Leitfaden
für Waldbesitzer und Forstbetriebe |
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Leitfaden
für Waldbesitzer und Forstbetriebe
1.
Bedeutung der Waldzertifizierung
2.
Bestimmungen der Deutschen FSC-Standards
3.
Gruppenzertifizierung von kleinen Forstbetrieben
4.
Ratgeber zur Vorbereitung
5.
8 Schritte zur FSC-Zertifizierung
6.
Kosten der Waldzertifizierung
7.
Anschriften von Zertifizierungsorganisationen
8.
Anschriften von Gruppenvertretern
nach
oben
Bedeutung der Waldzertifizierung
Mit der Zertifizierung von Forstbetrieben nach
FSC-Richtlinien wird diesen von unabhängigen Gutachtern bescheinigt,
daß bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder bestimmte
ökologische, soziale und wirtschaftliche Standards eingehalten
werden.
Die Waldzertifizierung soll die Nachfrage nach anerkannt
nachhaltig erzeugtem Holz steigern und auf diese Weise eine verantwortungsvolle
Waldwirtschaft honorieren. Sie ist also in erster Linie ein marktwirtschaftliches
Instrument, das Anreize schaffen soll, Wälder nachhaltig
zu bewirtschaften.
Der Prozeß der Zertifizierung wird jeweils
auf Initiative des Waldbesitzers eingeleitet. Den Rahmen der Zertifizierung
setzen die FSC Prinzipien und Kriterien, die für alle Wälder
der Erde gelten. In Deutschland sind sie durch die "FSC-Richtlinien
Nachhaltiger Forstwirtschaft" in einem breiten Beteiligungsprozeß
an unsere ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten
angepaßt und konkretisiert worden.
Durch Anerkennung dieser Prinzipien und Kriterien
können Forstbetriebe und nachfolgende Unternehmen der Holzverarbeitung
freiwillig an einem Zertifizierungssystem teilnehmen. Der FSC
verwaltet dazu ein als Warenzeichen geschütztes Prüfsiegel
und autorisiert unabhängige Zertifizierungsorganisationen.
Der interessierte Forstbetrieb kann sich an einen
vom FSC anerkannten Zertifizie-rer wenden und ihn beauftragen,
den Forstbetrieb, die Wirtschaftsmaßnahmen und den Zustand
der Wälder zu begutachten. Entsprechen sie den deutschen
FSC-Standards und dem Bewertungsverfahren des Zertifizierers,
so wird dem Forstbetrieb die Verwendung des FSC-Siegels vertraglich
zugesichert.*
Das Holz aus dem jeweiligen Forstbe-trieb kann nun
mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet werden. Durch die Kennzeichnung
des Holzes und seiner Folgeprodukte haben Holzkäufer und
Verbraucher die Möglichkeit, sich gezielt für Produkte
einer nachhaltigen Waldbewirt-schaftung zu entscheiden.
Erzielbare Mehrerlöse und das höhere Vermarktungspotential
für zertifiziertes Holz sowie der geringere betriebliche
Aufwand durch die Einbindung natürlicher Prozesse versprechen,
die Kosten der Zertifizierung sowie der etwaigen Umstellung des
Betriebes auf eine solche Wirtschaftsweise zu decken.
*) Die Zertifizierer bestehen nicht auf einer
sofortigen hundertprozentigen Erfüllung der zugrundegelegten
Richtlinien. Entscheidend sind die vom Waldbesitzer unternommenen
Schritte einer kontinuierlichen gesamtbetrieblichen Verbesserung
im Hinblick auf die beschriebenen Zielsetzungen.
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oben
Bestimmungen der Deutschen FSC-Standards
Die folgenden Bestimmungen stellen Kernelemente
der Deutschen FSC-Standards dar. Die vollständigen "Richtlinien
Nachhaltiger Forstwirtschaft" können von der Geschäftsstelle
angefordert oder über das Internet bezogen werden.
- Naturnahe Waldwirtschaft
- Kahlschläge (größer
0.3 ha) werden grundsätzlich unterlassen*; die Nutzung
erfolgt einzelstamm- bis gruppenweise. Vollbaummethoden
werden nicht durchgeführt.
- Die Baumartenwahl orientiert sich
an den natürlichen Waldgesellschaften. Die natürliche
Verjüngung hat Vorrang.
- Chemische Biozide (Herbizide, Pestizide)
und Düngemittel werden grundsätzlich nicht eingesetzt**.
- Die Wildbestände werden so reguliert,
dass die Verjüngung der Baumarten natürlicher
Waldgesellschaften ohne Hilfsmittel möglich wird.
- Naturferne gleichaltrige Reinbestände
werden nicht aufgebaut. Bestände mit standortwidriger
Bestockung werden langfristig in naturnahe Waldbestände
überführt.
- Auf den Einsatz gentechnisch manipulierter
Organismen wird verzichtet.
- Referenzflächen werden eingerichtet
in öffentlichen Wäldern über 1.000 Hektar.
- Schonende Holzernte
- Bei der Holzernte und Waldpflege werden Fäll-
und Rückeschäden sowie Schäden am gefällten
Stamm minimiert.
- Die Befahrung ist auf Waldwege und
Rückegassen beschränkt. Der Waldboden wird nicht
flächig befahren.
- Sozial ausgerichtete Waldarbeit
- Der Forstbetrieb berücksichtigt das
Angebot lokaler Arbeitskräfte und Unternehmer.
- Forstpersonal und Unternehmer, die
im Forstbetrieb zum Einsatz kommen, sind angemessen qualifiziert.
- Das Personal wird nach Möglichkeit
ganzjährig beschäftigt.
- Die Arbeit im Wald wird so gestaltet und
ausgeführt, daß umfassender Unfall- und Gesundheitsschutz
gewährleistet sind.
*) Im Kleinstwaldbesitz
(maximal 5 Hektar) sind aus außerordentlichen Gründen
Hiebsgrößen bis 1 Hektar zulässig.
**) Ausnahmen stellen
behördliche Anordnungen einer Schädlingsbekämpfung
dar.
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Gruppenzertifizierung von kleinen Forstbetrieben
Neben der einzelbetrieblichen Zertifizierung,
die für selbständige Marktteilnehmer angemessen ist,
wurde vom FSC das Instrument der Gruppenzertifizierung entwickelt.
Damit können auch kleinere Privat- und Kommunalforstbetriebe
kostengünstig zertifiziert werden.
Gruppenzertifizierung bedeutet, daß nicht
jeder einzelne Betrieb zertifiziert wird, sondern eine Gruppe
von Forstbetrieben, die von einer Gruppenvertretung repräsentiert
werden. Solche Gruppen sollten zumindest aus drei Mitgliedern
bestehen.
Kleinere Forstbetriebe können sich zu einer
Gruppe zusammenschließen und eine verantwortliche Gruppenvertretung
benennen. Ebenso können bestehende forstliche Organisationsstrukturen
als Gruppenvertretungen genutzt werden.
Die Forstbetriebe übertragen der Gruppenvertretung
gewisse Aufgaben bei der Dokumentation und Überprüfung
ihrer Waldbewirtschaftung und halten diese vertraglich fest. Bei
Verstößen kann die Gruppenvertretung Mitglieder so
aus dem Gruppensystem ausschließen. Die Vertretung wiederum
verpflichtet sich dem Zertifizierer gegenüber zur Einhaltung
der Richtlinien und wird der Zertifikatsinhaber.
Der Zertifizierer kontrolliert alljährlich
nur einen gewissen Teil der Gruppenmitglieder, wodurch die Kosten
erheblich gesenkt werden können. Dies setzt eine relativ
einheitliche Bewirtschaftung und deren Dokumentation voraus.
Die Gruppenvertretung kann sehr unterschiedliche
organisatorische Formen haben:
- Forstliche Zusammenschlüsse
(z.B. Forstbetriebsgemeinschaften)
- Forstämter (können für mehrere
Waldbesitzarten als Vertretung die Zertifizierung beantragen)
- Forst-Consulting (Einzelpersonen oder Unternehmen,
die für die Bewirtschaftung mehrerer Wälder verantwortlich
sind, können als juristische Person die Zertifizierung für
ihre Klienten beantragen.)
- Naturland Verband (Der Verband bietet seinen
Mitgliedern die Teilnahme an einem Programm zur FSC-Gruppenzertifizierung
an. Dies erfordert die zusätzliche Einhaltung der Naturland-Kriterien
zur Waldbewirtschaftung.)
- Zertifizierungs-Zusammenschlüsse (mehrere
Einzelbetriebe kooperieren zum Zweck der gemeinsamen Zertifizierung)
Gruppenvertretungen oder bestehende forstliche
Organisationen müssen nicht die Zertifizierung all ihrer
Mitglieder beantragen.
Eine Forstbetriebsgemeinschaft kann z.B. mit den
Waldbesitzern, die eine Zertifizierung wünschen, Einzelverträge
abschließen. Das Zertifikat gilt für die Forstbetriebsgemeinschaft,
wird aber nur wirksam für die Mitglieder, die sich vertraglich
gebunden haben. Eine nachträgliche Erweiterung auf weitere
Mitglieder ist jederzeit möglich.
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Ratgeber zur Vorbereitung
Eine von unabhängiger Seite durchgeführte
Zertifizierung stellt einen bedeutsamen Schritt für Ihren
Betrieb dar, der gründlich überlegt sein sollte. Die
folgenden Punkte sollen Ihnen helfen, zu einer Entscheidung zu
gelangen und die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.
| 1 |
Legen Sie Ihre Ziele fest |
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Zunächst sollten Sie sich im Klaren darüber
werden, welche Ziele Sie mit einer Zertifizierung Ihres Betriebes
verfolgen. Fragen Sie sich, ob Sie diese Ziele auch auf anderem
Wege erreichen können. Eine Zertifizierung kann z.B.
angestrebt werden, um
- Holzkäufern und Kunden eine Gewährleistung
zu bieten, dass hohe Bewirtschaftungsstandards eingehalten
werden.
- Produkte besser zu verkaufen bzw. Zugang zu neuen Märkten
zu erhalten.
- Waldbesuchern die verantwortliche Waldbewirtschaftung
zu demonstrieren.
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| 2 |
Analysieren Sie Ihren Markt |
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Wenn Sie vorrangig betriebswirtschaftliche
Ziele verfolgen, sollten Sie folgende Fragen in einer Weise
beantworten können, die eine Zertifizierung rechtfertigt:
- Wird Ihnen ein höherer Preis für zertifizierte
Produkte geboten?
- Welche Schritte unternehmen Ihre Wettbewerber hinsichtlich
Zertifizierung?
- Erhalten Sie Unterstützung von Ihren Kunden, um
die Zertifizierung zu finanzieren?
- Erhalten Sie durch eine Zertifizierung Zugang zu neuen
Märkten oder können Sie dadurch bestehende Marktanteile
sichern?
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| 3 |
Machen Sie sich mit den Anforderungen vertraut |
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Fordern Sie eine Kopie der deutschen FSC-Standards
bei der FSC Geschäftsstelle an oder beziehen Sie diese
über das Internet. Notieren Sie sich Punkte, die Ihnen
nicht klar sind oder deren Einhaltung für Sie schwierig
sein könnte. Beachten Sie dabei, dass der Standard sämtlichen
Situationen in Deutschland gerecht werden muss und viele Anforderungen
bei kleineren Forstbetrieben verschieden gehandhabt werden.
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| 4 |
Reden Sie mit anderen Waldbesitzern |
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Waldzertifizierung ist etwas völlig Neues.
Nehmen Sie Kontakt zu anderen Waldbesitzern oder Forstbetrieben
auf, die bereits den Prozess durchlaufen haben. Eine Liste
der zertifizierten Forstbetriebe erhalten Sie bei der FSC
Geschäftsstelle. |
| 5 |
Schließen Sie sich einer Gruppe an |
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Klären Sie, ob Sie sich mit anderen Forstbetrieben
zu einer Gruppe zusammenschließen können, um gemeinsam
eine Zertifizierung durchzuführen. Durch Gruppenzertifizierungen
können die Kosten für kleinere Forstbetriebe erheblich
gesenkt werden. |
| 6 |
Wählen Sie eine vom FSC anerkannte
Zertifizierungsorganisation aus |
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Die vom FSC anerkannten Zertifizierer sind
unabhängige Organisationen und weisen leicht unterschiedliche
Verfahren auf. Informieren Sie sich über die jeweiligen
Schwerpunkte und Besonderheiten der Organisation und lassen
Sie sich ggfls. ein Angebot erstellen. |
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oben
8 Schritte zur FSC-Zertifizierung
Im folgenden werden acht Schritte dargestellt, die
zur Erteilung eines FSC-Zertifikats für Ihren Forstbetrieb
in der Regel durchlaufen werden.
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Kontaktaufnahme mit einer Zertifizierungsorganisation
Beim ersten Kontakt mit einem Zertifizierer werden Sie zunächst
um einige Grundinformationen zu Ihrem Forstbetrieb gebeten.
Die Informationen werden in der Regel über ein entsprechendes
Formular abgefragt. Die Zertifizierungsorganisation erteilt
im Gegenzug Auskunft über das wei-tere Verfahren und
über die Zertifizierungskosten für einen Erstbesuch
bzw. das Voraudit.
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Erstbesuch / Voraudit
Ein Voraudit ist in der Regel sehr sinnvoll und wird daher
empfohlen. Es erfolgt auf Grundlage der Dokumentation zur
Betriebsplanung und in Form einer Kurzprüfung Ihrer Waldfläche.
Ziel ist die frühzeitige Erkennung von möglichen
Schwachstellen im Hinblick auf die einzuhaltenden Richtlinien.
Entsprechende Bereiche können so vor der eigentlichen
Betriebsprüfung verbessert werden.
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Formale Antragstellung
Zum formalen Beginn der Zertifizierung werden Sie vom Zertifizierer
gebeten, ein vollständiges Antragsformular auszufüllen.
In diesem Schritt werden auch die Kosten für die Betriebsprüfung
vereinbart. Die Gebühren sind in der Regel abhängig
vom damit verbundenen Zeitaufwand und variieren daher mit
der Betriebsgröße und Komplexität des Betriebes
bzw. der Betriebsgruppe.
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Konsultation von Interessenparteien
Vor der eigentlichen Zertifizierung wird eine Information
und Befragung von Personen, Organisationen und Unternehmen
durchgeführt, welche ein Interesse an der Bewirtschaftungsweise
Ihres Waldes besitzen. Dies können z.B. Forstunternehmer,
benachbarte Waldbesitzer, örtliche Vereine und Forstämter
sein.
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Betriebsprüfung / Zertifizierungsaudit
Ein forstlicher Gutachter überprüft die Bewirtschaftung
Ihres Waldes und die vorhandene Dokumentation auf Übereinstimmung
mit den deutschen FSC-Standards. Der Gutachter verfügt
über Erfahrung im Bereich der betreffenden Waldbesitzart
und weist in der Regel örtliche Kenntnisse auf. Durch
Überprüfung Ihres Systems des Holzverkaufs wird
die ordnungsgemäße Verwendung des FSC-Logos und
die Weitergabe der erforderlichen Daten an den Holzkäufer
sichergestellt.
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Erstellung des Zertifizierungsberichts
Im Anschluss an die Betriebsprüfung wird ein Bericht
erstellt. Der Bericht enthält als Ergebnis Empfehlungen
für die vom Forstbetrieb zu verbessernden Bereiche oder
gewisse Auflagen zur jeweiligen Waldbewirtschaftung. Auch
Sie als Waldbesitzer erhalten eine Ausfertigung des Zertifizierungsberichtes
und haben Gelegenheit, die Inhalte vor der endgültigen
Beurteilung zu kommentieren.
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Expertengutachten
Ein Team unabhängiger Experten überprüft den
Zertifizierungsbericht, um sicherzustellen, dass er professionell
erstellt wurde und die beinhalteten Empfehlungen angemessen
sind. Die Experten sind weder Angestellte der Zertifizierungsorganisation
noch mögliche Wettbewerber Ihres Forstbetriebes.
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Zertifikatserteilung
Entspricht Ihre Waldbewirtschaftung den zugrundegelegten Richtlinien,
so wird Ihrem Forstbetrieb ein Zertifikat ausgestellt und
die Verwendung des FSC-Siegels vertraglich zugesichert. Mit
der Ausstellung des Zertifikates sind in der Regel gewisse
Auflagen hinsichtlich zu verbessernder Betriebsbereiche verbunden.
In jährlichen Kurzbesuchen (Folgeaudits) wird die Einhaltung
der FSC-Standards sichergestellt und geprüft, inwieweit
etwaig erteilte Auflagen erfüllt wurden. Das Zertifikat
wird für die Dauer von 5 Jahren ausgestellt.
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oben
Kosten der Waldzertifizierung
Zertifizierungskosten entstehen für die
aufgewandte Zeit der Betriebsprüfung, für Ausgaben
(z.B. Reisekosten), Verwaltung und Steuern. Sie werden in der
Regel getrennt nach Kosten für die Erstüberprüfung
und jährliche Folgeprüfungen.
Das internationale Verfahren des FSC unterscheidet
zwischen zwei Möglichkeiten, nach denen sich Forstbetriebe
zertifizieren lassen können:
1) Einzelbetriebliche Zertifizierung
Die Zertifizierung von einzelnen Betrieben
ist für diejenigen Waldbesitzer geeignet, die ihr Holz
eigenständig vermarkten und als Zertifikatsinhaber nicht
von anderen Waldbe-sitzern oder vertretenden Organisationen
abhängig sein möchten. Der jeweilige Betrieb weist
hierbei alljährlich die Erfüllung sämtlicher
Anforderungen nach und sollte daher über ein gutes Inventur-
und Planungsinstrumentarium verfügen.
| Die Kosten einzelbetrieblicher
Zertifizierungen sind abhängig von der Betriebsgröße
sowie der Dokumentation der vollzogenen Waldbewirtschaftung.
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2) Gruppenzertifizierung
Forstbetriebe können sich zu einer Gruppe
zusammenschließen und eine verant-wortliche Gruppenvertretung
benennen. Die Betriebe übertragen hierfür der Grup-penvertretung
gewisse Aufgaben bei der Dokumentation und Überprüfung
ihrer Waldbewirtschaftung und halten diese vertraglich fest.
Der Zertifizierer kontrolliert alljährlich nur einen gewissen
Teil der Gruppenmitglieder, wodurch die durchschnittlichen Kosten
erheblich gesenkt werden können.
| Für die Kosten von
Gruppenzertifizierungen ist neben der eingeschlossenen Waldfläche
und Teilnehmerzahl ausschlaggebend, inwieweit Maßnahmen
zur Waldbewirtschaf-tung gemeinschaftlich vollzogen, dokumentiert
und überprüft werden. |
Jährliche Durchschnittskosten
Die folgenden Kostenangaben stellen Richtwerte
der per Hektar zu erwartenden jährlichen Durchschnittskosten
(Mittel aus Erstzertifizierung und jährlichen Folgeprüfungen)
in Abhängigkeit von der Betriebs- bzw. Gruppengröße
dar:
| Hektar |
500 |
1000 |
5000 |
20.000 |
über 20.000 |
| € |
2,50 |
1,25 |
0,50 |
0,25 |
unter 0,25 |
| Durch das Instrument der
Gruppenzertifizierung können Kleinprivatwälder zu
vergleichbaren Kosten zertifiziert werden wie einzelne größere
Forstbetriebe. |
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Anschriften von Zertifizierungsorganisationen
Der FSC prüft nicht selber die einzelnen Waldbestände
und Forstbetriebe, sondern akkreditiert,
d.h. bevollmächtigt und kontrolliert hierfür unabhängige
Zertifizierer. Durch ein jährliches Monitoring garantiert der
FSC mit seinem Prüfsiegel die Wahrhaftigkeit der Aussagen der
Zertifizierungsorganisationen.
Die Zertifizierungsorganisationen sind vom Forest Stewardship
Council akkreditiert, Forstbetriebe zu zertifizieren, welche die
FSC Prinzipien und Kriterien erfüllen. Diese Akkreditierung
umfaßt die Zertifizierung von Naturwäldern und Plantagen.
Die Zertifizierungsunternehmen sind außerdem berechtigt,
die Verarbeitungskette zertifizierter Forstprodukte zu überprüfen.
Sie können Lizenzen erteilen, die den Gebrauch der FSC-Warenzeichen
auf zertifizierten Produkten erlauben.
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Anschriften von Gruppenvertretern
Für kleinere Forstbetriebe kann es zweckmäßig und
kostengünstiger sein, sich einer zertifizierten Gruppe anzuschließen.
Der Forstbetrieb schließt einen Vertrag mit der Gruppenvertretung
ab, welche die interne Kontrollfunktion übernimmt sowie Vertragspartner
des FSC-Zertifizierers ist. Die Gruppe wird regelmäßig
von dem Zertifizierer überprüft. Bei der folgenden Aufzählung
handelt es sich teilweise um Gruppen, die nur Forstbetriebe mit
bestimmten Merkmalen, wie beispielsweise Besitzart, aufnehmen. Beachten
Sie die Angaben zu der jeweiligen Gruppe.
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