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Mittwoch, 22 Mai 2019
FSC sorgt für saubere Holzkohle

Grillvergnügen mit zertifizierter Holzkohle – Herkunft aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft sichert das FSC-Zeichen. (© Marco Barnebeck / pixelio.de)© Marco Barnebeck / pixelio.de

In der Juni Ausgabe des Test Magazins der Stiftung Warentest werden unterschiedliche Grillholzkohleprodukte getestet. Darunter befinden sich auch neun Produkte mit FSC-Zertifikat. Eines der FSC-zertifizierten Produkte fiel bei den Testern durch, bei FSC auch!

Bereits seit 2017 hat FSC die Kontrollmaßnahmen für Holzkohleprodukte verschärft- Dabei wurden Verstöße gegen die FSC-Regel aufgedeckt, um so die höchstmögliche Sicherheit für Holzkohleprodukte aus sozial und ökologisch verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung sicherzustellen.


Die Stiftung Warentest hat in ihrer neusten Test Ausgabe (Juni 2019) unter anderem auch Holzkohleprodukte einmal genauer unter die Lupe genommen. Bei den 17 getesteten Produkten waren auch neun Säcke mit FSC-Zertifikat, welches belegt, dass die Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammen, dabei. Einer der FSC-zertifizierten Säcke fiel bei der Stiftung Warentest durch – aber auch bei den FSC-Prüfern!

Max Grill & Barbecue enthielt beim Test ausschließlich nicht deklariertes Tropenholz und trug trotzdem das FSC-Zeichen. Bereits 2018 waren die Lieferanten, die den abfüllenden Betrieb von Max Grill & Barbecue beliefern, dem FSC bei Kontrollen aufgefallen. Daraufhin hatte FSC den Lieferanten bereits Mitte 2018 die Erlaubnis zur Nutzung der FSC-Warenzeichen bis auf Weiteres entzogen, um Verbraucher*innen und andere Betriebe zu schützen. Trotzdem konnte bisher nicht erreicht werden, dass alle falsch gekennzeichneten Produkte wieder aus den Regalen der Einzelhändler entfernt wurden.

Seit 2017 verschäfte Untersuchungen bei Holzkohleprodukten

Im Rahmen des FSC-Programms zur Sicherung von kritischen Lieferketten (Supply Chain Integrity) hat der FSC seit 2017 zusammen mit ASI unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, um Betrug und Regelverstöße im Holzkohlemarkt mit FSC zu bekämpfen. Dabei wurden bereits 48 FSC-Zertifikate im Bereich Holzkohle stillgelegt oder ausgesetzt. Hinzu kommen Zertifikate, die von Unternehmen freiwillig beendet wurden, um einer möglichen Suspendierung zuvorzukommen oder zusätzliche Kontrollen zu vermeiden.

Teil der FSC-Maßnahmen sind neben Überprüfung von allen FSC-zertifizierten Warenströmen durch die Experten der ASI beim Warenein- und -ausgang in den Unternehmen einer Lieferkette, auch Untersuchungen mit anatomischen Methoden. Wie Stiftung Warentest, testet auch FSC dazu Holzkohleprodukte bei Händlern oder aus Stichprobenkäufen im Labor des U.S. Forest Products Lab. Im Labor wird die Kohle auf die verwendeten Holzarten überprüft und mit dem Zertifikatsumfang des Unternehmens abgeglichen. Hierbei ergeben sich schnell erste Hinweise, ob eine unerlaubte Vermischung mit nicht zertifizierter Holzkohle stattgefunden hat oder gar unzertifiziertes Material mit FSC deklariert wurde. Das Risiko, dass unzertifizierte und damit unkontrollierte Holzkohle aus illegalem Raubbau oder gar aus Urwaldgebieten stammt ist in der Regel sehr hoch, da Holzkohle häufig in sehr armen Regionen der Welt hergestellt wird, in denen Korruption eine große Rolle bei der Forstwirtschaft spielt.

Bereits 48 Zertifikate beendet
Durch die unabhängigen Kontrollen des FSC und die zusätzlichen Kontrollen im Rahmen der Supply Chain Integrity kann die Sicherheit in Bezug auf FSC-Aussagen bei Holzkohleprodukten signifikant verbessert werden. Allein in Deutschland ließ der FSC 2019 bereits über 100 Holzkohleprodukte (Säcke) im Labor testen. Bisher haben sich bei zwei der getesteten Produkte Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die Holzartenzusammensetzung ergeben. Bei den betroffenen Herstellern oder Lieferanten wurden jetzt Zusatzkontrollen durchgeführt. In diesen zwei konkreten Fällen, konnte die Herkunft der Holzkohle wie bei Max Grill auf Chargen aus Anfang 2018 zurückgeführt werden. Bei den verantwortlichen Zulieferbetrieben wurden bereits im 2. Halbjahr 2018 die Zertifikate suspendiert. Diese Produkte waren also Altbestände aus den Lagern der Händler, die nicht zurückgeschickt oder umdeklariert worden waren.

Gemäß den FSC-Regeln müssen zertifizierte Betriebe ihre Kunden innerhalb von 5 Tagen informieren, wenn Produkte fälschlicherweise mit den FSC-Zeichen verkauft wurden. Die betroffene zertifizierte Lieferkette ist dann verpflichtet Maßnahmen gegen den weiteren Verkauf dieser Produkte, wie Verkaufsstopp oder Entkennzeichnung vorzunehmen. Wenn die Produkte die zertifizierte Lieferkette verlassen haben und etwa beim Endkundenhandel im Regal stehen, dann empfiehlt der FSC einen Verkaufsstopp oder die Unkenntlichmachung der FSC-Zeichen. Dies setzt der FSC im Extramfall dann auch auf Grundlage seiner Markenrechte mit rechtlichen Mitteln durch. Der FSC bemüht sich bereits um die Beseitigung des Produktes Max Grill & Barbecue mit falscher FSC-Kennzeichnung. Aufgrund der Komplexität der Lieferkette und den unterschiedlichen beteiligten Akteuren, nimmt dies jedoch etwas Zeit in Anspruch.

FSC gilt als globales Zertifikat für verantwortungsvolle Waldwirtschaft
Grundsätzlich schließt FSC keine Herkunft von Holz allein Aufgrund von einer bestimmten klimatischen Region aus. Dies gilt auch für die Herkunft von Holzkohleprodukten. Überall dort, wo nach den FSC-Regeln eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Waldwirtschaft betrieben und dies bei regelmäßigen Kontrollen nachgewiesen wird, können auch Wälder und die Folgeprodukte zertifiziert werden.

Im Jahr 2018 hatte der FSC in Europa bereits über 1.134 Proben aus über 100 Holzkohlesäcken im Labor untersuchen lassen. Dabei waren sieben Säcke auffällig. Dies führte zu weiteren Untersuchungen durch den Zertifizierer sowie ASI bei den Herstellerbetrieben. Unter anderem waren bei diesen 2018 auffällig getesteten Holzkohleprodukte auch die Zulieferer von Max Grill aufgefallen. In mehreren Fällen wurde in Folge der Untersuchungen das FSC-Zertifikat aberkannt oder ausgesetzt. Auch gegen die verantwortlichen Zertifizierungsorganisationen wurden in einigen Fällen durch die Kontrollorganisation ASI weitere Auflagen verhängt. Eine hohe Qualität bei den FSC-Audits wird so auch in Zukunft sichergestellt. Im FSC-System haben betrügerische Geschäftspraktiken auch bei einem Produkt wie Holzkohle keinen Raum.


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