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Mittwoch, 23 November 2016
Befinden sich Wald und Wild in einer Balance?

Ein BioWild-Weisergatter kurz nach der Fertigstellung in einem Buchenaltbestand mit vereinzelter Weißtannen- und Fichtenbeimischung und… (© Schneider)© Schneider

Gastbeitrag zum BioWild-Projekt


Autoren: Stefan Schneider und Hans von der Goltz, beide ANW Deutschland e.V.

Dieser Frage geht das Projekt „Biodiversität und Schalenwildmanagement in Wirtschaftswäldern“ seit nunmehr zwölf Monaten nach. Bearbeitet wird es durch die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft, gemeinsam mit den Universitäten Dresden, Göttingen und München. Gefördert wird das sechsjährige Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Das Gesamtbudget beläuft sich auf rund 2,5 Mio. €.

Auch Waldbesitzer und Jagdausübungsberechtigte stellen sich immer häufiger die Frage nach einem geeigneten Umgang mit der Wald-Wild-Thematik. Auch in den FSC-Audits gibt es immer häufiger Hinweise auf einen diesbezüglichen Nachsteuerungsbedarf.

Genau hier setzt das BioWild-Projekt an, indem es den Wald- und Wildbewirtschaftern objektiv den Zustand der krautigen und holzigen Vegetation innerhalb und außerhalb der Gatter darstellt und die ökologischen und ökonomischen Konsequenzen aufzeigt. Die Waldbesitzerin bzw. der Waldbesitzer kann auf dieser Grundlage entscheiden, wie er/sie seinen/ihren Wald in Zukunft weiter entwickeln möchte. Damit werden die BioWild-Projektergebnisse auch für FSC-zertifizierte Forstbetriebe interessant, da sich daraus Strategien hin zu den vom FSC-Standard geforderten angepassten Wildbeständen ableiten lassen.

Um den Einfluss des Schalenwildes auf die holzige und krautige Bodenvegetation deutschlandweit erstmals einheitlich zu erfassen und wissenschaftlich zu bewerten, wurden in den fünf BioWild-Pilotregionen Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf insgesamt rund 25.000 ha Wald 248 Weisergatter nebst den ungezäunten Vergleichsflächen errichtet. Bei den Weisergattern handelt es sich um 12 x 12 Meter große gezäunte Flächen, die dem Schalenwild − im Gegensatz zur in unmittelbarer Nähe gelegenen Vergleichsfläche − nicht zugänglich sind. Durch die jährlich zweimal durchgeführten Vegetationsaufnahmen wird der Zustand der Vegetation innerhalb und außerhalb der Gatter erfasst und später mit den Jagdstrategien sowie den erfassten Wild- und Jagdstreckenparametern abgeglichen. Alle erhobenen Daten fließen in Vegetations- und Waldwachstumsmodellierungen ein, an Hand derer die mittel- bis langfristigen ökologischen und ökonomischen Konsequenzen der jeweiligen Jagdausübung für deutschlandweit bedeutende Waldökosysteme sichtbar werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.biowildprojekt.de bzw. durch Herrn Schneider unter:

ANW Deutschland e.V.
Projektbüro BioWild
Wormbacher Straße 1
57392 Schmallenberg

Tel: 029 72 / 98 49 379
E-Mail: waldwild at anw-deutschland point de
Homepage: www.biowildprojekt.de


Abbildung 2: …ein vor ca. 15 Jahren in einem vergleichbaren Bestand angelegtes Weisergatter mit reicher Buchen- und Weißtannennaturverjüngung. Außerhalb des Zaunes bietet sich auf Grund des Verbissdrucks ein anderes Bild. (© Martin Scholz)© Martin Scholz



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