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Freitag, 05 April 2019
FSC-Forstbetriebe sind Vorreiter beim Naturwald

FSC-Wald in Deutschland – Staatliche Waldbesitzer mit FSC-Zertifikat nehmen 5-10 Prozent ihrer Waldfläche aus der Nutzung und überlassen sie der Natur. (© Schwenninger)© Schwenninger

5 Prozent Naturwälder in Deutschland, ein wichtiges Ziel der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, ist in FSC-Wäldern längst Realität und wird sogar übererfüllt. Als Land wird Deutschland dieses bis 2020 selbst gesteckte Ziel vermutlich verfehlen. Laut der im April 2019 vorgestellten Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), hat Deutschland bisher lediglich auf 2,8 Prozent der Waldfläche dauerhaft aus der Nutzung genommen.


Wälder im Besitz der öffentlichen Hand, sollen bis 2020 auf 10 Prozent der Flächen in eine natürliche Entwicklung überführt werden. Damit sollen Insgesamt auf 5 Prozent der deutschen Waldfläche der natürlichen Entwicklung Raum gegeben. Aktuell gelten lediglich 2,8 Prozent der Wälder in Deutschland als Naturwälder.

Einen wichtigen Beitrag für die Erfüllung der Strategie zur biologischen Vielfalt im Wald leisten bereits heute die FSC-zertifizierten Forstbetriebe. Nach einer Erhebung des FSC Deutschland, sind bereits 8,4% Wald der FSC-zertifizierten Wälder in Deutschland von der Bewirtschaftung ausgenommen. Elmar Seizinger, Leiter Waldbereich von FSC-Deutschland kommentiert dies: „Jeder zusätzliche Kommunal- und Staatswald, der FSC-zertifiziert wird, trägt nachweislich zur Erreichung der Ziele aus der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ bei. Wer diese Ziele ernst nimmt, muss sich für die Ausweitung der FSC-Zertifizierung in Deutschland einsetzen.“

Bereits 2007 hatte sich das Bundeskabinett mit der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ das Ziel gesetzt, eine natürliche Waldentwicklung zu fördern. Konkret sollen bis zum Jahr 2020 5 Prozent der gesamten deutschen Waldfläche dauerhaft aus der Nutzung genommen werden, um dort dem Wald eine natürliche Entwicklung zu ermöglichen.

Bereits 2013 wurde im BfN untersucht, welche Waldflächen in Deutschland einem gesetzlichen Schutzstatus unterliegen und nicht genutzt werden. Das Ergebnis war damals 1,9 %, heute schätzt das BfN diese Zahl auf immer noch weniger als 3%.

Im Rahmen der FSC-Zertifizierung wurde und wird auch zukünftig die natürliche Waldentwicklung auf 5% der Holzbodenfläche im Kommunalwald verbindlich gefordert. Der Staats- und Bundeswald geht mit 10 Prozent seiner Waldfläche bei der Naturwaldentwicklung einen wichtigen Schritt weiter. Mit der FSC-Zertifizierung bietet sich eine praktikable Lösung, nachvollziehbar darzulegen, welche Waldflächen nicht bewirtschaftet werden. In den öffentlichen Zertifizierungsberichten werden die Flächen dann klar benannt.
Die FSC-Zertifizierung bietet hier einen guten Kompromiss zwischen der absoluten Verbindlichkeit gesetzlicher Regelungen und einer freiwilligen Verpflichtung moderner Forstbetriebe dafür, dass aktuell nicht bewirtschaftete Wälder sich auch in Zukunft natürlich und wild entwickeln können.


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