Rund um die EUTR

Zentrale Fragen und Antworten

Die EU-Holzhandelsverordnung soll die Einfuhr von illegalem Holz verbieten. (© Kasper Koop/ Tracer)© Kasper Koop/ TracerDie Holzhandelsverordnung konfrontiert betroffene Unternehmen mit einer Reihe von komplexen Regelungen und Anforderungen.

Viele der sich daraus ergebenden Fragen beantwortet unser Artikel "EU-Holzhandelsverordnung: So geht´s mit FSC!", der im Holzzentralblatt Nr. 44 am 02. November 2012 erschienen ist. Vertiefende Informationen und praxisnahe Lösungsansätze bieten auch unsere regelmäßig abgehaltenen Workshops zur EUTR.

Im Folgenden haben wir die zentralen Fragen & Antworten zur EUTR zusammengefasst.


Wer ist betroffen?

Von der EUTR sind alle Unternehmen betroffen, die Holz und Holzprodukte auf dem EU Binnenmarkt in den Verkehr bringen, also z.B. aus dem Nicht-EU-Ausland importieren. Diese Unternehmen werden als „Operator" bezeichnet und müssen im Rahmen der Gesetzgebung ein betriebliches Sorgfaltspflichtverfahren umsetzen.
Aber auch Händler und verarbeitende Betriebe innerhalb der EU sind betroffen. Sie werden als sogenannte „Trader" bezeichnet und haben im Rahmen der Gesetzgebung bestimmte Dokumentationspflichten.

Welche Produkte sind betroffen?

Im Anhang der Holzhandelsverordnung ist geregelt, welche Produkte unter die Regelungen fallen. Betroffen sind nahezu alle Holzarten und Holzprodukte wie z.B. Brennholz (auch Späne, Pellets usw.), Rohholz, Sägehölzer, Furniere, Profilhölzer, Platten, Holzrahmen, Tischler- und Zimmermannsarbeiten, Zellstoff und Papier, Holzmöbel und Gebäude. Ausgenommen sind z.B. beim Import eingesetzte Packmaterialien, bereits bedruckte Printprodukte oder Recyclingmaterialien.

Wie wird die EUTR in Deutschland umgesetzt?

In Deutschland wird die EUTR durch das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz (HolzSiG) umgesetzt. Im HolzSiG sind auch die möglichen Sanktionen bei Verstößen gegen das Gesetz geregelt.
Die zuständige Behörde ist das BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz). Für die Überwachung zuständig ist in Deutschland die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung).

Was fordert die Holzhandelsverordnung von Unternehmen?

Die EUTR fordert vor allem von importierenden Unternehmen (Import in den EU-Binnenmarkt) zentrale Nachweise für den Ausschluss von illegalen Holzquellen. Dazu muss jeder Importeur ein betriebliches Sorgfaltspflichtverfahren (Due Diligence System = DDS) umsetzen, das sich auf drei zentrale Säulen stützt:

  • Informationsbeschaffung: Woher kommt das Material und um welche Baumarten geht es?
  • Risikobewertung: Wie hoch ist das Risiko, dass in dem entsprechenden Herkunftsland Holz illegal eingeschlagen wird?
  • Risikominderung: Was wird getan, um das Risiko zu minimieren, Holz aus illegalem Einschlag zu importieren?

Anhand dieses DDS muss jedes betroffene Holzprodukt vor dem Import durchleuchtet werden. Kommt das Unternehmen zu dem Ergebnis, dass das Risiko nicht vermieden werden kann, dass Materialien aus illegaler Fällung stammen, dann muss von einem Import abgesehen werden. Das FSC-System bietet für FSC-zertifizierte Materialien wertvolle Hilfestellung bei der Umsetzung der EUTR.

Was sind Monitoring Organisationen?

Die EUTR sieht vor, dass betroffene Unternehmen, die kein eigenes DDS System etablieren können oder wollen, sich Unterstützung bei sogenannten Monitoring Organisationen (MO) holen können.
Diese Organisationen müssen von der EU-Kommission zugelassen werden. Sie stellen dem betroffenen Unternehmen ein DDS zur Verfügung. Die MO unterstützt und bestätigt den korrekten Umgang mit dem DDS und unterrichtet, in letzter Konsequenz, bei Zuwiderhandlung die entsprechenden Behörden. Dabei bleibt das Unternehmen aber für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen verantwortlich.

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