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Freitag, 05 Juli 2019
FSC-Vollversammlung mit spannenden Exkursionen

Gruppenbild der Teilnehmer der Vollversammlung vor dem Rathaus in Wiesbaden (© FSC Deutschland)© FSC Deutschland

Der FSC Deutschland begrüßte dieses Jahr am 25. und 26. Juni seine Mitglieder in dem schönen Kulturforum in Wiesbaden. Die Teilnehmer waren aus ganz Deutschland angereist. Raum für Austausch boten zwei Podiumsdiskussionen, eine Waldexkursion in den Stadtwald Wiesbaden und die Besichtigung des neuen Campus des Bio-Lebensmittelhändlers Alnatura in Darmstadt.


Wie jeder Verein lebt auch der FSC von seinen Mitgliedern. Ca. 70 Mitglieder waren der Einladung des FSC zur 26. Vollversammlung gefolgt, um sich aktiv an der Zukunftsgestaltung des FSC zu beteiligen. Trotz über 30 Grad war die Stimmung heiter. Die Wahl des Vorsitzenden Dirk Riestenpatt sowie die Besetzung zahlreicher weiterer Vorstands- und Vereinsämter verliefen einvernehmlich ohne nennenswerte Enthaltungen oder Gegenstimmen.
Neu im Vorstand ist Dieter Hellmann (Forst BW), der als Nachfolger für Dr. Gerd Loskant, aus der Wirtschaftskammer antritt. Erneuerung fand auch im Richtlinienausschuss, der für die Erarbeitung des FSC-Waldstandards zuständig ist, statt. Neu im Bunde sind Dr. Georg Berkemeier (IG BAU) und Norbert Bösken (Bund Deutscher Forstleute) aus der Sozialkammer, sowie Albert Wotke (WWF Deutschland) aus der Umweltkammer.

Beitrag aus dem Publikum der FSC-Vollversammlung (© FSC Deutschland)© FSC DeutschlandZu Beginn der Veranstaltung präsentierte Uwe Sayer, der Geschäftsführer von FSC Deutschland, den Mitgliedern einen Bericht zur aktuellen Arbeit des FSCs in Deutschland. Ein Schwerpunkt wird dabei insbesondere auf die Intensivierung der Arbeit zu positive Studien und Wirkungen des FSCs im Wald gesetzt. Hier findet derzeit eine kontinuierliche Ergänzung der Internetseite von FSC Deutschland statt.

Ulrich Malessa, Leiter des Markt-Teams, präsentierte die aktuellen Entwicklungen der Marktsituation für den FSC und dokumentierte damit den Erfolg von FSC.
Neuer Umsetzungsschwerpunkt ist hierbei die Rolle von FSC Deutschland als „Warenzeichenschutzpolizei“, die Verdachtsfällen von Warenzeichensmissbrauch aktiv nachgeht. 2018 wurden bereits 47 Fällen nachgegangen. Stolz berichtet Herr Malessa auch von dem neuen Online-Training für den Verarbeitungssektor, das Mitarbeiter des FSC Deutschland eigenständig auf die Beine stellten. Die Schulung für Produktkettenzertifizierung ist bereits von FSC International abgesegnet und wird demnächst Auditoren und Anwendern des FSC-Systems den Alltag mit den FSC-Standards erleichtern und sie auf ihre Aufgaben vorbereiten.
Zuversichtlich blickt Malessa ebenfalls auf eine Vielzahl an neu geknüpften Kontakten, hauptsächlich aus den Bereichen Bau und öffentliche Beschaffung, aus denen Kooperationen entstehen können oder bereits entstanden sind.

Holzkohle ist ein weiteres Thema, das den FSC Deutschland in letzter Zeit beschäftigte. Die Stiftung Warentest veröffentlichte eine Studie über die Herkunft von Holzkohle, die von Unternehmen in Deutschland verkauft werden. Auch der FSC setzte sich dafür ein, dass die Herkunftsangaben der Holzkohle mit der wahren Herkunft übereinstimmen. Dazu wurden Proben aus verschiedenen Holzkohlesäcken an ein Labor in den USA geschickt. Im Rahmen der internationalen Kampagne zur Überwachung werden verschiedene Missbrauchsfälle aufgearbeitet. Aktuell ist, dass alle Zertifikate einer Unternehmensgruppe aus der Ukraine, die einer der größten Hersteller von Holzkohle dort ist, zum Mitte Juni beendete wurden. Auch konnte kürzlich ein Verkaufsstopp zu einem konkreten, fälschlicherweise gekennzeichneten Produkt mit einem Endkundenhändler vereinbart werden.

FSC setzt auf aktive Mitgliedschaft

1. Podiumsdiskussion (© FSC Deutschland)© FSC DeutschlandZwei Podiumsdiskussionen schafften Raum für den Austausch der geladenen Gäste, die in ihrem Themenbereich Experten sind, und den Mitgliedern im Publikum.
Die erste Podiumsdiskussion thematisierte die Arbeit von Forstunternehmen im FSC-Wald und die Probleme und Lösungen im Verhältnis zwischen Forstbetrieb und Unternehmer. Eingeladen wurden hierzu: Rudolf Hansknecht (Landesbetrieb NRW), um die Perspektive eines Landesbetriebs zu beleuchten, Tilmann Neuschäfer (Tilmann Neuschäfer Forstbetrieb), um aus der Perspektive eines Unternehmers zu berichten und Dr. Edgar Kastenholz (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF)).

Als Moderator war Prof. Dr. Siegfried Lewark (Universität Freiburg) berufen. Eröffnet wurde die Podiumsdiskussion mit einer Frage an Herr Neuschäfer: „Welches sind Ihrer Ansicht nach die zentralen Kritikpunkte an den Ausschreibungsformalitäten?“ Daraufhin erzählte der Unternehmer aus seiner Arbeitspraxis und von Problemen bei der Beteiligung an öffentlichen Auftragsvergaben und auch die anderen Podiumsteilnehmer meldeten sich zu Wort.
Ersichtlich war, dass es Meinungsverschiedenheiten gab. Alle waren jedoch offen für Gespräche und darauf bedacht, Lösungen zu finden.

2. Podiumsdiskussion (© FSC Deutschland)© FSC DeutschlandDie zweite Podiumsdiskussion widmete sich dem Thema: Arbeitsbelastung für Beschäftigte von FSC-Forstbetrieben – Bürokratie oder Notwendigkeit für angemessene Prüfung.
Volker Diefenbach (Gemeinde Heidenrod - Vorstand Sozialkammer) als Moderator, schaffte gutgelaunt den roten Faden durch die Redebeiträge der geladenen Gäste: Fritz Speer (Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten), Björn Stelter (Hatzfeldt-Wildenburg´sche Verwaltung), um die Privatwaldperspektive zu vertreten, Elmar Stertenbrink (Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. (IGZ) - Vorstand SoKa) und Thilo Mauthay (HessenForst) als Revierleiter.
Das Ergebnis der Podiumsdiskussion war, dass einige Betroffenen mit der Umsetzung der FSC-Standards zwar auf einige Schwierigkeiten gestoßen sind, die Umsetzung mit der Zeit jedoch immer einfacher werden würde und vor allem die strukturellen Maßnahmen einen Mehrwert bieten würden. Alle Teilnehmer lobten die größere Flexibilität im neuen deutschen FSC-Standard 3.0.

Hessische Staatsministerin Priska Hinz lobt den FSC in ihrere Rede (© FSC Deutschland)© FSC DeutschlandEröffnet wurde das Treffen im Rathaussaal von der hessischen Staatsministerin Priska Hinz. Sie lobte den FSC für seine Arbeit und teilt dieselben Werte, dass kontrollierte Waldwirtschaft wichtig ist, um Holz aus verantwortungsvollen Quellen zu schaffen: „FSC ist nicht nur wichtig für Artenschutz, sondern auch für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Waldwirtschaft.
Wir haben das höchste Siegel angestrebt und können damit garantieren, dass richtig gearbeitet wird.
Beim FSC wollten wir auch aktiv mitgestalten und nicht nur Zaungast sein, daher sind wir Mitglied bei FSC und können somit bei bestimmten Entscheidungen Einfluss nehmen“, so Hinz.
Abschließend präsentierte Ministerin Hinz den Mitgliedern und Gästen das Konzept, mit dem nun Kommunen und Privatwaldbesitzern in Hessen die Möglichkeit eröffnet werden soll sich im Rahmen von FSC-Gruppenzertifikaten, die über den Landesbetrieb organisiert werden, beteiligen zu können.

Ab auf Exkursion

Nach einem erfolgreichen und arbeitsintensiven Tag folgten Spaß und spannende Berichte bei der Wald- und der Alnatura-Exkursion.
Im Stadtwald Wiesbaden begrüßte uns Sabine Rippelbeck mit ihrem Hund. Die dortige Forstamtleiterin führte mit Begeisterung durch den Stadtwald. Sie und ihr Team führten die Teilnehmer von Schauplatz zu Schauplatz,darunter Kahlflächen, die durch Stürme und Borkenkäfer verursacht wurden. Auf einer anderen Fläche Auf einer anderen Fläche wuchsen verschiedene junge Baumarten. „Das ist ja wie ein Baumkindergarten“, äußerte einer der Teilnehmer. Der Stadtwald Wiesbaden ist nicht nur seit 20 Jahren FSC-zertifiziert, sondern besitzt ebenfalls das Zertifikat von Naturland.

Als vollen Erfolg bezeichneten auch die Teilnehmer der Alnatura-Exkursion ihren Ausflug nach Darmstadt. Der neue Campus ist nicht nur aufgrund seines futuristischen Designs ein Hingucker, die Wände sind außerdem durch Lehm verputzt, der aus Bauschrott aus dem Stuttgart21-Projekt mit dem Motto des Baus „Verwenden was bereits da ist!“ besteht. In einer Diskussion mit Jonas Theile aus der Nachhaltigkeitsabteilung von Alnatura über nachhaltige Produktsortimente bei Endkundenhändlern, stellte Alnatura auch verschiedene Bemühungen und Initiativen ihrerseits vor.
Anschließend lud Alnatura zur weiteren Diskussion in die neue Cafeteria ein.

Großer Dank geht an die Sponsoren Hornbach, Bauhaus und das Dezernat für Umwelt, Grünflächen und Verkehr in Wiesbaden für ihre Unterstützung - nur so wurde die Versammlung aller FSC-Mitglieder möglich gemacht!


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