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Mittwoch, 08 September 2021
Jetzt zum Nachsehen: Der FSC-Politik-Talk zur Bundestagswahl


Haben Sie keine Gelegenheit gehabt, beim FSC-Politik-Talk dabei zu sein? Kein Problem – die spannenden Diskussionen zwischen Fachpolitikern der wichtigsten Parteien im deutschen Bundestag und Dirk Riestenpatt, Vorsitzender des FSC Deutschland, gibt es jetzt zum Nachsehen auf dem FSC YouTube Kanal.

Wenn Sie bei den kommenden FSC-Politik-Talks auch live dabei sein und mitdiskutieren möchten, können Sie sich jetzt unter service at fsc-deutschland point de für die Diskussion mit Dr. Christoph Hoffmann von der FDP (Montag, 13.09.2021, 15:30-16:30 Uhr) und Dr. Kirsten Tackmann von der LINKEN (Dienstag, 14.09.2021 14 bis 15 Uhr) anmelden. Den Auftakt der Gesprächsreihe machten am Mittwoch, 1. September 2021, Alois Gerig (CDU) und Harald Ebner (Bündnis 90/ Die Grünen).

In einem jeweils einstündigen Austausch mit Dirk Riestenpatt erläuterten beide Politiker ihre Standpunkte zum Thema Wald- und Forstpolitik und gingen im Anschluss auf Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer ein. Dabei wurde deutlich: Die Relevanz und Dringlichkeit des Themas Wald erkennen beide Parteienvertreter umfassend an. So betonte Harald Ebner, dass die Schaffung klimarobuster Waldökosysteme die Herausforderung sei, vor denen die Waldpolitik in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stehen wird. Alois Gerig wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Themen Wald und Forst in der vergangenen Legislaturperiode bereits eine hohe Priorisierung innerhalb der CDU geführten Bundesregierung erfahren haben und auch eine wichtige Rolle im derzeitigen Wahlprogramm seiner Partei spielen.

Obwohl sich beide Parteienvertreter hinsichtlich der Dringlichkeit des Themas Wald einig waren, machte der FSC-Politik-Talk wesentliche Unterschiede in den forstpolitischen Ansätzen sichtbar - Beispielsweise in Hinblick auf die finanzielle Förderung von Waldbesitzenden. Hier forderte Harald Ebner, dass Förderungen an gewisse Kriterien geknüpft sein müssten und Gelder sinnvoll und gezielt für definierte Maßnahmen gezahlt werden sollten und kritisierte die entsprechende Ausgestaltung der im Jahr 2020 beschlossenen Bundeswaldprämie. Alois Gerig hingegen verteidigte die Prämie. Für ihn seien die Gelder nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt worden, denn man habe bei der Auszahlung zwischen FSC und PEFC zertifizierten Waldflächen unterschieden, so dass Waldbesitzende von FSC-zertifizierten Waldflächen 20 Euro mehr pro Hektar als PEFC-zertifizierte Waldbesitzende erhalten hätten. Weiter warnte Gerig vor einem „Bürokratiemonster“, das bei einer möglichst gerechten Verteilung solcher Gelder entstehen könnte.

Auch bei der Stilllegung von Wäldern, im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie, werden Differenzen in den politischen Programmen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen deutlich. Während Alois Gerig, die Stilllegung von Waldflächen als „Supergau“ und „fatalen Fehler“ bezeichnet und in ihr weder einen ökologischen noch einen ökonomischen Nutzen sieht, stehen Bündnis 90/ Die Grünen uneingeschränkt zur nationalen Biodiversitätsstrategie und fordern eine Stilllegung von mindestens 5 Prozent der Waldfläche in Deutschland in ihrem Wahlprogramm. Im Gespräch mit Dirk Riestenpatt sagte Harald Ebner, dass er es für falsch halte, anzunehmen, dass nur ein genutzter Wald ein sinnvoller Wald sei und erklärte: „Wir brauchen ja auch Flächen zur Rettung bedrohter Arten […]. Außerdem wissen wir viel zu wenig über die Entwicklung nicht genutzter Wälder in Mitteleuropa […] und brauchen Reallabore“. Der Deutsche FSC Waldstandard fordert für Wälder im öffentlichen Besitz und größer 1.000 Hektar, dass mindestens im Umfang der Biodiversitätsstrategie Wälder zur natürlichen Entwicklung ausgewiesen werden müssen.

Im FSC-Politik-Talk befragte Dirk Riestenpatt seine Gäste außerdem nach ihrer Einstellung zu den verschiedenen Zertifizierungsstandards und wollte von ihnen wissen, ob die Parteien zwischen den Siegeln wie FSC, PEFC oder Naturland differenzieren. Dabei ging es insbesondere um Projekte der öffentlichen Beschaffung. Harald Ebner sah hierbei – zumindest bei den deutschen Zertifizierern - wesentliche Unterschiede, bezeichnete die ökologischen Standards bei FSC und Naturland als deutlich höher als bei anderen Siegeln und hielt eine Gleichsetzung mit dem PEFC-Siegel für nicht gerechtfertigt. Alois Gerig hingegen wünschte sich mehr Einigkeit unter den in Deutschland tätigen Zertifizierungssystemen indem diese sich inhaltlich aufeinander zubewegen würden.

Sie möchten sich selbst einen Eindruck über die forstpolitischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen CDU und Bündnis 90/ Die Grünen verschaffen?
Hier gelangen Sie zu den Aufzeichnungen des FSC-Politik-Talk:

FSC-Politik-Talk mit Alois Gerig (CDU)
FSC-Politik-Talk mit Harald Ebner (Bündnis 90/ Die Grünen)


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