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Dienstag, 22 August 2017
Zusatzuntersuchungen in Lieferketten für FSC zertifizierte Holzkohle

Mehr Sicherheit bei FSC-zertifizierter Holzkohle


FSC hat umfangreiche Zusatzprüfungen von Lieferketten FSC-zertifizierter Holzkohle eingeleitet. Damit soll im Interesse von Verbrauchern und zertifizierter Unternehmen sichergestellt werden, dass es bei FSC zertifizierter Holzkohle nicht zu unerlaubten Vermischungen mit nicht zertifizierter Kohle und falschen Produktdeklarationen kommt.

Nach Hinweisen von mehreren Seiten gegenüber FSC, die die Herstellerangaben zu verwendeten Holzarten in Frage gestellt haben, wurde durch FSC und die oberste Überwachungsorganisation ASI (Accreditation Services International) eine erste Untersuchung von Holzkohle-Lieferketten initiiert. Es wurden dabei Anhaltspunkte für das Vorliegen irreführender und falscher Zertifizierungsaussagen gefunden. Daraufhin wurde eine umfassendere Untersuchung zur Produktgruppe „Holzkohle“ eingeleitet, die bereits seit Ende 2016 läuft und noch nicht abgeschlossen ist. Bereits aufgedeckte Fehler und Verstöße gegen die FSC-Regeln haben bereits jetzt unmittelbare Konsequenzen für beteiligte zertifizierte Unternehmen und evtl. auch für deren Zertifizierer. In den letzten zwei Monaten wurden im Zusammenhang mit diesen Untersuchungen bereits neun Zertifikate von Unternehmen in der Holzkohleproduktkette vom FSC-System suspendiert.

Im Zuge dieser tiefergreifenden Untersuchung wird das komplette Liefernetz von zertifizierter Holzkohle mit FSC-Zertifikat durchleuchtet, um etwaige Diskrepanzen aufzuzeigen und herauszufinden, ob das Volumenverhältnis von eingekaufter zu verkaufter Ware stimmig ist.
Fast alle Zertifikatsinhaber mit dem Geltungsbereich “Holzkohle” haben bereits Ihre Volumenangaben und eine Auflistung von Handelspartnern dem FSC und ASI mitgeteilt. Auf Basis dieser Informationen untersucht ASI nun, ob und wo es gegebenenfalls zu Falschaussagen in der Holzkohle-Lieferkette gekommen ist.

Von ASI akkreditierte Zertifizierungsstellen reagieren durch zusätzliche Untersuchungen in den Produktionsstätten und mit der Erteilung von Auflagen bei etwaigen Verstößen. Wenn zertifizierte Unternehmen darüber hinaus irreführende Transaktionen im FSC-System getätigt haben sollten, wurden und werden auch Zertifikate ausgesetzt oder beendet. Fragwürdige FSC-Produktaussagen werden daraufhin vom Markt entfernt, und dem Unternehmen werden zusätzliche Volumenabgleiche sowie die Durchführung von Produkttests auferlegt. Die Überwachungsintensität von ASI wurde in betroffenen Regionen, wo sich Probleme im Markt häuften, erhöht. Bei ungeklärten, fragwürdigen Ergebnissen der Mengenprüfung oder der Fasertests, werden bzw. wurden zusätzliche vor-Ort Kontrollen durchgeführt.

Zusätzlich zu den Mengenkontrollen führen FSC und ASI im Rahmen ihrer Schwerpunktuntersuchungen seit Anfang 2017 bei unabhängigen Laboren Fasertest zu Holzherkünften bei Holzkohleprodukten durch. Allein in Deutschland gab es in den letzten sechs Monaten bereits 13 unterschiedliche Produktprüfungen durch unabhängige Labore. Abweichungen zum FSC-Zertifikat des Herstellers führen dabei immer dazu, dass der zuständige Zertifizierer zur Klärung und weiteren Untersuchung eingeschaltet wird.

Erlangt FSC Kenntnis von Unregelmäßigkeiten in zertifizierten Lieferketten, geht die Organisation diesen Hinweisen zeitnah nach, damit diese möglichst schnell aufgeklärt werden, Gegenmaßnahmen ergriffen werden und die Integrität der FSC-Lieferketten wieder sichergestellt werden kann.

Weitere Informationen zum FSC-Programm für die Holzkohle-Produktkette sowie zu den Untersuchungsmethoden finden Sie unter: https://ic.fsc.org/en/news-updates/id/1918



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