10 Juli, 2025

Deutsche Baumärkte im Check: Produkte mit anspruchsvollem Nachhaltigkeitszertifikat nur vereinzelt vertreten

FSC Deutschland fordert mehr nachhaltige Alternativen insbesondere bei Konstruktions- und Schnittholz

Was in vielen Baumärkten bei den Gartenmöbeln und Terrassenfliesen selbstverständlich ist, suchen Verbraucher:innen bei anderen Holzsortimenten in Heimwerkermärkten nach wie vor vergeblich: Produkte mit dem anspruchsvollen FSC-Kennzeichen für verantwortungsvolle Waldwirtschaft. Das zeigt eine aktuelle Marktstichprobe. In Zeiten von Klima- und Biodiversitätskrise sowie fortschreitender Entwaldung ist das ein fatales Signal.

FSC Deutschland hat das FSC-Angebot in fünf führenden deutschen Baumarktketten unter die Lupe genommen: Bauhaus, Hornbach, Obi, Toom und Globus. Das Ergebnis fällt gemischt aus: FSC-zertifizierte Terrassendielen, Grillkohle, Anzündmaterial und Gartenmöbel sind in vielen Märkten oder zumindest online verfügbar. Auch Hochbeete, Rankhilfen und Sichtschutzelemente werden teilweise mit dem anspruchsvollen Zertifikat angeboten. Doch bei klassischem Konstruktions- und Bauholz sowie bei OSB-Platten fehlt es fast vollständig an zertifizierten Angeboten aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. Kein einziger der getesteten Märkte bot FSC-zertifiziertes Schnittholz, Konstruktionsholz oder Latten an – hier hat sich der Bestand im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2018 nicht verbessert.

„Dieses Ergebnis unserer Stichprobe präsentiert eine besorgniserregende Lücke; denn gerade beim Bauen werden große Mengen Holz verarbeitet und CO² langfristig gebunden – hier ist die Wahl von verantwortungsvoll produziertem Material besonders entscheidend für den Schutz von Klima, der Bewahrung von Biodiversität und anspruchsvollen sozialen Standards. Daher sollte sich die Verantwortung für nachhaltige Waldwirtschaft im gesamten Holz-Sortiment widerspiegeln. Die Händler müssen hier ihrer Verantwortung nachkommen, Kund:innen ein nachhaltiges Sortiment anzubieten und sie nicht mit irreführenden Labeln ohne relevante Umweltwirkung abspeisen“, so FSC Deutschland Geschäftsführer Alfred Schumm.

Beim Grillen klappt’s – FSC-Kennzeichen schafft Orientierung

Besonders positiv fällt die Stichprobe für Grillkohle und Anzünder aus: In vier von fünf Märkten war FSC-zertifizierte Grillkohle erhältlich. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest (test 04/2024) bestätigte zudem, dass die angegebenen Holzarten mit den FSC-zertifizierten Lieferketten übereinstimmen. Die unabhängige Prüfung zeigt: Wer FSC kauft, erhält Produkte aus legal und ökologisch bewirtschafteten Wäldern.

„Hier beweist der Handel: Wenn der Wille da ist, funktioniert es“, so Margarete Wacker Leiterin Markt bei FSC Deutschland. „Verbraucher:innen können beim Grillen eine bewusste Entscheidung treffen – warum nicht auch beim Bauholz?“

Forderung an den Handel: Angebot und Kennzeichnung verbessern

FSC Deutschland ruft den Handel dazu auf, FSC-zertifiziertes Bauholz breiter ins Sortiment zu integrieren und die Kennzeichnung zu verbessern – sowohl in Märkten als auch online. „Wer umweltbewusst bauen oder gärtnern will, muss sich darauf verlassen können, dass die Herkunft des Holzes aus nachhaltigen, legalen, kontrollierten Quellen stammt. Das FSC-Kennzeichen macht das möglich – der Handel muss es Verbraucher:innen leichter machen, es auch zu finden“, fordert Margarete Wacker.

 

Die vollständige Meldung mit Übersichtstabelle finden Sie hier.

Franziska Becker