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Ausgabe 2009-15 - 06. November 2009
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FSC Schweiz erarbeitet nationales Risk Assessment für Controlled Wood |
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Datum: |
06. November 2009 |
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Quelle: |
FSC International, FSC Schweiz |
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Kategorie: |
Hintergrund |
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Autor: |
Erika Müller |
Ein großer Teil der FSC-zertifizierten Produkte auf dem Markt sind sogenannte FSC-Mixed-Produkte. Das bedeutet, dass nicht-zertifzierte Anteile in FSC-Produkten enthalten sind. Für diese unzertifizierten Anteile hat der FSC Regelungen entwickelt, um Holz aus kritischen Quellen zu vermeiden.
Im Einzelnen will dieser Standard für Holz aus kontrollierten Herkünften (Controlled Wood) folgendes ausschließen: - illegal geerntetes Holz, - Holz aus Gebieten mit Verstößen gegen traditionelle und Bürgerrechte, - Holz aus nicht zertifizierten Wäldern mit besonders hohen Schutzwerten, - Holz aus der Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen, - Holz aus gentechnisch veränderten Bäumen.
Für die Herstellung von Produkten mit dem Mixed-Label müssen also bestimmte Vorkehrungen getroffen werden, damit die unzertifizierten Anteile den FSC-Standard für Controlled Wood erfüllen. Der FSC Controlled Wood Standard soll Verarbeitungsbetrieben und Händlern als Hilfe dienen, die Beschaffung von Holz aus zweifelhaften Quellen auszuschließen. Es gibt verschiedene Optionen, wie ein Unternehmen dies erreichen kann: 1. Beschaffung des Holzes aus Forstbetrieben, welche durch eine FSC-akkreditierte Zertifizierungsstelle für Controlled Wood geprüft wurden. 2. Beschaffung des Holzes von Lieferanten, welche über ein gültiges Chain-of-Custody-Zertifikat verfügen, in dessen Bereich auch das Angebot von Controlled Wood eingeschlossen ist. 3. Bei der Beschaffung von unzertifiziertem Holz muss das Unternehmen seine Lieferanten durch ein Verifizierungsprogramm selbst einer Risikobeurteilung unterziehen.
Trifft in einem Land keine der obigen fünf Kategorien zu, gilt das Land als „Niedrig-Risiko-Herkunft“. In diesem Fall genügt der genaue Ursprung des Holzes als Nachweis, damit dieses als „Controlled Wood“ gelten und somit ohne weitere Nachweise in FSC-Produkten beigemischt werden kann. Bei Unsicherheit, ob alle Kategorien ausgeschlossen werden können, gilt für ein Land ein „unspezifiziertes Risiko“. In diesem Fall müssen „Distrikt-bezogene“ weitere Abklärungen zu jener Kategorie, die unsicher ist, gemacht werden. Als „Distrikt“ kann eine Verwaltungseinheit (z.B. Forstkreis oder Forstrevier) aber auch eine geografisch abgrenzbare Region (z.B. Alpen) verstanden werden.
Der FSC arbeitet daran eine Risikobeurteilung auf Ebene einzelner Länder durchzuführen, die dann verpflichtend für diese Länder oder Distrikte gilt. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass alle Unternehmen, die Holz aus einem bestimmten Distrikt beziehen, die gleiche Risikobeurteilung verwenden und keine individuelle Analyse durchführen müssen, was Zeit und Geld spart. Dazu kommt, dass im Falle einer "Niedrig-Risiko-Herkunft" nur noch der Herkunftsnachweis geführt werden muss. Zusätzlich erhöht es die Glaubwürdigkeit des Controlled Wood Standards, wenn die Umsetzung und Prüfung einheitlich geschieht.
Seit Anfang Oktober gibt es eine durch den FSC anerkannte nationale Risikobeurteilung für die Schweiz. Die Analyse bestätigt, dass in der Schweiz lediglich die dritte (besonders schützenswerte Wälder) der fünf Risikokategorien- und auch diese nur regional begrenzt auf den Alpenraum - ein potentielles Risiko birgt. Entscheidendes Kriterium ist die Ausscheidung des gesamten Alpenraums als „Ecoregion 200“ des WWF. Eine Untersuchung des WWF brachte jedoch zu Tage, dass diese Ecoregion durch forstwirtschaftliche Aktivitäten nicht gefährdet ist und in der Schweiz ein ausreichender Schutz für diese Egoregion durch gesetzliche Regelungen gegeben ist. Unzertifiziertes Material aus der Schweiz kommt somit aus einer "Niedrig-Risiko-Herkunft" und kann ohne weitere Nachweise in FSC-Mix-Produkten verarbeitet werden.
Für Deutschland existiert bislang noch keine flächendeckende Risikobeurteilung. Die Argumentation der Schweizer Analyse lässt sich jedoch höchstwahrscheinlich auf Deutschland relativ einfach übertragen. Die deutsche FSC Arbeitsgruppe ist bemüht eine entsprechende Analyse zeitnah durchzuführen. Wir halten Sie dazu informiert.
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