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Dienstag, 09 Juli 2019
Im Kongo stehen Menschen im Mittelpunkt des Unternehmens

Schule – Schule im kongolesischen Dorf Pokola (© FSC GD Arlene Chang)© FSC GD Arlene Chang

Nach den Wäldern des Amazonas bilden die tropischen Wälder im Kongobecken den größten zusammenhängenden Regenwald auf der Erde. Aufgrund rücksichtsloser Ausbeutung und der zerstörerischen Kraft des Klimawandels gilt es deshalb für viele Menschen diese Ressource zu schützen. Der Forest Stewardship Council (FSC) setzt sich im Bereich der Forstwirtschaft nicht nur für das ökonomische Wohlergehen der Unternehmen und der Bevölkerung ein, sondern auch für den Erhalt der Umwelt und hohe soziale Standards.


Nach FSC sind in der Republik Kongo 2,5 Mio Hektar Wald zertifiziert. Wälder sind weltweit vielen Herausforderungen ausgesetzt. Ziel ist es, diesen Herausforderungen trotz auseinandergehenden Meinungen und Debatten zwischen den Stakeholdern bezüglich der richtigen Form der Waldbewirtschaftung, entgegenzuwirken.
Im kongolesischen Dorf Pokola leben 6000 Menschen in dem Wald, in dem das FSC-zertifizierte Unternehmen CIB operiert.

FSC setzt sich für sozialen und ökonomischen Wohlstand ein

zwei Frauen aus dem Kongo (© FSC GD Arlene Chang)© FSC GD Arlene ChangDie FSC-Prinzipien und Kriterien #4 besagen, dass der Forstbetrieb dazu beitragen solle, den sozialen und ökonomischen Wohlstand zu erhalten oder gar zu verbessern. Deshalb unterhält das Unternehmen ein rund 1000 km langes Straßennetz und betreibt ein Krankenhaus, das eine große Unterstützung für die lokale und indigene Bevölkerung der Gegend ist. Eine gute Infrastruktur ermöglicht es der Bevölkerung lokale Märkte zu besuchen und dort den gefangenen Fisch und die in den Wäldern gesammelten Pflanzen (z.B. Saka Saka und Yuca) zu verkaufen. Des Weiteren wird der Zugang zu Krankenhäusern und medizinischer Versorgung durch den Bau von Straßen sichtlich erleichtert.

Nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beträgt die Müttersterblichkeitsrate der Republik Kongo 442 (per 100,000 Lebendgeburten), damit schafft es die Republik unter die 25 Länder mit der höchsten Müttersterblichkeitsrate.
Merline und Paola, zwei Frauen der Bantu (ethnische Gruppe), haben beide drei Kinder und leben in Pokola. Beide profitieren von den modernen medizinischen Einrichtungen, die im restlichen Land noch sehr limitiert sind und ziehen eine Geburt im Krankenhaus einer Hausgeburt vor. Die 25-Jahre alte Paola sagt, dass eine Hausgeburt einsam sein könne und sie auf die Hilfe ihrer Familie angewiesen sei. Merline fügt hinzu, es sei gleichzeitig sicherer für die Gesundheit des Kindes in einem Krankenhaus geboren zu werden. Ebenfalls ergänzen sie, dass Neugeborene im Krankenhaus direkt nach ihrer Geburt ihre Impfungen erhalten und Mütter, neben professioneller Unterstützung während einer schwierigen Geburt, auch ein geringeres Risiko tragen, eine Infektion zu erleiden.

Baumkronen im Kongo (© FSC GD Arlene Chang)© FSC GD Arlene ChangDurch die zertifizierten Forstbetriebe konnte dafür gesorgt werden, dass Kinder in diesen Gemeinden einen besseren Zugang zu Bildung haben. Konzessionen haben dazu beigetragen, neue Schulen in der Nähe dieser Gemeinden zu errichten. Ein FSC-zertifiziertes Waldunternehmen hat beispielsweise dabei geholfen, die Bewohner Mokobos mit Hilfe von indigenen Mitarbeitern über das Schulprojekt zu informieren und dabei aufkommende Fragen zu beantworten.
Das Schulgebäude wurde zwar von der Republik Kongo zusammen mit USDA errichtet, aber das Unternehmen CIB hat das Gebiet, auf dem die Schule errichtet wurde, für die Bebauung vorbereitet.

Das Dorf Pokola im Kongobecken (© FSC GD Arlene Chang)© FSC GD Arlene ChangDie Baka, traditionelle Jäger und Sammler, betonen wie wichtig es ist, ihre Kultur und Traditionen zu bewahren. Ihre Lebensweise setzt eine praxis-orientierte Bildung voraus, die Kinder darauf vorbereitet, in den Wäldern erfolgreich zu überleben.
Die Jungen der Baka erlernen Tätigkeiten wie Jagen und Fischen mit Hilfe von handgefertigtem Werkzeug, dessen Werkstoffe aus den Wäldern bezogen werden, während Mädchen andere Tätigkeiten erlernen, wie das Fangen von Fischen in Flüssen. Gleichzeitig kümmern sie sich auch um die jüngeren Geschwister, wenn die Mütter unterwegs sind, um Nahrungsmittel zu sammeln.
Schulen in der Nähe der Baka- Siedlungen zu bauen und sie damit ebenfalls in den Entwicklungsprozess des neuen Bildungssystems einzubinden, ist ein großer Schritt in Richtung Integration der lokalen und indigenen Bevölkerung. Es birgt jedoch auch besondere Herausforderungen aufgrund der traditionellen Lebensweisen der Baka als Nomadenvolk.

StraßennetzUm ein nachhaltiges Waldmanagement zu ermöglichen, ist ein Einbinden der Bevölkerung unumgänglich. Dafür müssen ein konstanter Dialog und ein aktives Zusammenspiel von Seiten der Unternehmen erfolgen. Dies kann beispielsweise durch eine Kollaboration mit Regierungen ablaufen, um einen ökonomischen Nutzen zu erzielen, durch das Zertifizieren von Konzessionen für Ökosystemleistungen oder durch die Integration von lokalen und indigenen Völkern, um die Arbeit der Unternehmen in Einklang mit den Lebensweisen von Ureinwohnern zu bringen.

Ein Unternehmen kann nicht ohne die Menschen, mit denen es interagiert, bestehen. Das ist besonders in der Hinsicht richtig, dass Unternehmen zwar wissen, wie man Profit erzielt, aber traditionelle Völker, die einen reichen Erfahrungs- und Wissensschatz über ihre Wälder angesammelt haben, dabei helfen können, ein Unternehmen nachhaltig zu gestalten.


© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213