Aktuelles

Nachrichten und Themen rund um unsere Aktivitäten


Montag, 19 März 2018
"Es zahlt sich aus frühzeitig zu handeln und nicht zu warten"

Getränkekartons mit FSC-Zertifikat – Ökologisch vorteilhafte Verpackung, überwiegend aus faserbasierten Rohstoffen aus verantwortungsvoller FSC-zertifizierter Waldwirtschaft und nach der Nutzung recycelbar. (© FKN e.V.)© FKN e.V.

Gastkommentar: Michael Brandl Geschäftsführer FKN


Es zahlt sich aus, frühzeitig zu handeln und nicht zu warten, bis man vom Markt, NGO’s oder dem Gesetzgeber dazu gezwungen wird. Bereits 2007 haben sich die drei weltweit führenden Getränkekartonhersteller Elopak, SIG Combibloc und Tetra Pak im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung dazu bekannt, innerhalb von 10 Jahren durch geeignete Rückverfolgbarkeitssysteme sicherzustellen, dass kein Holz, das in ihren Produkten verarbeitet wird, aus illegalen oder unakzeptablen Quellen stammt. Als eine Branche, die weltweit beträchtliche Mengen Karton einkauft, ging es vor allem darum, Risiken zu minimieren und die wichtigste Rohstoffquelle nachhaltig zu sichern. Dies geht nur, wenn genug Holz nachwächst und etwas gegen Waldzerstörung, Artensterben, Ausbeutung und Armut getan wird. Dazu leisten Zertifizierungssysteme einen herausragenden Beitrag. Anspruchsvolle Standards, eine hohe Glaubwürdigkeit und vor allem die Beteiligung aller relevanten Interessengruppen waren für uns die entscheidenden Argumente für den FSC und gegen das konkurrierende PEFC-Zertifikat. Der FSC ist das einzige globale Zertifizierungssystem das von allen namhaften Umweltverbänden weltweit unterstützt wird. Auch das schafft Akzeptanz bei Kunden und den Verwendern von FSC zertifizierten Produkten.

Seit 2016 sind 100% Prozent der Fasern, die von den Getränkekarton-Herstellern weltweit eingekauft werden, entweder nach dem Standard des FSC zertifiziert oder stammen aus kontrollierten Quellen. Mehr als 85% aller Getränkekartons, die in den Regalen des deutschen Einzelhandels stehen, tragen inzwischen das Label des FSC. Dazu mussten alle der weltweit 51 Produktionsstandorte nach den Kriterien des FSC für einen lückenlosen Produktkettennachweis zertifiziert werden - ein erheblicher Aufwand, der sich nicht schon am ersten Tag ausgezahlt hat. Als 2009 die ersten Getränkekartons mit FSC-Label auf den Markt kamen, mussten noch viele Kunden in der abfüllenden Industrie und im Handel vom Mehrwert des Zeichens überzeugt werden. Viele Verbraucher kannten das Zeichen nicht oder wussten nicht für was es steht. Das ist heute anders: Handelsunternehmen in Deutschland und Europa sind sich ihrer Verantwortung für einen nachhaltigen Konsum bewusst. Sie richten ihre Listungsentscheidungen auch danach aus, welche Rohstoffe entlang der Lieferkette eingesetzt werden. Auch die Zahl der Verbraucher, die beim Einkauf auf Umweltlabels achten, wächst. Insofern wird mit der FSC-Zertifizierung zweierlei erreicht: Sie unterstützt den Handel dabei, seine eigenen CSR-und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und hilft dem Verbraucher, sich für umwelt- und sozialverträgliche Produkte zu entscheiden. Wir engagieren uns für den FSC, weil wir davon überzeugt sind, dass nur durch eine entsprechende Nachfrage und gemeinsame Anstrengungen von Herstellern, Handel und den Verwendern von Papier- und Holzprodukten die Zertifizierung der Wälder vorangebracht werden kann.

Michael Brandl – Geschäftsführer Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN) (© FKN e.V.)© FKN e.V.


© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213