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Freitag, 06 Oktober 2017
FSC Deutschland begrüßt Klarheit für die öffentliche Holzbeschaffung

"Gemeinsamer Leitfaden zum Holzbeschaffungserlass hilft Betrieben und Beschaffern"


Mit heutigem Datum (6.10.2017) haben vier Bundesministerien Klarheit geschaffen, wie sichergestellt werden soll, dass Holz aus „legaler und nachhaltiger Waldwirtschaft“ bei öffentlichen Aufträgen des Bundes und der Bundesverwaltungen zum Einsatz kommt. Es soll nun an nicht mehr möglich sein, öffentliche Projekte des Bundes und der Bundesverwaltungen mit Holz ohne einen entsprechenden Nachweis zu bedienen.

Der Leitfaden regelt im Detail wie der "Gemeinsame Erlass für die Holzbeschaffung des Bundes" aus dem Jahr 2010 umgesetzt werden soll. Ausdrücklich wird dabei der Nachweis über ein Chain-of-Custody (COC) -Zertifikat des Auftragnehmers als eine Möglichkeit benannt, die nachhaltige Holzherkunft zu belegen. Wichtig ist dabei: Der Nachweis hat vor Einbau des Holzes zu erfolgen!

Es wird auch der alternative Einzelnachweis geregelt. Diese Möglichkeit der Nachweisführung hatte der FSC Deutschland ebenfalls in seinem Positionspapier vom März 2016 gefordert. Klare Anforderungen sowie die Prüfung durch unabhängige Dritte erzeugen Sicherheit, dass tatsächlich auch zertifiziertes Holz eingesetzt wird.
Darüber hinaus gibt der Leitfaden den Beschaffungsstellen beispielhafte Sanktionsmöglichkeiten an die Hand, wenn die Nachweisführung durch den Auftragnehmer nicht erbracht werden kann. Nichtvergütung, Androhung der Vertragskündigung oder Ausschluss von künftigen Vergabeverfahren können die Folge sein. Ein klares Signal!

Mit dem Leitfaden sind wesentliche Forderungen von FSC Deutschland erfüllt. Zu kritisieren bleibt aus Sicht des FSC Deutschland jedoch, dass die Leistungsfähigkeit und hohen ökologischen sowie sozialen Standards des FSC-Systems in Bezug auf Wald nicht berücksichtigt werden. Eine Besserstellung der Wertigkeit von FSC-zertifiziertem Holz gegenüber anderen Systemen bleibt daher weiter eine Grundforderung des FSC. Damit würde echte Nachhaltigkeit mit fairen, anspruchsvollen und kontrollierten Standards im Wald weltweit gefördert.

Die folgenden Forderungen sind weitgehend umgesetzt:

  • Der Bund hat nun umfassend sein Verkehrsverständnis zur Nachweisführung für nachhaltiges Holz dargelegt.
  • Die COC-Zertifizierung der Auftragnehmer wird gesondert und hervorgehoben benannt. Bemühungen von Unternehmen, die klare Schritte zur Verwendung nachhaltigen Holzes auch gegenüber anderen Abnehmern unternehmen, werden somit anerkannt.
  • Es gibt Anforderungen für den Einzelnachweis, der diesen bestmöglich aussagekräftig, verlässlich und nachvollziehbar machen. Damit ist ein besserer Gleichstand zum COC-Nachweis entstanden.
  • Die COC-Zertifizierung ist für ausführende oder liefernde Betriebe ein sicherer, risikoarmer Nachweisweg, sowohl für die Beschaffungsstelle, als auch in vielen Fällen für die Auftragnehmer selbst und fördert die Verfügbarkeit für nachhaltige Holzprodukte für andere Abnehmer. Unternehmen können nun rechnen und ggfs. feststellen, dass die FSC-COC-Zertifizierung auch Kostenvorteile bringt.

Ulrich Malessa, Leiter Marktbereich bei FSC Deutschland, begrüßt den Leitfaden: „Endlich ist Klarheit geschaffen, wie die Verarbeitung oder Lieferung von Holz bei der Bundesbeschaffung belegt werden kann. Der Einzelnachweis kennt nun klare Anforderungen. Unternehmen mit FSC-COC-Zertifikat stehen nun gut da, denn sie erfüllen ohne Risiken und kosteneffizient die Anforderungen zur Beschaffung des Bundes. Mit FSC-Zertifikat können Betriebe nun bei allen Käufern, öffentlich wie privat, kräftig punkten!“


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