessionen zur Holzernte vergeben, um in Wäldern unter Auflagen Holzwirtschaft zu betreiben. Das Holz trägt dabei oft internationale Qualitätssiegel. Weniger Kontrollen gegen die illegalen Waldrodungen gehen auch zu Lasten dieser Produzenten. In Brasilien gibt es derzeit etwa 7 Millionen Hektar FSC-zertifizierte Fläche. Davon liegt rund die Hälfte im Amazonasgebiet. FSC-zertifiziertes Holz ist auch aus Brasilien verfügbar und derzeit offensichtlich die einzige Lösung, um von dort Holz aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft zu beziehen.


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