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Dienstag, 01 August 2017
Öffentliche Anhörung zur FSC Controlled Wood Risikobewertung in Österreich startet

Vom 01.08.2017 bis zum 29.09.2017 kann der Vorschlag zur Risikobewertung für österreichisches Holz öffentlich kommentiert werden. Diese Bewertung wird nach der Anhörung und unter Berücksichtigung der Kommentare fertiggestellt. Einmal genehmigt und veröffentlicht, bildet die Risikobewertung die Grundlage dafür, dass FSC-zertifizierte Unternehmen Holz aus Österreich bei der Herstellung von FSC Mix-Produkten verwenden können. Interessensvertreter sind aufgefordert, sich zu dem Bewertungsvorschlag zu äußern.


Das FSC-Mix-Label ermöglicht es, Produkte auf den Markt zu bringen, die neben FSC-zertifizierten Materialien auch Material aus nicht (FSC-)-zertifizierten Wäldern enthalten. FSC-zertifizierte Anteile in Produkten führen zu Kennzeichnungsrechten; die nicht-zertifizierten Materialien müssen bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Unternehmen müssen für diese Anteile nachweisen, dass die folgenden inakzeptablen Praktiken wirkungsvoll vermieden werden:

  • Illegal geerntetes Holz oder Holzhandel unter Missachtung von Handels- und Zollgesetzen
  • Holz aus Gebieten, in denen gegen traditionelle Rechte oder Menschenrechte verstoßen wird
  • Holz aus Wäldern, deren besondere Schutzwerte durch die Waldbewirtschaftung gefährdet sind
  • Holz, das aus der Umwandlung von Wäldern in Plantagen oder in nicht-forstliche Nutzungsformen stammt
  • Holz von gentechnisch veränderten Bäumen

Die Anforderungen an nicht-zertifiziertes Material werden vom FSC Controlled Wood Standard (FSC-STD-40-005 V2-1) vorgegeben.

Unternehmen, die FSC Controlled Wood-Material für FSC Mix-Produkte deklarieren wollen, müssen

  • die Herkunft des Holzes belegen
  • das Risiko für inakzeptable Quellen bewerten
  • bei beschriebenem Risiko die Lieferkette prüfen und Maßnahmen zur Vermeidung der Risiken ergreifen

Diese Sorgfaltspflichten kennen zwei unterschiedliche Prüftiefen: bei „geringem Risiko“ ist der Herkunftsnachweis aus einem Gebiet mit „geringem Risiko“ ausreichend (Bewertungsvorschlag für Österreich). Bei „benanntem Risiko“ sind sogenannte Kontrollmaßnahmen, die zu einer wirksamen Vermeidung des benannten Risikos führen, seitens der Holzkäufer und ggfs. der Vorlieferkette bis zum Waldbetrieb umzusetzen.

Bislang konnten Unternehmen, die nicht-zertifiziertes Holz einsetzen, ein eigenes System zur Risikoeinschätzung vorlegen (unternehmensbasierte Risikobewertung). Mit der Überarbeitung des FSC Controlled Wood-Systems durch FSC International wird dies zukünftig nicht mehr möglich sein. Für Holz aus Österreich ist dann die genehmigte und veröffentlichte Risikobewertung maßgebend.

Die Erarbeitung der Risikoanalyse erfolgte in Österreich durch eine Projektgruppe, in der Vertreter des Naturschutzes, von sozialen Verbänden sowie der Forst- und Holzwirtschaft vertreten sind. In Ermangelung einer eigenen FSC-Vertretung in Österreich wurde die Koordination der Projektgruppe sowie die Leitung des Verfahrens von FSC Deutschland übernommen.
Zum Verfahren der Anhörung: Die Anhörung ist bis zum 29.09.2017 befristet. Bis dahin nehmen wir Kommentare von jedem Interessensvertreter entgegen.

Bitte benutzen Sie dafür das entsprechende Formular. Die Kommentare werden anonymisiert bearbeitet. Bitte schicken Sie die Kommentare elektronisch an Frau Erika Müller über die folgende E-Mail-Adresse: erika.mueller@fsc-deutschland.de

Nach Beendigung der öffentlichen Anhörung wird die Projektgruppe die Kommentare (Inhalt, Art, Interessensperspektive) analysieren und eine weitere Fassung der Bewertung erarbeiten. FSC Deutschland wird das Endergebnis dann beim FSC International in englischer Sprache zur Genehmigung und Veröffentlichung einreichen.

Interessensvertretern stehen die folgenden Dokumente zur Verfügung:

  • Zusammenfassung der Inhalte und Ergebnisse des ersten Entwurfes der Nationalen Risikobewertungfür Österreich

Dies ist eine Zusammenfassung der Inhalte und Ergebnisse des ersten Entwurfes der Nationalen Risikobewertung für Österreich mit den dazugehörigen Seitenzahlen im Hauptdokument. Das Dokument dient der Orientierung. Wir empfehlen Ihnen von hier aus zu starten.

  • Erster Entwurf der Nationalen Controlled Wood Risikobewertung für Österreich

Der Entwurf enthält neben allgemeinen Angaben zum Verfahren (Mitglieder der technischen Projektgruppe, befragte Experten, Beschwerdeverfahren sowie andere Hintergrund- und Kontextinformationen) die Herleitung und die vorgeschlagene Risikobewertung. Hinweis: Die verbindliche Endfassung wird auf Englisch veröffentlicht. Wir stellen von daher nur anhörungs-relevante Teile dieses Dokumentes auf Deutsch zur Verfügung. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

  • Formular für die Kommentierung der nationalen Risikobewertung

Dies ist das Formular für die Kommentierung. Für uns wäre es eine Arbeitserleichterung, alle Kommentare in diesem Format zu erhalten. Sollten Sie andere Wege bevorzugen, melden Sie sich gerne, in der von Ihnen gewünschten Form.

Die Möglichkeit der Kommentierung endet am 29.09.2017.

Die Anforderungen für die Erarbeitung einer nationalen Risikobewertung sind im FSC-Verfahren FSC-PRO-60-002a (Download-Link) zu finden.


Falls es Fragen oder Anmerkungen gibt, wenden Sie sich bitte an
Herrn Ulrich Malessa (T +49 761 38653 63 oder per Email ulrich.malessa at fsc-deutschland point de) oder an
Frau Erika Müller (T +49 761 38653 55 oder per Email erika.mueller at fsc-deutschland point de).



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