FSC Newsletter: Oktober 2013

Informationen, aktuelle Berichte, Termine, Schulungen: Neues vom FSC Deutschland

FSC Deutschland Newsletter Oktober 2013 (© Markus Hein / PIXELIO)© Markus Hein / PIXELIO

Liebe Leserinnen und Leser,
 
wir freuen uns, Ihnen heute wieder einen FSC Deutschland Newsletter voller Themen über den FSC und sein Umfeld präsentieren zu können. Die Fülle der Themen zeigt, dass sich weiterhin viel auf dem Gebiet der verantwortungsvollen Forstwirtschaft nach FSC bewegt. Neben den Berichten nehmen natürlich auch die Ankündigungen der zahlreichen FSC-Veranstaltungen im Herbst und Winter wieder viel Raum in diesem Newsletter ein.
Wir hoffen Ihnen gefällt die Mischung aus redaktionellen Beiträgen, Ankündigungen und Fachinformationen. Wenn Sie außerhalb des Newsletters auf dem Laufenden bleiben wollen, schauen Sie einfach regelmäßig auf unserer Webseite  unter Aktuelles  oder bei den Pressemitteilungen nach den neusten Nachrichten!

Jetzt wünschen wir Ihnen einen schönen Herbst und viel Spaß beim Lesen des neuen FSC Deutschland Newsletters.
Ihr FSC Deutschland-Team



Inhalt:

  1. Einladung zur Vorstellung der FSC Online Claims Platform (OCP)
  2. Neuer FSC Praxisleitfaden für die Arbeit im Wald
  3. Beim Online-Einkauf direkt FSC Deutschland unterstützen
  4. FSC – ein Siegel für Wälder mit Zukunft (Veranstaltung)
  5. Ernüchterndes Ergebnis bei der natürlichen Waldentwicklung
  6. Waldexkursion nach Chile
  7. FSC auf dem Holzbranchentag 2013
  8. Wahrnehmung der EUTR im deutschen Holzhandel
  9. FSC verstärkt Präsenz in Ostafrika
  10. Europäische Koalition für nachhaltiges Tropenholz geht an den Start
  11. FSC für Unternehmen in der Produktkette (Schulungen)
  12. Anstehende Audits

Terminübersicht:
22.10.- 23.10.2013 Waldausschuss in Mainz
29.10. – 30.10.2013 12. Branchentag Holz auf der Messe Köln
31.10.2013 FSC COC Schulung in Köln
08.11.2013
FSC Produktkettenschulung, Hannover
12.11.2013
FSC Produktkettenschulung für Druckbetriebe, Linz
13.11.2013
FSC Produktkettenschulung, Linz
14.11.2013 FSC Produktkettenschulung, Freiburg
26.11.2013
Präsentation Online Claims Platform (OCP), Kassel
26.11.2013 Treffen FSC Wirtschaftskammer, Kassel
05.12.2013 Konferenz: FSC – ein Siegel für Wälder mit Zukunft, Berlin
25.01. – 28.01.2014 Green Paper Show - Paperworld, Messe Frankfurt


1. Einladung zur Vorstellung der FSC Online Claims Platform (OCP)

Der FSC wird seine Produktkette (engl. Chain of Custody,  COC) um ein internet- basiertes System ergänzen, um FSC-Geschäfte abzusichern. Es geht darum, den derzeit noch auf Papier basierten Austausch von Daten zu FSC-zertifizierten Materialien durch ein digitales System mit Fehlererkennungs- und Behebungsmechanismen zu ersetzen.
 
Ein Entwicklungsteam aus Experten des FSC sowie des Partners Historic Futures arbeitet derzeit mit Hochdruck an der Fertigstellung des Systems sowie wichtiger Rahmendaten wie etwa den international gültigen Nutzungsbedingungen.
Am 26. November 2013 lädt der FSC Deutschland zu einem öffentlichen Treffen ein, um OCP für Unternehmen ausführlich vorzustellen. Dabei wird es sowohl um technische Details als auch um die Handhabung gehen. Das Thema der Nutzungsbedingungen wird bei der Veranstaltung ebenfalls aufgegriffen.

Weitere Angaben entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular, dass Sie hier herunterladen können.


Datum:
26. November 2013, 10 Uhr bis 12 Uhr
Ort: Verein zur Förderung der Land- und Forstarbeiter e.V (VLF), Ludwig-Erhard-Straße 8, 34131 Kassel
Hinweis: Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Eine Teilnehmeranmeldung beim FSC Deutschland ist jedoch erforderlich.

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2. Neuer FSC Praxisleitfaden für die Arbeit im Wald

 Oftmals entscheidet sich ein Waldeigentümer für FSC und der bewirtschaftende Forstmann setzt sich daraufhin mit den FSC-Anforderungen auseinander. Förster sind dann mit einer Reihe von Fragen konfrontiert. Insbesondere die unmittelbaren Auswirkungen auf die Waldbewirtschaftung, die sich durch eine FSC-Zertifizierung ergeben, sind von Interesse.

Wie muss die Bewirtschaftungsweise aufgrund einer FSC-Zertifizierung angepasst werden?

Im Deutschen FSC-Standard findet man alle Regelungen, die es im FSC-zertifizierten Wald zu beachten gibt. Das Dokument ist aber sehr technisch und der Zugang zum Thema FSC fällt damit schwer. FSC Deutschland hat mit Unterstützung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz einen gut zu lesenden und an der Praxis orientierten Leitfaden für Förster und Verbandsvertreter herausgegeben, der die Auseinandersetzung mit dem Thema im Wald erleichtert. Ein forstliches  Grundwissen beim  Leser wird hier jedoch vorausgesetzt.

Die wichtigsten Regelungen aus dem Deutschen FSC-Standard werden in dem Leitfaden klar und verständlich erläutert. 
Neben den technischen Anforderungen aus dem Deutschen FSC-Standard werden auch die Grundlagen des FSC-Systems vorgestellt. Insbesondere bei der Diskussion mit Forstkollegen zum Thema FSC oder bei Fragen von Privatwaldbesitzern ist Hintergrundwissen gefragt, welches in diesem Heft griffig vermittelt wird. Für wen ist eine FSC-Zertifizierung grundsätzlich interessant? Was verbirgt sich hinter dem FSC-Mix-Label? Wie entstehen nationale FSC-Standards? Wie läuft eine FSC-Zertifizierung ab?

Zahlreiche Fragen rund um das Thema FSC, mit denen Förster in ihrem alltäglichen Geschäft konfrontiert sind, beantwortet die Broschüre im handlichen A5-Format.  Die Web-Version der Broschüre können Sie als HIER herunterladen (*.pdf).
Die Broschüre kann in gedruckter Form über die Geschäftsstelle des FSC Deutschland bezogen werden (Druckkostenbeitrag: EUR 1,50 exkl. Versand). Ein Bestellformular finden Sie HIER und auf der FSC Deutschland Webseite.

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3. Beim Online-Einkauf direkt FSC Deutschland unterstützen

Spenden beim einkaufen – ohne finanziellen Mehraufwand

Wer den FSC gerne unterstützen,  aber keinen finanziellen Mehraufwand haben möchte,  dem bieten sich jetzt neue Möglichkeiten: Die Homepage www.boost-project.com listet nahezu alle gängigen Onlineshops (z.B. amazon, bahn.de, HRS oder expedia). Wer, anstatt direkt die jeweilige Homepage anzuwählen, den Weg zum Einkauf über die Seite von Boost Project wählt,  kann automatisch für den FSC spenden.

Wie funktioniert das? www.boost-project.de fungiert als sog. „Affiliate“. Das sind Anbieter, die für andere Firmen Werbebanner auf Webseiten platzieren. Wählt ein Kunde den Weg zur Firma über diesen platzierten Banner, so erhält der Affiliate eine Provision. Wer seinen Onlinekauf „boostet“, der verhilft Boost Project also zu einer solchen Provision – und die wird zu 90% an die gemeinnützige Organisation Ihrer Wahl weitergeleitet, anstatt wie üblich an Werbe- oder Marketingagenturen. Sie spenden also, ohne einen Cent zu bezahlen! Die Seriosität der Seite wurde übrigens von der „Wirtschaftswoche“, der „Zeit“ und anderen Medien geprüft.

Wenn Sie beim nächsten Onlineeinkauf dem FSC Deutschland bei seiner wertvollen Arbeit für eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft unterstützen wollen, dann können Sie dies unter diesem Link tun: https://www.boost-project.com/de/charities/1772. Über den Button „Jetzt einkaufen“ gelangen Sie zur Auswahl der teilnehmenden Onlineshops. Wenn Sie jetzt auf einen der Shops/Portale klicken, gelangen Sie direkt auf die Seite des Anbieters und können ganz normal einkaufen und dabei etwas Gutes für den Wald tun.

Unterstützen Sie uns mit
Ihrem Online-Einkauf
ohne Extrakosten


Beim Einkaufen an den Wald denken und boosten – der FSC dankt ihnen für Ihre Unterstützung!

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4. FSC – ein Siegel für Wälder mit Zukunft

Termin: 5. Dezember 2013
Was können Politik, Wirtschaft und Verbraucher für eine nachhaltige Forstwirtschaft tun?


Nachhaltigkeitszertifikate werden für die Kaufentscheidung immer wichtiger. Deshalb besteht die Herausforderung darin, Verbrauchern bei der Vielzahl von Umweltsiegeln Orientierungshilfe zu geben. Wie kann die Politik Güte- und Nachhaltig¬keitssiegel besser nutzen? Wie können Verbraucher besser informiert werden? Warum wurden die Wälder in Rheinland-Pfalz „FSC-Land“? Welche Branchen setzen mit dem FSC-Siegel ein Zeichen für den Klimaschutz? Und: Was muss die Politik tun, um mehr Zertifizierung zu fördern und so nachhaltige Wälder für die Zukunft zu sichern?

Zu diesen und anderen Fragen beziehen Ulrike Höfken, Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Marie-Luise Dött MdB, Johannes Zahnen vom WWF und Dr. Bettina Rechenberg, Umweltbundesamt, im Rahmen eines Round-Table-Gesprächs Stellung. Moderiert wird die Veranstaltung von Volker Angres (ZDF).

Das Siegel des Forest Stewardship Councils® (FSC) gilt international als der anspruchsvollste Standard für eine verantwortungsvolle, nachhaltige Wald-bewirtschaftung. Im Rahmen der Zertifizierung soll der Wald als Ökosystem gesichert und zugleich eine zukunftsfähige Nutzung von Holz garantiert werden. Der FSC führt dabei alle Akteure zusammen, die ein Interesse daran haben, Wälder langfristig zu erhalten. Damit sind im FSC sowohl die Interessen von Unternehmen aus der Holz- und Forstwirtschaft und dem weiterverarbeitenden Gewerbe als auch die Bedürfnisse von Menschen, die mit und vom Wald leben, und die Anliegen der relevanten Sozial- und Umweltorganisationen organisiert.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme am 5. Dezember 2013 und spannende Diskussionen zum Thema der verantwortungsvollen Forstwirtschaft.

Hinweise zur Veranstaltung:
5. Dezember 2013 | 11.30 bis 16.00 Uhr
Dachrestaurant Käfer im Deutschen Bundestag | Platz der Republik 1 | 11011 Berlin
(Zugang zum Deutschen Bundestag über: Besucherempfangszentrum Scheidemannstraße.)
Ein detailliertes Programm erhalten Sie in Kürze.

Anmeldung:

Ihre Anmeldung zu der Veranstaltung können Sie jetzt schon per Mail an Erika.Mueller(at)fsc-deutschland.de senden.
Wir bitten Sie, Ihren Vor- und Nachnamen sowie Ihr Geburtsdatum anzugeben, um die Einlasskontrolle zu erleichtern.

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5. Ernüchterndes Ergebnis bei der natürlichen Waldentwicklung

Die Studie "Natürliche Waldentwicklung als Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NWE5) " belegt, dass nur 1,9% Waldflächen in Deutschland dauerhaft einer natürlichen Entwicklung überlassen werden. FSC-Vorsitzender Riestenpatt: "Reaktionen der Fachwelt werfen ein schlechtes Licht auf die Branche."

"Unterm Strich ist das Ergebnis der Studie ernüchternd und der gegebene Ausblick ist enttäuschend", so fasst der Vorsitzende des FSC Deutschland, Dirk Riestenpatt, das Ergebnis der, mit Spannung erwarteten und am 14. Oktober 2013 vorgestellten, Studie zur natürlichen Waldentwickulung zusammen. Bei der Bestandsaufnahme aller in Deutschland dauerhaft stillgelegten Waldflächen, unter dem Titel "Natürliche Waldentwicklung als Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NWE5) ", kam heraus, dass lediglich 1,9% der gesamtdeutschen Waldfläche bisher aus der Nutzung genommen wurden. Das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von 5% Flächenstilllegung im Wald bis 2020, welches im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie formuliert und von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel noch im Frühjahr 2013 öffentlich gefordert wurde, wird in der Studie nun als unerreichbar beschrieben.

Die Bundesregierung hatte das Ziel von 5% Flächenstilllegung auf Empfehlung des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) formuliert und zur Erreichung des Ziels das Stichdatum 2020 festgelegt. Diese Flächen sollen die Chance haben, sich natürlich ohne menschliche Eingriffe zu entwickeln.

Bei der Erhebung der stillgelegten Flächen hatte sich jedoch das Bundesland Bayern einer Herausgabe seiner Daten zur Waldnutzung komplett verweigert. Vor dem Hintergrund, dass in Bayern 23% der deutschen Waldflächen liegen, wirkt dies bei der Bemühung einer bundesweiten Bestandsaufnahme kontraproduktiv. Die Studie zeigt, dass insbesondere in den waldreichen Bundesländern Süddeutschlands der Anteil geschützter Waldflächen verhältnismäßig niedrig ist. Vor dem Hintergrund relativ niedriger Eingangskriterien für die Berücksichtigung einer Waldfläche in der Studie, unterstreicht dies den Nachholbedarf dieser Bundesländer beim Thema Biodiversität im Wald.

Der FSC Deutschland Vorsitzende Dirk Riestenpatt sieht in den Reaktionen der Forstverbände wenig konstruktive Eingaben und vielmehr das Wiederholen überholter Positionen: "Dass sich nun wieder eine Lobby formiert, für die der Nutzungsverzicht im Wald per se den Untergang der deutschen Forst- und Holzwirtschaft bedeutet und die jetzt die internationalen Vergleichsstandards kritisiert, war zu erwarten. Auch die Forderungen von Vertretern einiger Forst- und Waldbesitzerverbände nach Flächen, die "nur ein bisschen" genutzt werden, bei der Erhebung mit zu berücksichtigen, sind fadenscheinig und unbegründet."

Zur Bewertung eines Nutzungsverzichts wurden im Rahmen der Studie keine anderen Instrumente präsentiert, als die Errechnung eines Deckungsbeitrages nach klassischer Waldwertrechnung. Hierbei werden alle anderen sozialen und ökologischen Faktoren außer Acht gelassen. Der studierte Förster Riestenpatt wiederholt seinen Eindruck: "Die Reaktionen und die gespielte Empörung vieler Spitzenvertreter der Holz - und Forstwirtschaft in Bezug auf das Ergebnis der nun vorgelegten Studie wirken einstudiert, werfen ein schlechtes Licht auf die Branche und sind beschämend für die deutsche Forstwirtschaft."

Zumindest im Südwesten der Republik tut sich etwas: Hier befinden sich die großen Landeswälder in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im FSC-Zertifizierungsprozess. Im Ergebnis heißt das, dass hier bald zumindest im Landeswald 5% nicht genutzte Wälder nachgewiesen werden. Damit unterstützt der FSC Deutschland die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie,  natürlich auch auf den restlichen 95% der Waldfläche, die in FSC-zertifizierten-Wäldern nach hohen ökologischen und sozialen Standards bewirtschaftet werden.

Abschließend bleibt nach Ansicht des FSC Deutschland Vorsitzenden festzuhalten: "Zur Erreichung der, in der nationalen Biodiversitätsstrategie vorgegebenen 5% Flächenstilllegung in deutschen Wäldern, bleiben uns noch sieben Jahre. Trotz dieses Zeitraums wird das Ziel bereits jetzt als unerreichbar beschrieben. Es drängt sich die Frage auf, inwieweit dies mehr mit Wollen als mit Können zusammenhängt."

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6. Waldexkursion nach Chile

Die Forstwirtschaft in Chile ist geprägt von intensiv bewirtschafteten Plantagen auf der einen und intakten Urwäldern auf der anderen Seite.
Einen Einblick in dieses Spannungsfeld und die Rolle des FSC gibt jetzt eine zweiwöchige Fachexkursion vom 3. bis 14 März 2013 nach Mittelchile.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Burkhard Müller-Using, Prof. Dr. Erwin Hussendörfer und Lena Götz sollen sich die Teilnehmer einen umfangreichen Eindruck von den forstlichen Gegebendheiten in Chile machen können.

Nähere Informationen und Anmeldung gibt es hier zum Download.

 
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7. FSC auf dem Holzbranchentag 2013

Unternehmen, Marken, Logos… und am Ende sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Für einen guten Überblick auf dem Branchentag HOLZ am 29. und 30. Oktober 2013 in Köln sorgen die Green Pages des FSC Deutschland zum Thema verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. In unserem Branchenguide finden Sie die 50 Aussteller auf dem Branchentag, die über ein gültiges FSC-Zertifikat verfügen und somit FSC-Produkte herstellen und liefern können. Hier können Sie sich die Green Pages ganz einfach als *.pfd-Datei herunterladen und ausdrucken!

Den FSC selbst finden Sie auf dem Branchentag HOLZ in Halle 8 am Stand F12. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und auf viele spannende Gespräche zum Thema Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft.

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8. Wahrnehmung der EUTR im deutschen Holzhandel

Gastbeitrag von Sophie Schwer, Universität Freiburg

Seit kurzem gibt es an der Universität Freiburg ein Forschungsprojekt zur EU-Holzhandelsverordnung (EUTR). Zu Beginn des Projekts wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit die Wahrnehmung der EUTR im deutschen Holzhandel untersucht. In verschiedenen Experteninterviews mit Vertretern des Holzhandels aus dem ganzen Land analysierte eine Studentin welche Chancen und Stärken die EUTR für den Holzhandel birgt und wo noch Handlungsbedarf besteht, bzw. wo eklatante Schwächen befürchtet und gesehen werden.

Hoffnungen liegen laut den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung vor allem auf faireren Wettbewerbsbedingungen innerhalb Deutschlands und der EU sowie einer Vergrößerung des Marktanteils von Holz. Dieses könnte durch eine Aufwertung des Images der Holzindustrie bewirkt werden, denn somit böte sich auch die Möglichkeit, das lange verunglimpfte Tropenholz aus der Schmuddelecke herauszuholen. Grundsätzlich wird die Verordnung begrüßt, da sie gemeinsam mit dem Lacey Act aus den USA und dem Illegal Logging Prohibition Act aus Australien der erste ernsthafte Versuch ist, den Handel mit illegalem Holz in Europa zu unterbinden.

Allerdings sehen viele Vertreter des Holzhandels gerade die Wettbewerbsfairness in Deutschland und besonders in Europa in Gefahr, da die Umsetzung innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten auf stark unterschiedlichem Niveau und  in ebenso unterschiedlichen Geschwindigkeiten abläuft (s. Government Barometer 2012, WWF). Hieraus resultiert die Befürchtung, dass auch die angekündigten Kontrollen der EU sich an dieses uneinheitliche Niveau anpassen könnten und es somit zu einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung kommen könnte.

Daneben gibt es bei der Umsetzung einige Unsicherheiten, die der für den deutschen Holzhandel ungewöhnlich offen gehaltenen Formulierung der Verordnung geschuldet sind. Hauptsächlich fehlen dem Holzhandel belastbare Aussagen, welche Nachweisdokumente anerkannt werden und wie glaubwürdig diese Dokumente, die teilweise aus hochkorrupten Ländern kommen, tatsächlich sind. Hier bieten  die Zertifizierungssysteme die Möglichkeit, dieser Unsicherheit mit Erfahrung zu begegnen und einen glaubwürdigen Nachweis der Herkunft des Holzes anzubieten.

Abgesehen davon, dass die Verordnung noch einige Schlupflöcher, wie Recyclingprodukte und bedrucktes Papier, aufweist, drängt der Holzhandel vor allem auf eine bessere Information der Betriebe, denn trotz Schulungen der Verbände und Zeitungsartikeln sind vermutlich noch nicht alle Händler informiert. Auch die Kommunikation mit den Behörden lief zu Beginn sehr schleppend, diese mussten sich jedoch selbst erst in die Thematik einarbeiten und somit besteht die Hoffnung, dass sich die Situation in diesem Feld bald verbessert.

Tatsächlich gaben alle Befragten an, dass es in dieser Anfangsphase der Umsetzung zu früh sei, um eine abschließende Bewertung der Verordnung vorzunehmen. Es bleibt also abzuwarten, wie stark die EUTR greifen wird und welche Auswirkungen sie auf den Holzhandel hat.

Bei weitergehenden Fragen zu dieser Studie:  Sophie.Schwer(at)venus.uni-freiburg.de

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9. FSC verstärkt seine Präsenz in Ostafrika

Vier Laubholzarten aus Tansania ab 2014 als FSC 100% und Fair Trade erhältlich.

Auf den internationalen Holzmärkten sind ab 2014 vier neue Holzsorten aus Tansania erhältlich.  Alle vier Arten entstammen einem FSC-zertifizierten Forstbetrieb, der in gemeinschaftlicher Bewirtschaftung den Markt bereits mit FSC 100% Grenadill bzw. African Blackwood (Dalbergia melanoxylon) versorgt. Nun kommen mit ostafrikanischem Padauk (Petrocarpus angolensis), Pod Mahogany (Afzelia quanzensis), Panga-Panga (Milettia stuhlmannia) und afrikanischem Lignum vitae, auch bekannt als Pockholz (Acacia nigrescens), vier weitere hochattraktive Holzarten hinzu. Aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften sowie der tief dunkelbraunen Farbe eignen sich diese Hölzer besonders für luxuriöse Möbel, Musikinstrumente oder den Innenausbau.

Die in diesem Forstbetrieb produzierten Hölzer sind zu 100% FSC-zertifiziert und erfüllen gleichzeitig die fair trade-Richtlinien. Dadurch sind nachhaltige und faire Produktion und Ernte gesichert! Die tansanische Bevölkerung, die von der Waldbewirtschaftung lebt, erfährt damit eine Verbesserung der Lebensgrundlage, die sich in erhöhtem und gesichertem Einkommen, aber auch einer verbesserten Infrastruktur vor Ort niederschlägt. Jasper Makala, Vorsitzender der Mpingo Conservation and Development Initiative, die das tansanische FSC Programm zur gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung leitet, freut sich sichtlich über diese Zusammenarbeit: „Companies that buy these newly available FSC 100% fair trade hardwoods have the opportunity to become stakeholders in the community development process and, through ethical trade, acquire a powerful marketing message that can add significant value to their brand.” [Firmen, die die neu erhältlichen FSC 100% fair trade Hölzer erwerben, haben die Möglichkeit, als Stakeholder an dem Entwicklungsprozess der Gemeinschaft teilzunehmen und senden aufgrund ihres ethischen Handelns eine starke Marketingbotschaft, die ihrer Marke einen signifikanten Mehrwert einbringen kann.]

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten finden sich auf der
Homepage von FSC International.

Zusatzinfos zu den Eigenschaften und Bilder der Holzarten gibt es unter untenstehenden Links:
•    Ostafrikanisches Padauk
•    Pod mahogany
•    Panga-Panga
•    Afrikanisches Lignum vitae (Pockholz)

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10. Europäische Koalition für nachhaltiges Tropenholz geht an den Start  

Noch 14 Tage bis zur Gründung am 06.11.2013 in Amsterdam.

FSC Deutschland wird offizieller Partner!

In den 1980er Jahren regte sich vielerorts Kritik an der ausbeuterischen Tropenwaldbewirtschaftung −  zu Recht. In den letzten 30 Jahren gab es viele Initiativen, eine nachhaltigere Waldbewirtschaftung in tropischen Ländern anzuregen. Nach guten ersten Fortschritten in den letzten Jahren stagniert nun jedoch die Entwicklung, weil u.a. in Europa die Absatzmärkte für tropische Hölzer fehlen. Dabei hat sich für den Erhalt vieler Wälder in den Tropen erwiesen, dass der Holzabsatz aus verantwortbarer Forstwirtschaft wichtig ist.

Neue Gesetzgebungen könnten nun in einzigartiger Weise dazu beitragen, legales Tropenholz auf den  Märkten in der EU, der USA und Australien zu etablieren. In Europa trat die EU-Holzrichtlinie (EUTR) Anfang März dieses Jahres in Kraft. Die Richtlinie stellt das in Verkehr bringen von illegalem Holz unter Strafe.
Jedoch muss nachhaltiges Wirtschaften weiterhin das übergeordnete Ziel sein: Die Europäische Koalition für nachhaltiges Tropenholz (EU Sustainable Tropical Timber Coalition (EU STTC)) will hier Wege weisen und die Nachfrage nach entsprechend gekennzeichnetem Holz stimulieren. Sie wird 06.11.13 in Amsterdam erstmalig zusammentreffen und damit den Startschuss für ihre Arbeit geben. Auch der FSC ist offizieller Partner der Koalition und wird seinerseits Maßnahmen für nachhaltiges Tropenholz unterstützen und selber lancieren.

Die Koalition geht davon aus, dass eine verstärkte Nachfrage in Verbraucherländern einen positiven Einfluss auf die Waldbewirtschaftung in tropischen Ländern nehmen kann. Die Etablierung der FSC-Zertifizierung, und damit hoher ökologischer und sozialer Grundsätze in diesen Ländern, belegt diesen positiven Einfluss.
Die EU STTC ist ein gemeinsames Konzept des niederländischen Finanzministeriums und IDH (The Sustainable Trade Initiative). Die EU STTC hat sich zum Ziel gesetzt, den Absatz von zertifiziertem und FLEGT-lizensiertem Holz in europäischen Schlüsselmärkten auf ein kritisches und damit marktrelevantes Niveau zu befördern. Um dies zu erreichen, bedarf es ein Zusammenspiel von privaten, öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. FSC Deutschland beabsichtigt in den kommenden Tagen die Unterzeichnung (zur Mitgliedschaft?) und wird anschließend einen Aktionsplan mit weiteren Partnern für Deutschland ausarbeiten.

Private Unternehmen sowie öffentliche Institutionen aus Deutschland sind eingeladen, sich bei FSC Deutschland zu melden, um mit Unterstützung von FSC Deutschland eigene Aktivitäten umzusetzen. Diese individuellen Aktionspläne haben das Ziel, zertifiziertes oder FLEGT-lizensiertes Holz Vorrang einzuräumen. 
Wenn Sie Interesse an einem Gespräch zu möglichen gemeinsamen Aktivitäten mit dem FSC haben, können Sie uns gerne kontaktieren.

Wenn Sie Interesse an der Gründungsveranstaltung am 06.11.2013 in Amsterdam haben, melden Sie sich bitte über folgenden Link an: http://www.europeansttc.com/en/eu-sttc-launch-event

Ihre Ansprechpartner beim FSC Deutschland sind:
Ulrich Malessa, ulrich.malessa(at)fsc-deutschland.de
Erika Müller, erika.mueller(at)fsc-deutschland.de
Weitere Informationen zur EU STTC finden Sie HIER.

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11. FSC für Unternehmen in der Produktkette
                            (Köln, Linz, Hannover und Freiburg)

Das Workshopprogramm des FSC:

Für unsere FSC Workshops zur Produktketten-Zertifizierung reisen wir diesmal wieder einmal quer durchs Land und besuchen unter anderem das schöne Linz in Österreich. Wenn Sie sich zertifizieren lassen wollen, kurz vor dem Audit stehen oder noch mehr über FSC-Themen wissen wollen dann besuchen Sie unsere nächsten Schulungen am 31.10.2013 in Köln, am 08.11.2013 in Hannover, am 12. und 13. November in Linz und am 14. November 2013 in Freiburg. Weitere Informationen zum Workshop-Inhalt und Anmeldeformulare finden Sie auf unserer Schulungsseite.

Kommende Termine für Schulungen:

Datum

Ort

Thema

31.10.2013 Köln, Messe Coc/EUTR und OCP
08.11.2013 Hannover CoC/EUTR+TM
12.11.2013

Linz (AUT)

Spezial für Druckbranche

13.11.2013

Linz (AUT)

CoC/EUTR+TM

14.11.2013

Freiburg

CoC/EUTR+TM


Falls Sie Fragen haben senden Sie uns eine E-Mail
an info@fsc-deutschland.de oder rufen uns an unter 0761/38653-52.

Die Seminare beinhalten jeweils, eine Einführung in die FSC Produktkettenzertifizierung (CoC) (FSC-STD-40-004, -005 & -007) und Umsetzung der Europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR) mit FSC. Darüber hinaus auch die Vorstellung der „Online Claims Platform“ (OCP), einer Internet-Datenbank für FSC-Aussagen.

Bei Bedarf können unsere Experten Sie auch zum Thema "Nutzung der FSC Warenzeichen" informieren und Ihnen hier wertvolle Tips für die Praxis geben.

Wenn Sie sich für Hausschulungen in Ihrem Unternehmen interessieren, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen, um einen individuellen Termin zu vereinbaren.

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12. Anstehende FSC Audits

Transparenz ist für den FSC ein wichtiger Grundwert, daher werden Termine aller Audits im Internet bekannt gegeben und auch die Berichte der Auditoren über die jeweiligen Betriebe sind im Internet frei verfügbar. Die Akkreditierungsorganisation Accreditation Services International (ASI) gibt auf Ihrer Homepage die anstehenden Audittermine, sowie Überprüfungen und Zulassung von Zertifizierern jeweils einige Wochen im Vorfeld bekannt.

Eine Übersicht der anstehenden FSC Audits haben wir Ihnen HIER zum Download zusammengestellt.

Neu regional suspendierte Zertifizierer:
Region Bereich Name der organisation
PR China FM/CoC SCS Global Services (SCS)
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V.i.S.d.P.: Dr. Uwe Sayer; C.v.D.: Lars Hoffmann; Impressum (Link)

FSC® F000213 - Das Zeichen für verantwortungsvolle Waldwirtschaft.


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