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Freitag, 31 Mai 2013
Lohnunternehmerzertifizierung in FSC-Wäldern – Erläuterung der aktuellen Regelungen


Im Zusammenhang mit dem Einsatz forstlicher Lohnunternehmer in FSC-Wäldern ist häufig zu lesen, der FSC würde bestimmte Zertifizierungssysteme für forstliche Lohnunternehmer „anerkennen“. Das stimmt genauso wenig wie die Aussage, dass im FSC-Wald nur zertifizierte Lohnunternehmer eingesetzt werden könnten. Im Folgenden werden die Inhalte zum Thema aus dem Deutschen FSC-Standard erläutert.

Im Original liest sich die FSC-Anforderung aus dem Deutschen FSC-Standard Version 2.3, 1.7.2012 so:

5.3.2 Der Forstbetrieb setzt Verfahren zur Qualitätssicherung im Rahmen der Vergabe, des Einsatzes und der Kontrolle von Lohnunternehmern um, die geeignet sind, die Einhaltung der FSC-Standards, insbesondere der Kriterien 4.2, 4.3.5 und 6.5, sicherzustellen.
- Entsprechende Regelungen sind getroffen und werden umgesetzt.

Anhang II zu 5.3.2:
Unternehmer bzw. die Arbeitsqualität von Unternehmern und alle damit in Zusammenhang stehenden, relevanten Richtlinienanforderungen werden mindestens einmal jährlich vor Ort kontrolliert. Diese Kontrolle kann über den Einsatz zertifizierter Lohnunternehmer erfolgen, sofern entsprechende Zertifizierungssysteme eine jährliche Vor-Ort-Prüfung in jedem Betrieb sicherstellen.
Diese Anforderungen erfüllt z.B. das RAL- Zertifikat GZ 244.
Maßnahmen zur Qualitätssicherung müssen spätestens 12 Monate nach Inkrafttreten dieses Standards etabliert sein.

Schon seit Jahren fordert der Deutsche FSC-Standard in Punkt 5.3.2 von Forstbetrieben die Umsetzung von Verfahren zur Qualitätssicherung im Rahmen der Vergabe, des Einsatzes und der Kontrolle von Lohnunternehmern. Dabei muss die Einhaltung einer Reihe von Anforderungen sichergestellt werden. Dazu zählen zum Beispiel Forderungen bezüglich der UVV, der Rettungskette, zu Arbeitsaufträgen und Gefährdungsbeurteilungen, dem Einsatz von Sonderkraftstoffen und forsttechnisch geprüften Arbeitsmitteln. Ebenso werden die Qualifikation derer, die die Arbeiten im Wald ausführen, und die Einhaltung von Bestimmungen der Sozialgesetzgebung geprüft (wie der Nachweis einer Haftpflichtversicherung, eine Arbeitserlaubnis von Nicht-EU-Bürgern usw.).

Natürlich spielen auch Aspekte des Boden- und Bestandesschutzes eine zentrale Rolle. So muss die Qualitätssicherung im Wald u. a. sicherstellen, dass keine Befahrung abseits der Rückegassen erfolgt und nur biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeiten zum Einsatz kommen.

Mit der Version 2.3 Deutscher FSC-Standard sind auch systemare Anforderungen an die Qualitätssicherung beim Lohnunternehmereinsatz klar geregelt. So werden Unternehmer in FSC-Wäldern zukünftig einmal jährlich, Vor-Ort und einzelbetrieblich kontrolliert.

Dass inhaltliche und systemare Anforderungen an das Qualitätsmanagement beim Lohnunternehmereinsatz eingehalten werden, kann ganz oder teilweise durch den Einsatz zertifizierter Lohnunternehmer nachgewiesen werden. Dies kann aber auch durch die Entwicklung von Qualitätsmanagementsystemen auf betrieblicher Ebene erfolgen. Der FSC fordert nicht den Einsatz zertifizierter Lohnunternehmer!

In den vergangenen Monaten haben die Systeme „Kontrollierte Forstpartner (KFP)“ und das „Deutsche Forstservicezertifikat (DFSZ)“ ihre Systeme weiter entwickelt. Die geforderten inhaltlichen und systemaren Anforderungen an das Qualitätsmangement beim Lohnunternehmereinsatz gemäß 5.3.2 Deutscher FSC-Standard werden aus Sicht von FSC-Deutschland derzeit von folgenden Unternehmerzertifikaten erfüllt:

  • RAL Gütezeichen GZ 244
  • Deutsches Forstservicezertifikat (DFSZ)
  • KFPplus (die einfache Zertifizierung nach KFP erfüllt die FSC-Anforderungen NICHT)

Der zuständige FSC-Zertifizierer entscheidet, ob durch den Einsatz entsprechend zertifizierter Lohnunternehmer den Anforderungen aus dem Deutschen FSC-Standard an das Qualitätsmanagement gemäß 5.3.2 voll umfänglich entsprochen wird.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass:

Der FSC Maßnahmen zum Qualitätsmanagement beim Einsatz zertifizierter Lohnunternehmer fordert,
Die FSC-Anforderungen auch systemare Aspekte beinhalten (jährliche, einzelbetriebliche Vor-Ort-Prüfung) – ab August 2013,
Der FSC nicht den Einsatz zertifizierter forstlicher Lohnunternehmer fordert,
Forstbetriebe die Anforderungen aus dem FSC-Standard bezüglich des Qualitätsmanagements beim Lohnunternehmereinsatz durch den Einsatz entsprechend zertifizierter Lohnunternehmer nachweisen können.
Aus Sicht von FSC Deutschland die Systeme RAL, DFSZ und KFPplus die Anforderungen ans Qualitätsmanagement beim Lohnunternehmereinsatz erfüllen,
Die zuständigen FSC-Zertifizierer prüfen, ob das Qualitätsmanagement des Forstbetriebs beim Lohnunternehmereinsatz den Anforderungen aus dem Deutschen FSC-Standard entspricht.


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