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Mittwoch, 21 März 2018
Waldwirtschaft ist ein gesellschaftliches Projekt

FSC Mitglieder am tagen am Tag des Waldes – Kammerübergreifendes Treffen des FSC Deutschland in Boppard (© FSC Deutschland)© FSC Deutschland

Anlässlich des internationalen Tag des Waldes am 21. März 2018 stellten die Mitglieder der international anerkanntesten Organisation zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft, des Forest Stewardship Council (FSC), erneut unter Beweis, dass die Zukunft der Waldbewirtschaftung nur mit gesellschaftlicher Beteiligung gelingen wird. Bei einem Mitgliedertreffen im rheinland-Pfälzischen Boppard machten die Mitglieder klar, dass Dialog die gesellschaftliche Akzeptanz der Forstwirtschaft langfristig sichern kann. Dazu gehört auch, dass anspruchsvolle Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.


Über 50 Mitglieder der international anerkanntesten Organisation zur Sicherstellung einer umwelt- und sozialverträglichen Forstwirtschaft FSC trafen sich am internationalen Tag des Waldes, dem 21. März 2018 in Boppard am Rhein. Bei ihrem Treffen diskutierten sie Fragen zur FSC-Zertifizierung und der Weiterentwicklung der Organisation. Im Mittelpunkt des Treffens stand aber der Austausch zwischen den unterschiedlichen, im FSC organisierten Interessengruppen. Spitzenvertreter großer Forstbetriebe, aus Handel, verarbeitender Industrie, Gewerkschaften und Umweltorganisationen waren ins obere Mittelrheintal gekommen, um über die Schwerpunkte des FSC in Deutschland zu diskutieren

Konflikte zwischen Waldbesuchern, Anwohnern, Waldbesitzern, Arbeitnehmern und Förstern treten in den letzten Jahren wieder häufiger auf und werden zum Teil auch medial ausgetragen. Insbesondere im urbanen Raum, aber auch auf dem Land, sind Konflikte, dann wenn es an die Holzernte geht vorprogrammiert. „Mit Konfrontation und gegenseitiger Ignoranz erreicht hier jedoch keine der Seiten etwas für den Wald“, erklärt FSC Deutschland Geschäftsführer Dr. Uwe Sayer. Er fordert daher: Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens für die Waldwirtschaft in Deutschland und auf der ganzen Welt. Auch wenn sich durch Beteiligung und Gespräche nicht alle Gegensätze aufheben lassen, bieten klare Regeln eine Chance, Konflikte zu verhindern bevor sie entstehen oder sie lassen sich sachlich auflösen. FSC verfügt hier als einziges Zertifizierungssystem über den gesellschaftlichen Rückhalt von kritischen Umweltverbänden und Gewerkschaften. Damit wird eine Beteiligung unterschiedlicher Interessengruppen im Wald sichergestellt.“

Wie unterschiedlich die Anliegen an den FSC auch in Deutschland sind, zeigte sich u.a. beim Treffen in Boppard. Während Handel und Waldbesitzer insbesondere Wert darauf legten, dass die Zertifizierung wirtschaftlich rentabel umsetzbar ist und auch für industrielle Großprozesse funktioniert, machten Umweltverbände und Gewerkschaften klar, dass sie hohe Erwartungen an die Zuverlässigkeit, Transparenz und Qualität von Zertifizierung haben. Alle Seiten wollen für ihre Anliegen den Nachweis, dass die Zertifizierung für ihr Anliegen einen Mehrwert bringt.

Sayer betont: „Beteiligungsprozesse sind sicher nicht immer ganz einfach für die Teilnehmer. Dabei wird jeder Seite viel Respekt für die Positionen der jeweils anderen abverlangt und natürlich auch die Bereitschaft, sich selber mit seinen Vorstellungen zu bewegen. Am Ende kann dies jedoch ein sehr hilfreicher Prozess sein, der die Zukunft von Forstwirtschaft auf verantwortungsvolle Weise als gesellschaftliches Projekt langfristig sichert. Bei FSC Deutschland ist Dialog seit 20 Jahren das Erfolgskonzept.“


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