„FSC ist der bessere Standard“

„FSC – Ein Siegel für Wälder mit Zukunft.“ Unter diesem Titel luden FSC Deutschland und FKN am 5. Dezember 2013 zu einer Round-Table Veranstaltung auf das Dach des Berliner Reichstagsgebäudes ein. Referenten aus Politik, Gesellschaft, Unternehmen und von Verbänden unterstrichen bei diesem Anlass die Bedeutung des FSC für den Kampf gegen den Klimawandel und für eine fortschrittliche Forstwirtschaft. Deutlich wurde dabei, dass das FSC-System unbestritten hohe Anerkennung genießt und das glaubwürdigste sowie anspruchsvollste Waldzertifizierungssystem auf dem Markt ist.

Berlin. Klimawandel, Wasserschutz, Artenschutz, Recycling, Arbeitnehmerrechte, wirtschaftliches Handeln, innovative Forstwirtschaft, Verantwortung und ganz viel Nachhaltigkeit waren für einen Tag die zentralen Schlagworte auf dem Berliner Reichstag. Kurz bevor am 5. Dezember 2013 der Sturm Xaver über das Land fegte, diskutierten Politiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen über FSC und Wälder mit Zukunft. Das Thema FSC und verantwortungsvolle Waldwirtschaft einmal in den Mittelpunkt des politischen Berlins zu stellen, war das Ziel der Round-Table-Veranstaltung von FSC Deutschland und dem Fachverband Kartonverpackung für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN).

Unter der Moderation von Volker Angres, dem Leiter der ZDF Umweltredaktion, verfolgten rund 60 Gäste die Vorträge und Diskussionen. Zunächst hielten die gastgebenden Geschäftsführer von FSC Deutschland und FKN Dr. Uwe Sayer sowie Michael Brandl einen Kurzvortrag zum Thema „FSC als Zeichen für Wälder mit Zukunft“. Dabei formulierte der FSC Geschäftsführer Dr. Sayer unter anderem Wünsche an die Politik: „Es ist wichtig, dass FSC in Deutschland als gute forstliche Praxis anerkannt wird. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die öffentliche Beschaffung künftig bei Holzprodukten FSC klar bevorzugt, nachhaltige Projekte mit FSC Material gefördert werden, FSC Produkte steuerlich bevorzugt werden und öffentlicher Wald als Vorreiter nach FSC zertifiziert wird.“ FKN Geschäftsführer Brandl hob in seinem Eingangsstatement hervor: "Wir sind eine Branche die auf den Rohstoff Holz angewiesen ist. Daher ist es naheligend, dass wir uns für FSC als das nach unserer Auffassung beste und glaubwürdigste Zertifikat entschieden haben. Ich würde mir wünschen, dass sich auch die Politik und andere Branchen mit dieser Klarheit für FSC aussprechen."

Die Umweltpolitische Sprecherin der CDU, Marie-Luise Dött MdB, ging in ihrem Vortrag auf die allgemeine Label-Flut ein und forderte hier mehr Aufklärung für den interessierten Verbraucher. Mit Blick auf die Waldzertifizierungssysteme FSC und PEFC äußerte sie sich: „Beide Standards sind akzeptabel aber nicht gleichwertig“. Die Unternehmerin und Umweltpolitikerin hob hervor: „Eine breite gesellschaftliche Basis von FSC ist Garant für Qualität“ und verwies darauf, dass Verbraucher hier wie in anderen Bereichen zwischen den Qualitäten der Siegel unterscheiden müssen. Dött betonte zum Abschluss Ihres Vortrages noch einmal: „FSC ist der bessere Standard“.

Für die Lidl-Stiftung berichtete der Leiter CSR International Florian Schütz über die Bemühungen des Discounters insbesondere bei den Eigenmarken nachhaltig zu handeln. Seit einigen Jahren weitet die Kette ihr FSC-Engagement im Bereich Verpackungen und Saisonprodukte deutlich aus. Schütz erläuterte den Anwesenden anhand von konkreten Beispielen von seinen Bemühungen, durch technische Innovationen den ökologischen Fußabdruck einzelner Produkte zu reduzieren.    

Als Vertreterin des Umweltbundesamtes referierte die Leiterin des Fachbereichs „Nachhaltige Produktion, Ressourcenschonung und Stoffkreisläufe“ Dr. Bettina Rechenberg über Verbrauchswerte und Umweltauswirkungen der Produktion von Zellstoffprodukten. Rechenberg unterstrich in ihren Ausführungen die Bedeutung von Verbrauchsreduktion und Recycling für ein umweltbewusstes Handeln.

Johannes Zahnen appellierte als Waldreferent der Umweltorganisation WWF ganz entschieden für eine Stärkung des FSC. Er forderte ein klares Bekenntnis seitens der Politik für das nach seiner Einschätzung höherwertige Zertifikat des FSC, dies gelte insbesondere im Bereich der öffentlichen Beschaffung als wichtiger Marktakteur mit hoher Verantwortung. In Richtung PEFC verlangte Zahnen von Wirtschaft und Politik eine klare Abgrenzung von diesem nach seiner Einschätzung zu niedrigen Standard. „Es gibt keine Vergleichbarkeit der Zertifikate, denn nur FSC ist nachhaltig“, unterstrich Zahnen die Position des WWF.

Aus der Praxis der Zertifizierung eines großen Forstbetriebes berichtete Dr. Jens Jacob als Leiter der Forstabteilung im Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz und Leiter der Landesforsten Rheinland-Pfalz. Anhand unterschiedlicher Aspekte aus dem Zertifizierungsprozess des Landeswaldes schilderte Dr. Jacob die Schwierigkeiten denen sich zum Teil auch deutsche Waldbesitzer stellen müssen, um das begehrte Zertifikat zu erhalten. Er hob jedoch hervor, welche positiven Auswirkungen das Zertifikat des FSC für die Außendarstellung des Forstbetriebes hat und wie hilfreich die Einbindung von Umweltverbänden durch das FSC-System ist.

Immer wieder wurde sowohl in Vorträgen als auch in der Diskussion der, als zu niedrig empfundene, Bekanntheitsgrad des FSC beim Verbraucher thematisiert. FSC, FKN, Lidl, Umweltbundesamt und WWF waren sich in diesem Punkt einig, dass die Bekanntheitssteigerung eine wichtige Aufgabe für alle Akteure am Markt ist, um weltweiten Erfolg durch FSC zu erlangen. Am Ende der Veranstaltung im politischen Zentrum Deutschlands zeigte die Natur ihre Gewaltigkeit und Macht. Die Ausläufer des Sturms Xaver fegten über das Dach und durch die Kuppel des Reichstagsgebäudes als die Teilnehmer ihren Heimweg antraten. Zuvor war noch einmal deutlich geworden, dass FSC trotz mancher Stürme der Kritik für viele Menschen das Siegel für die Wälder mit Zukunft ist.


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