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FAQs zum FSC (© Istock.com)© Istock.comHier finden Sie Antworten auf Fragen zur generellen Funktionsweise des FSC.


Wer oder was ist der FSC?

Der FSC (Forest Stewardship Council) wurde 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio de Janeiro ins Leben gerufen.
Der FSC ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder unserer Erde einsetzt.

Der FSC wird weltweit von Umweltorganisationen, Gewerkschaften, Interessensvertreter indigener Völker, sowie zahlreichen Unternehmen aus der Forst- und Holzwirtschaft unterstützt. Der FSC ist für Jedermann offen, der ein Interesse an den Wäldern dieser Welt hat.


Was sind die Ziele des FSC?

Ziel des FSC ist es, einen Beitrag zur Verbesserung der Waldbewirtschaftung weltweit zu leisten. Der FSC versteht sich hierbei als Plattform, auf der Vertreter mit unterschiedlichen Interessen am Wald zusammenkommen und einen Konsens über verantwortungsvolle Waldwirtschaft finden können.

Aus diesem Konsens werden Bewirtschaftungsstandards entwickelt und Mechanismen für die Vermarktung von entsprechend erzeugten Waldprodukten abgeleitet.

Wichtigstes Instrument zur Vermarktung entsprechender Produkte ist die Kennzeichnung der Produkte mit dem FSC-Label.


Wie ist der Weg vom Wald zum FSC-zertifizierten Produkt?

Durch FSC-Standards wird festgelegt, welche ökologischen und sozialen Minimumstandards bei der Bewirtschaftung von Wäldern eingehalten werden müssen. Die Einhaltung dieser Standards wird jährlich durch unabhängige Prüfer (Zertifizierer) bei jedem Waldbesitzer vor Ort überprüft.
Erst nach bestandener Prüfung kann ein Eigentümer Holz mit dem FSC-Label kennzeichnen und entsprechend vermarkten.

Im Rahmen der Weiterverarbeitung wird durch weitere Prüfungen sichergestellt, dass FSC-Holz nicht unerlaubt mit nicht-kontrollierten Hölzern vermischt und gekennzeichnet wird.
Der FSC stellt somit ein Warenzeichen zur Verfügung, an dem der Verbraucher verantwortungsvolle und überprüfte Waldbewirtschaftung erkennen kann.


Wird weltweit nach den gleichen Standards zertifiziert?

Ja und Nein. Grundlage der Zertifizierung und aller FSC-Standards sind die international einheitlichen Prinzipien und Kriterien des FSC. Da die nationalen Standards in jedem Land jedoch konkretisiert werden müssen, können sich Standards mit unterschiedlichen Indikatoren ergeben, welche die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen eines Landes widerspiegeln. Nationale FSC Arbeitsgruppen sind verpflichtet ihre FSC-Standards mit Nachbarländern abzugleichen und zu harmonisieren.

Mit der Entwicklung und Verbreitung des Instrumentes Waldzertifizierung werden sich die Standards jedoch mittelfristig einander angleichen.


Was ist der Unterschied zwischen einer ISO- und einer FSC-Zertifizierung?

ISO Zertifizierungen helfen einem Betrieb, ihr Management zu verbessern und die Qualität der Produkte zu sichern. Der zertifizierte Betrieb setzt sich seine Ziele selbst. Das Zertifikat kann nicht auf Produkte angewandt werden.

Die FSC Zertifizierung beschränkt sich inhaltlich auf die Waldbewirtschaftung, wo sie die Einhaltung von klar definierten, messbaren minimalen Umweltstandards verlangt. Von den verarbeitenden Betrieben werden keine Umweltleistungen verlangt sondern nur der Nachweis der lückenlosen Kontrolle der Holzkette

Das FSC-Gütesiegel kann direkt auf den Produkten angebracht werden.

ISO- und FSC-Zertifizierung schliessen sich nicht gegenseitig aus. Sie decken jedoch unterschiedliche Gebiete ab. In verschiedenen Bereichen können sich die beiden Systeme ideal ergänzen.


Erlaubt der FSC die Bewirtschaftung von Plantagen?

Der FSC erlaubt die Zertifizierung von Plantagen nach streng festgelegten Rahmenbedingungen.

Die zunehmende weltweite Ausdehnung von Holzplantagen ist Ausdruck für einen wachsenden Rohstoffbedarf nach Holz und Papier. Lösungsansätze für dieses Problem sind vielfältig. Die wichtigste Lösung ist ein konsequentes und ernst gemeintes Einsparungsverhalten für Produkte aus entsprechenden Wirtschaftsweisen. Industrieländer als Hauptverbraucher entsprechender Produkte sind hierbei in einer besonderen Verantwortung. In Deutschland bedeutet dies beispielsweise ein Umstieg auf Recyclingprodukte bei Tissue- und Büropapieren und die Reduktion des Konsums von Werbeartikeln und Zeitschriften.

Ein weiterer Lösungsansatz gegen die Ausweitung von Holzplantagen ist die Vermeidung von Produkten aus Plantagen. Diese stehen in vielen Fällen jedoch in Konkurrenz zu Produkten mit erheblich schlechterer Ökobilanz wie beispielsweise Fenster aus Aluminium oder Plastik.

Ein dritter Lösungsansatz ist der direkte Einfluss auf die Bewirtschaftung von Plantagen selbst und die Kennzeichnung entsprechender Produkte. Diesen Weg begleitet der FSC. Durch die FSC-Zertifizierung werden Forstbetriebe unterstützt, die für eine „andere" Art der Plantagenbewirtschaftung stehen. Der FSC hat sich mit diesem Vorgehen akzeptiert, dass die Nutzung von Plantagenprodukten ein wesentlicher und nicht mehr wegzudenkender Teil unserer Welt ist. Der FSC steht hiermit nicht für die kategorische Ablehnung der Bewirtschaftung von großflächigen Plantagen, sondern macht eine Zertifizierung abhängig von den konkreten Rahmenbedingungen dieser Bewirtschaftung. Nicht die Größe einer Plantage ist entscheidend, sondern die Glaubwürdigkeit der Maßnahmen für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung von Plantagen.

FSC-Anforderungen für die Zertifizierung von Plantagen:

  • Viele FSC-zertifizierten Plantagen gehen auf Situationen zurück, in denen degradierte Standorte mit dem Ziel einer geregelten Holznutzung wieder in Nutzung genommen wurden. - Der FSC erlaubt die Zertifizierung von Plantagen jedoch nur dann, wenn diese NICHT aus einer Umwandlung von Naturwald hervorgegangen sind oder diese Umwandlung vor November 1994 stattgefunden hat. Es ist heute also nicht möglich, Naturwald zu roden und anschließend eine FSC-Plantage anzulegen.-November 1994 ist hierbei das Datum, seit dem der FSC eine Zertifizierung von Plantagen ermöglicht hat.
  • Ein FSC-zertifizierter Plantagenbetrieb muss bestehende Naturwaldrelikte erhalten und fördern. Konkret bedeutet dies die Sicherung von Waldresten, Versuche mit Relikten natürlicher Baumarten, Sicherung von Waldresten entlang von Wasserläufen etc.
  • Gentechnisch veränderte Baumarten sind in allen FSC-zertifizierten Wäldern und damit auch in FSC-Plantagen verboten.
  • Gefährliche Pestizide (beispielsweise Pestizide der Kategorie A und B der WHO) sind in FSC-zertifierten Betrieben und damit auch in FSC-Plantagen verboten.
  • Bestimmte Betriebsteile müssen von FSC-zertifzierten Plantagenbetreibern so bewirtschaftet werden, dass der natürliche Zustand von Waldflächen langfristig wieder hergestellt wird.
  • In FSC-zertifizierten Plantagen müssen Maßnahmen ergriffen werden, um negative Auswirkungen auf Böden und Wasser zu minimieren.
  • Der genaue Wortlaut der aktuellen Regelungen zur FSC-Zertifizierung von Plantagen findet sich in den FSC-Prinzipien und Kriterien unter Prinzip 10.

Gäbe es keine Plantagen, könnte der Hunger der Industrienationen nur durch die großflächige Zerstörung von Naturwäldern gestillt werden. Die Nutzung von Holz aus Plantagen sorgt deshalb zu einer massiven Entlastung von natürlichen Wäldern. Der Nachfragedruck beispielsweise für Eukalyptus entsteht hierbei im Wesentlichen durch den Papierkonsum von Industrienationen. Wirksamstes Mittel hiergegen ist immer noch eine konsequente Politik der Papiereinsparung und die Steigerung des Einsatzes von Recyclingprodukten (s.o.).

Aufgrund immer wieder auftretender Kritik an der FSC-Zertifizierung von Plantagen haben sich die Mitglieder des FSC für eine grundlegende Revision der Regeln für FSC-Plantagen entschlossen. Ein entsprechender Prozess wurde Ende 2004 gestartet und befindet sich derzeit in der Umsetzung.

In einer ersten Phase wurden folgende Problemfelder identifiziert, die im Rahmen der Umsetzung verbessert werden sollten:

  • Soziale Fragen müssen gleichberechtigt neben Umweltfragen beachtet werden.
  • Größere Plantagenbetriebe haben möglicherweise größere schädliche Auswirkungen auf Ökosysteme als kleinere Plantagenbetriebe.
  • Die Beteiligung von entscheidenden gesellschaftlichen Interessenvertretern (sog. Stakeholder wie Sozialverbände, Umweltschutzverbände, lokale Bevölkerung) hat bei Plantagen besondere Bedeutung.
  • Im Rahmen eines integrierten Einsatzes von Pestiziden sollen Positivbeispiele herangezogen werden („best practise").
  • Die Zertifizierung von Plantagen soll unter den gleichen Rahmenstandards geschehen soll, wie die Bewirtschaftung aller übrigen Wälder (Schutz seltener Arten, Steigerung von biologischer Vielfalt etc.).

Wesentliche Elemente dieser Vorschläge befinden sich derzeit in der Umsetzung.

Derzeit werden etwa 13,75 Mio. ha Plantagen nach FSC-Prinzipien bewirtschaftet (Juli 2013). Hieraus kann jedoch nicht abgleitet werden, dass auf dieser Fläche unverantwortlich gewirtschaftet wird. Im Gegenteil. Trotz einiger kontrovers diskutierter FSC-Plantagen, wird der wesentliche Teil dieser Plantagen unter oben skizzierten Rahmenbedingungen bewirtschaftet. Weltweit umfasst die FSC-zertifizierte Waldfläche etwa 120 Mio. ha. Jedem Kritikfall wird konsequent nachgegangen.
Aufgrund der Kritik an einigen FSC-Zertifikaten hat der FSC seine Prüfmechanismen erheblich konkretisiert, was in einigen Fällen zur Stilllegung von FSC-Zertifikaten geführt hat.


Wie steht der FSC zu gentechnisch veränderten Organismen?

FSC verbietet generell den Einsatz von gentechnisch veränderten Baumarten. Ausnahmen hiervon sind nicht möglich.


Zerstört der FSC Primärwälder?

Gelegentlich wird dem FSC vorgeworfen, er sei indirekt verantwortlich für die Zerstörung von Primärwäldern. Dies ist falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Durch eine FSC-Zertifizierung wird Raubbau an Primärwäldern verhindert. Der FSC erlaubt jedoch eine nachhaltige Nutzung vonWäldern. Der grundsätzliche Charakter einer ungenutzten Primärwaldfläche geht dadurch teilweise verloren und wird abgelöst durch eine naturnahe Waldnutzungsform. Dies geschieht jedoch nicht auf der gesamten Fläche. Die FSC-Zertifizierung von Waldflächen erfordert die Abgrenzung und den besonderen Schutz von hoch schützenswerten Wäldern (HCVF = high conservation value forests). Bevor ein FSC-Zertifikat erteilt wird, muss geprüft werden, ob entsprechende Waldgebiete vorliegen.

Zentrales Anliegen des FSC ist das Ausbalancieren von Schutz- und Nutzungsaspekten in Wäldern. Kernelement der Regelung ist einerseits die Sicherung von Gebieten mit einer hohen Biodiversität sowie andererseits von großen intakten Waldgebieten mit ursprünglicher Artenzusammensetzung. Darüber hinaus müssen seltene Waldökosysteme oder Wälder mit großer kultureller Bedeutung geschützt werden. Jegliche Bewirtschaftung in HCVFs ist diesem Schutzziel untergeordnet. FSC hat ein HCVF-Toolkit entwickelt, mit dem besonders schützenswerte Wälder nach einheitlichen Kriterien weltweit identifiziert werden können.

Obwohl auch in Deutschland HCVFs ausgewiesen werden (z.B. Nationalparke), hat die Regelung in Regionen ohne weitgreifende gesetzliche Schutzgebietskategorien eine ungleich größere Bedeutung.

Das Konzept des FSC ist einfach: Holz ist ein nachhaltig wachsender Rohstoff, der in vielen Fällen der Konkurrenz zu Öl, Kunststoff oder Aluminium standhält. Um diese zu leisten, soll eine Nutzung von Holz nach klar definierten Regeln ermöglicht und gefördert werden. Der FSC akzeptiert hierbei, dass nicht alle Wälder dieser Erde total aus der Nutzung genommen werden können und sollen.

Derzeit sind etwa 179 Mio. ha Wald weltweit nach FSC-Standards zertifiziert (Juli 2013). Etwa 64% dieser Wälder sind naturnahe Wälder. Etwa 19% aller FSC-zertifizierten Flächen liegen in den Tropen.


© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213