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Guter Wald - Wichtiges Ziel mit Tücken
Was ist guter Wald?
Guter Wald ist dadurch gekennzeichnet, dass er sich trotz Bewirtschaftung möglichst nahe am Naturzustand befindet. Bewirtschaftung findet – soweit möglich - mit der Natur und nicht gegen sie statt. Eingriffe zur Bewirtschaftung reduzieren sich auf lenkende Maßnahmen, bei denen natürliche Prozesse möglichst genutzt werden. Konkret bedeutet dies:
- Mischwälder statt Monokulturen
- Die Verwendung heimischer Baumarten
- Eine Altersstruktur von ganz jungen bis zu sehr alten Bäumen.
- Die Erhaltung von Totholz als Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und Tieren
- Ein natürliches Nachwachsen des Waldes durch Samenflug oder Verbreitung durch Tiere.
- Die Reduzierung von Nachpflanzungen auf Ausnahmefälle.
- Eine schonende Nutzung, die dem Wald nur so viel Holz entnimmt, wie wieder nachwächst.
Wichtige Funktionen des Waldes
Etwa ein Drittel der Erdoberfläche ist von Wäldern bedeckt. Diese Waldfläche bietet für etwa 50 bis 90 Prozent der weltweit existierenden Tier- und Pflanzenarten die Existenzgrundlage. Aber auch viele Menschen leben im und vom Wald. Ohne Wälder wäre ein Leben auf der Erde nicht möglich, denn sie erfüllen wichtige Funktionen: sie gelten als grüne Lungen, da sie Sauerstoff produzieren und Kohlenstoff speichern. Ebenso beeinflussen sie das globale und lokale Klima erheblich. Wälder stellen einen riesigen Wasserspeicher für unsere Süßwasserreserven dar. Sie verhindern Bodenerosion, Erdrutsche und Überschwemmungen.
Konflikte um Wald
Holz ist weltweit der wichtigste natürliche Rohstoff überhaupt !
Nicht nur die Wälder haben eine wichtige Funktion für das Leben auf der Erde, sondern auch der Rohstoff Holz.
- In den weniger entwickelten Ländern wird Holz vor allem als Brennstoff zum Heizen und Kochen verwendet. Auch als Baumaterial für Hütten, Boote oder Karren spielt Holz dort eine wichtige Rolle.
- In den Industrienationen wird Holz vor allem zur Möbelproduktion, als Baumaterial und zur Papierherstellung benötigt. Der wachsende Papierbedarf stellt dabei ein großes Probleme dar: allein in Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier derzeit bei rund 230 Kilogramm.
Aufgrund der vielfältigen Verwendungszwecke von Holz entstehen Interessenskonflikte. In der Regel dominieren die ökonomischen Interessen über soziale und ökologische Belange. Negative Folgen für Umwelt und Gesellschaft sind vorprogrammiert. Nicht nur tropische Wälder sind von illegalem Holzeinschlag und Raubbau betroffen. Mit wachsenden Märkten in China und Indien sowie dem zunehmenden Export aus Russland sind auch viele Urwälder im borealen Waldgürtel des Nordens von der Entwaldung bedroht.
Die weltweit anhaltende Nachfrage nach Tropenholz, z.B. als Baumaterial im Außenbereich sowie für Gartenmöbel, hat häufig illegalen Holzeinschlag (ohne Konzession) und Raubbau (Abholzung großer Waldflächen) zur Folge. Viele rücksichtlose Unternehmen möchten lediglich ihren Profit maximieren und sind nicht bereit, Verantwortung für Wald zu übernehmen. Eine wichtige Rolle spielen auch Konsumenten in wohlhabenderen Länder. Mit der Haltung „Geiz ist Geil“ wird die Erwartungshaltung „hohe Qualität zu niedrigen Preisen“ kultiviert. Die Folge sind Hölzer aus illegalem Einschlag und Raubbau. Um den weltweit gestiegenen Bedarf nach Möbeln, Papier und Baumaterial zu stillen, entstehen vermehrt Plantagen aus schnellwachsenden Holzarten. Naturwälder und einheimische Baumarten müssen weichen.
Raubbau & Abholzung
Armut führt in weniger entwickelten Ländern dazu, dass Waldflächen gerodet und in Viehweiden oder Ackerflächen umgewandelt werden. Agrar- und Fleischprodukte werden in erster Linie für den Export produziert. Als Folge weiten sich beispielsweise in Südamerika der Sojaanbau und in Asien Plantagen mit Gummi-, Kokos- oder Ölpalmen auf Kosten des Waldes aus. In Gebieten mit kriegerischen Auseinandersetzungen z.B. in Zentral- und Westafrika, werden Wälder vernichtet, um durch den Verkauf von Tropenholz Devisen für Waffenkäufe beschaffen zu können. Der Holzeinschlag wird in zunehmenden Maße von internationalen Holzkonzernen vorgenommen, die mit ihren vollautomatischen „Harvestern“ riesige Flächen in kurzer Zeit abholzen können. Durch fehlende nationale Gesetze wird einheimischen Völkern, denen der Wald als Lebens-, Nahrungs- und/oder Wirtschaftsraum dient, die Lebensgrundlage entzogen. Vor allem in den weniger entwickelten Ländern werden immer mehr Städte zu Mega-Städten. Ihre räumliche Expansion zieht eine verstärkte Abholzung am Stadtrand nach sich. Weltweit fallen viele Waldflächen dem Straßen- oder Bergbau zum Opfer.
Lösung: schonende Bewirtschaftung
In den 80er Jahren riefen Umweltverbände zum Tropenholz-Boykott auf, um den Raubbau an tropischen Wäldern zu stoppen. Diese Maßnahme bewirkte z.T. das Gegenteil: Akteure der Holzwirtschaft aus tropischen Ländern versuchten, den sinkenden Absatz durch einen erhöhten Holzeinschlag zu kompensieren.
Augrund dieser Erfahrung sind viele Umweltorganisationen dazu übergegangen, anstelle von Boykott die Einführung einer schonenden Waldbewirtschaftung zu unterstützen. Ziel ist dabei, dem Wald nur so viel Holz zu entnehmen, wie natürlich nachwächst und hierbei klare ökologische und soziale Grundanforderungen einzuhalten. So kann einerseits in den waldreichen Gebieten ein Einkommen erwirtschaftet und andererseits der Wald langfristig erhalten werden – für die Pflanzen und Tiere, die darin und davon leben sowie für zukünftige Generationen.
Verantwortungsvolle Waldwirtschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass soziale, ökologische und wirtschaftliche Interessen gleichermaßen berücksichtigt werden:
Pro Umwelt: Kein Kahlschlag, Verzicht auf Pestizide, Erhaltung der Artenvielfalt Pro Mensch: Anerkennung traditioneller Waldnutzungsrechte, Garantie umfassender Arbeitnehmerrechte, Regelmäßige Aus- und Weiterbildung Pro Wirtschaft: Effiziente und schonende Ressourcennutzung, regelmäßige Erstellung von Wirtschaftsplänen, Steigerung der Produktvielfalt
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